Schafe sind dumm, Esel stur und Hunde die bellen beißen nicht? Mäuse eignen sich hervorragend als „Waffe“ gegen Elefanten und die Mücke sticht nur Menschen, die süßes Blut haben? Von diesen und vielen weiteren Tiermythen hast Du wahrscheinlich auch schon einmal gehört. Höchst wahrscheinlich glaubst Du auch die meisten davon – so wie wir alle. Doch vielleicht sollten wir diese Fakten hier und da etwas anzweifeln, denn nicht jedes Ammenmärchen aus dem Reich der Tiere entspricht auch tatsächlich der Wahrheit. Wir sind 10 bekannten Mythen über Tiere auf den Grund gegangen.

Elefanten haben Angst vor Mäusen

Der riesige Elefant, der vor der klitzekleinen Maus ängstlich davonläuft – diese Szene kennen wir doch nur zu gut aus Film und Fernsehen. Elefanten haben eine Mäusephobie? – Auch diese Annahme zählt zu den bekanntesten Mythen über Tiere. Absoluter Blödsinn! Der Elefant hat keine Angst vor Mäusen. Für den Dickhäuter ist Angst im Grunde ein absolutes Fremdwort, denn er ist schließlich das größte landlebende Säugetier im Tierreich.

Elefanten vergessen nichts

Zu den gängigsten Tiermythen zählt auch der Glaube, dass Elefanten nichts je wieder vergessen, was sie einmal erlebt haben. Der Mythos zum „Elefanten-Gedächtnis“ ist sehr weit verbreitet. Dies ist höchst wahrscheinlich auf die Tatsache zurückzuführen, dass Elefanten die größten Gehirne von allen Landtieren besitzen. Im Grunde sind Elefanten sehr schlau, denn sie haben eine hervorragende räumliche Orientierung, die sie auch für die Wassersuche in der freien Natur dringend brauchen. Allerdings gibt es keine Anzeichen dafür, dass Elefanten die Dinge länger im Gedächtnis behalten als andere Tiere.

Schweine lieben Dreck

Schlammpackungen sind für Schweine eine wunderbare Sache – daran gibt es im Grunde überhaupt nichts zu leugnen. Aber die Ferkel tun dies nicht einfach nur, weil sie Dreck so gerne mögen, denn der Schlamm dient ihnen für einen bestimmten Zweck: Schlamm schützt sie vor Mücken und Krankheiten. An heißen Tagen ist die Schlammschicht für die Schweine sogar nicht selten überlebenswichtig. Schweine müssen sich im Dreck suhlen, da sie keine Schweißdrüsen haben und sich so abkühlen.
Verschiedene Experimente mit den Tieren ergaben sogar, dass ein Schwein im Grunde sehr reinlich ist. Es trennt nach Möglichkeit sogar die „Toilette“ von ihren Futterstellen. Ein weiterer Fehlglaube, der ebenfalls in der Liste der Tiermythen auftaucht, ist somit widerlegt.

Dreckige Schweineschnauze

Elster sind Diebe

Die Elster ist ein notorischer Langfinger, der sich von allen glänzenden Dingen angezogen fühlt. Glaubt man einem der bekanntesten aller Tiermythen, üben sämtliche blinkenden Gegenstände bei den Vögeln eine unwiderstehliche Faszination aus. Die Elster klaut angeblich glänzende Gegenstände, doch eine Studie wiederlegt das!

An der University of Exeter testeten einige Tierwissenschaftler jüngst die tatsächliche „Diebeslust“ von Elstern. Sie führten mit den Vögeln ein Experiment durch. Sie stapelten drei verschiedene Haufen: Einen aus Nüssen, einen aus schön glänzenden Alu-Streifen und einen aus angemalten Alu-Fetzen. Nur zwei Elstern schnappten sich in insgesamt 64 Tests auf Anhieb die glänzenden Streifen. Die angemalten Fetzen wurden hingegen von allen Vögeln ignoriert. Auf die Nüsse aber fuhr der gesamte Rest ab. Die Elster ist also ganz klar ein Opfer von menschlichem Rufmord.

Elster sitzt auf einem Zaun

Mücken lieben süßes Blut

Wer des öfteren von gemeinen Stechmücken attackiert wird, soll bekanntlich süßes Blut haben, durch das sich die Plagegeister besonders angezogen fühlen. Zumindest zählt diese Annahme zu den bekanntesten Tiermythen. Doch die Angriffe haben rein gar nichts mit dem Zuckergehalt des Blutes zu tun, sondern Mücken reagieren auf den jeweiligen Körpergeruch. Jeder Mensch gibt über die Haut eine charakteristische Duftfahne ab, die Milchsäure, Ammoniak und Fettsäure enthält. Die Süße des Blutes ist also irrelevant. Nicht zu vergessen ist aber, dass Mücken dennoch gezielt ein passendes Individuum ansteuern.

Esel sind stur

Esel kämpfen schon lange mit einem sehr schlechten Image, denn es heißt, die Langohren seien mitunter die stursten Lebewesen im gesamten Tierreich. Doch auch das ist nicht ganz richtig, denn im Grunde sind Esel lediglich auf ihre eigene Sicherheit bedacht. Bleibt ein Esel stehen, dann in der Regel deshalb, weil ihm etwas Angst macht. Esel sind also nicht grundsätzlich stur. Weigern sie sich gegen etwas, sind sie lediglich unsicher.

Esel auf einer Wiese

Weitere Tiermythen: Schafe sind dumm

„Du dummes Schaf!“ – nur zu gerne nutzen wir diese Worte um unser Gegenüber zu beschimpfen, wenn er wieder einmal ungeschickt war oder etwas falsch gemacht hat. Schafe gelten allgemein als dumm und schwerfällig. Doch Studien zeigen deutlich, dass deren Gehirngröße mit der von Rhesusaffen vergleichbar ist. Damit besitzen Schafe dieselben komplexen Strukturen, wie auch der Mensch. Daher sind Schafe auch genau wie wir in der Lage, koordinierte Bewegungsabläufe durchzuführen, Entscheidungen bewusst zu treffen und auch bestimmte Gewohnheiten eigenständig zu entwickeln. Schafe sind nicht doof, denn sie können sich sogar bis zu 15 Gesichter einprägen oder sich eigene Entscheidungen über Wochen hinweg merken.

Punkte auf Marienkäfern zeigen ihr Alter

Einige Marienkäfer hätten bereits ein beachtliches Alter erreicht, wenn dieser Mythos tatsächlich zutreffen würde. Folgendes trifft da deutlich eher zu: Die Punkte auf dem Rücken der Marienkäfer stehen für die Marienkäferart und nicht für die bereits verlebten Jahre. Marienkäfer haben für die gesamte Dauer des Lebens die gleiche Zahl Punkte auf dem Rücken.

Zwei Marienkäfer auf einem Ast

Eintagsfliegen leben nur einen Tag

Die Eintagsfliege hat einen weichen Körper und verglichen mit anderen Fliegenarten einen sehr unsicheren Flug. In der ausgewachsenen Form lebt die Eintagsfliege tatsächlich nur wenige Stunden. In dieser Zeit beschäftigt sie sich ausschließlich mit der Paarung und dem Legen der Eier. Zwischen dem Schlüpfen der Larve und dem Sterben als ausgewachsene Fliege können jedoch zwischen ein und drei Jahre vergehen. Demnach dauert der gesamte Lebenszyklus der Eintagsfliege natürlich deutlich länger.

Hunde die bellen, beißen nicht

Diese Volksweisheit ist wahrscheinlich nicht nur jedem Tierfreund bekannt und dennoch ist sie mit Vorsicht zu genießen. In der Regel beißt ein wohlerzogener Hund nicht so schnell. Dazu muss eine bestimmte Situation ihm schon deutlich zu weit gehen. Im Grunde kann natürlich auch jeder bellende Hund zubeißen. Bellen kann zum einen positiv gedeutet werden. Bellt ein Hund, ist es möglich, dass er sich freut oder sein Herrchen zum Spiel auffordern möchte. Trotzdem kann Bellen auch ein negatives Zeichen sein. So ist es gleichwohl möglich, dass der Hund frustriert oder ängstlich ist und aus diesem Grund seine Zähne benutzt.

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  • Dreckige Schweineschnauze: ©shijujames - Pixabay.com
  • Elster sitzt auf einem Zaun: ©nschlegel - Pixabay.com
  • Esel auf einer Wiese: ©JACLOU-DL - Pixabay.com
  • Zwei Marienkäfer auf einem Ast: ©Oldiefan - Pixabay.com
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