Mit der Hilfe von Deutschland soll der illegale Schmuggel von seltenen Tieren wie Leguanen, Papageien oder Fröschen aus dem Amazonas unterbunden werden.

Digitale Erfassung soll Tierhandel schwächen

Die Sicherheitslücken sind groß. Häufig werden bei der Ausfuhr von bedrohten Pflanzen und Tieren andere Arten deklariert, als tatsächlich vorhanden. Mithilfe eines von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) aufgebautem, einheitlichen elektronischen Genehmigungssystem soll der Schmuggel aus dem Amazonasgebiet nun deutlich erschwert werden. Damit entfallen gefälschte Papiere und Unterschriften beim Zoll.

Illegal eingeführte Tiere und Pflanzen

Jedes Jahr werden Zehntausende Tiere und Pflanzen illegal nach Europa eingeführt und an den Flughäfen beschlagnahmt. Zirka sieben Milliarden Dollar schätzen Umweltorganisationen den weltweiten Umsatz.

Durch die Umstellung auf die digitale Erfassung von bedrohten Tieren und Pflanzen soll der Handel eingedämmt werden. Unterstützt wird die Umstellung von der deutschen KfW-Bank mit rund zehn Millionen Euro. Die Anträge dazu müssen nun zentral beim Zoll oder dem Wirtschaftsministerium online gestellt werden. Auf diese Weise sollen Kungeleien besser unterbunden werden.

In Kolumbien, Brasilien und Ecuador existiert bereits ein digitales Erlaubnisverfahren. Peru, Venezuela, Bolivien, Surinam und Guayana befinden sich noch in der Vorbereitungsphase. Die Amazonas-Staaten haben sich in der Regionalorganisation ACTO zusammengeschlossen, um den Artenschutz zu verbessern.

Legaler Handel erschwert Artenschutz

Es gibt auch einen legalen Handel, der durch falsche Deklarierungen als Schlupfloch genutzt wird. Einer Studie zufolge wurden in den Amazonasländern rund 130 Millionen Dollar auf legalem Weg umgesetzt. Dazu gehören auch Aufzuchtprogramme. Dabei liegen Krokodile auf Platz 1. Zirka 50 Millionen Dollar werden pro Jahr durch den Verkauf von Körperteilen, Häuten, Fleisch und lebenden Tieren verdient. Auf Platz 2 liegt Tropenholz mit 35 Millionen Dollar. Danach folgen Papageien, Reptilien und Orchideen. Zu den wichtigsten Importländern zählen die USA, Niederlande, Deutschland, Hongkong, Italien und Singapur.

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Artenschutzabkommen regelt den Handel

Bereits seit 1975 regelt das Washingtoner Artenschutzabkommen den Handel mit bedrohten Pflanzen- und Tierarten. Derzeit sind hier 5.600 Tiere und 30.000 Pflanzen erfasst.

Das Abkommen besteht ausschließlich aus Schutzkriterien, die vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen schützen sollen. Im Oktober 2016 hatten sich die 183 Cites-Mitgliedsstaaten bei der Welt-Artenschutzkonferenz für weitere Verschärfungen ausgesprochen. Künftig sollen Schuppentiere besser geschützt werden und für Tropenhölzer strengere Handelsbestimmungen gelten.

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