Wie gehe ich auf den Hund zu?

Zunächst solltest Du sichern gehen, dass der Hund wirklich herrenlos ist und nicht nur auf seinen Besitzer wartet. Dafür kannst Du ihn eine Zeitlang beobachten. Trifft niemand ein, kannst Du vorsichtig auf den Hund zugehen. Achte dabei darauf, Dich langsam und behutsam zu bewegen. Sprich den Hund freundlich mit ruhiger Tonlage an.
Nicht zu empfehlen ist es, den Hund anzufassen oder zu streicheln. Da sich der Hund in einer sehr stressigen Situation befindet, kann nicht ausgeschlossen werden, dass er sich gegen eine fremde Hand zur Wehr setzt. Ein Biss könnte eine mögliche Folge sein. Sucht er allerdings Deine Nähe und Körperkontakt, solltest Du ihn nicht abwehren. Achte allerdings darauf, ihn nicht aktiv zu berühren, sondern lediglich seine Berührung zuzulassen. Der Hund könnte es sich plötzlich anders überlegen oder hat an einer Stelle seines Körpers Schmerzen und könnte trotz seiner Anhänglichkeit plötzlich beißen.
Wenn Du Dich dem Hund mit ruhiger Stimme und langsam genähert hast, kannst Du die Leine oder womit der Hund auch immer angebunden wurde, vorsichtig lösen. Bist Du Dir unsicher, ob der Hund um sich beißen könnte, solltest Du auf die Polizei oder das Tierheim warten. Diese wissen im Zweifelsfalle, wie sie sich einem gestressten und vermeintlich aggressiven Hund nähern sollten. Du solltest auf jeden Fall bis zum Eintreffen der Tierschützer oder der Polizei warten und sicher stellen, dass sich jemand des Hundes annimmt.Bei sommerlichen Temperaturen empfiehlt es sich außerdem, dem Hund eine Wasserschüssel hinzustellen. Gerade bei Hitze oder starker Sonneneinstrahlung, kann es schnell gefährlich werden für den Organismus des Hundes. Ist der Hund in der Sonne angebunden und hechelt stark, solltest Du ihn vorsichtig in den Schatten springen. Es empfiehlt sich dabei, größtmöglichen Abstand zu ihm zu halten und ihn sanft zum Mitgehen zu animieren.
Für den Fall, dass der Hund stark verletzt ist und ganz offensichtlich dringend Hilfe von einem Tierarzt braucht, solltest Du versuchen, den Hund ins Auto zu bekommen und zum Tierarzt zu bringen. Hierbei solltest Du ebenfalls auf Körperkontakt verzichten, solange der Hund in der Lage ist, selbstständig zu laufen. Beachtet werden sollte allerdings, dass Du möglicherweise für anfallende Kosten verantwortlich gemacht werden kannst. Kläre daher vorher genau mit dem Tierarzt ab, dass es sich um ein Fundtier handelt, für dessen Kosten das Tierheim beziehungsweise die entsprechende Kommune aufkommen wird.

An wen kann ich mich wenden

Es gibt zahlreiche Adresse, an die Du Dich wenden kannst, wenn Du einen herrenlosen Hund findest.
Du darfst den ausgesetzten Hund nicht einfach mit nach Hause nehmen, ohne Deinen Fund bekannt zu geben. In Deutschland zählen Tiere vor dem Gesetz als Sache, daher wird auf sie das Fundrecht angewandt und der Fund muss gemeldet werden. Seit dem Jahr 2018 wird nicht mehr zwischen einem herrenlosen Tier und einem Fundtier unterschieden. Es obliegt daher den Behörden, sich um Fundtiere zu kümmern. Eine Besitzaneignung, da der Hund ausgesetzt wurde, ist nicht einfach ohne Weiteres möglich. Übrigens gilt es als eine Straftat, einfach einen Hund auszusetzen. Beobachtet Du also, wie jemand seinen Hund aussetzt, beispielsweise an einer Autobahnraststätte, solltest Du Dir das Nummernschild notieren und der Polizei mitteilen. Bis zu 25.000EUR Strafe können fällig werden, wenn ein Tier ausgesetzt wird.

Informiert werden sollte grundsätzlich immer das zuständige Tierheim und die Polizei. Bist Du Dir unsicher, welches Tierheim zuständig ist, kannst Du einfach die Polizei kontaktieren.
Je nach Tageszeit ist es möglich, dass das zuständige Tierheim bereits geschlossen hast. Für diese Fälle liegen allerdings Notfallnummern bereit, unter denen Du die Mitarbeiter des Tierheims erreichen kannst. Außerdem sollte die Polizei wissen, an wen Du Dich wenden kannst, wenn im Tierheim keiner erreichbar sein sollte. Im Zweifelsfall nimmt oftmals die Polizei den ausgesetzten Hund mit.
Wenn Du lediglich auf der Durchreise bist und Dich in der Region nicht auskennst, ist es am einfachsten, wenn Du die Polizei kontaktierst. Diese werden dann alle weiteren Schritte in die Wege leiten und den Hund ins Tierheim bringen.
Ist das Tierheim nicht erreichbar, der Hund benötigt aber offenkundig dringend ärztliche Hilfe, solltest Du der Polizei Deinen Fund umgehend mitteilen und versuchen, den Hund zum Tierarzt zu bringen. Auf diese Weise hast Du den ausgesetzt Hund ordnungsgemäß gemeldet und ihm gleichzeitig in einer Notsituation geholfen. Hast Du Dich in den Vierbeiner verliebt, musst Du allerdings sechs Monate warten, ob Du ihn wirklich behalten darfst. Denn der Besitzer des ausgesetzten Hundes hat solange Zeit sich zu melden und seinen Hund wieder zurück zu verlangen. Viele Tierheime bieten allerdings für diesen Zeitraum an, eine Art Pflegestelle für den Hund zu sein. So kannst Du ihn schon vor dem Ablauf der sechs Monate bei Dir haben.

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  • Hund-streuner: @thomaspedrazoli | ©Pixabay.com