Wie finde ich einen guten Tierarzt?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um sich darüber zu informieren, welche Tierärzte empfehlenswert sind. Google, Facebook oder andere Portale bieten die Option an, Erfahrungsberichte zu schreiben und Tierärzte zu bewerten. Das kann eine große Hilfe sein, sollte allerdings mit Vorsicht als einziges Bewertungskriterium für Tierärzte betrachtet werden. Schließlich beeinflussen diese Meinungen persönliche Erfahrungen, die wiederum von Faktoren beeinflusst sein können, die nichts mit der Kompetenz des Tierarztes zu tun haben.

Du kannst alternativ andere Tierbesitzer um Rat fragen, welche Erfahrungen sie mit bestimmten Tierärzten gemacht haben und welcher ihrer Meinung nach empfehlenswert ist. Vielleicht ist es für Dich wichtig, dass es bestimmte Sprechzeiten gibt, da Du so den Termin etwas variabler gestalten kannst oder aber, es ist Dir wichtig, dass Du einen festen Termin erhältst.

Frühzeitig auf die Suche gehen

Ratsam ist es ohne Zweifel, bereits vor einer Erkrankung bei dem Haustierarzt Deiner Wahl vorstellig zu werden. Häufig eignen sich Impftermine oder Routinechecks dafür. So kannst Du Dir die Praxis anschauen und das Team kennenlernen.
Ein wichtiger Faktor ist übrigens die Nähe zum Wohnort. Für aufwendigere Termine, die ein CT, MRT oder größere Operation beinhalten, nehmen viele Menschen einen längeren Anfahrtsweg in Kauf. Bei Routineterminen wie zum Impfen oder bei einer Ohrenentzündung ist es allerdings schonender für die Nerven von Mensch und Tier, wenn die Tierarztpraxis in direkter Nähe zum Wohnort liegt.

Lieber Klinik oder Tierärzte mit kleiner Praxis?

Es ist übrigens nicht zwingend erforderlich, dass Tierärzte ein eigenes Labor haben oder rund um die Uhr erreichbar sind. Daher solltest Du eine Bewertung nicht unbedingt von diesen Kriterien abhängig machen. Ist Dir eine rund um Betreuung wichtig, ist vielleicht eine Tierarztpraxis mit eigenem Labor und 24-Stunden Notfall-Service empfehlenswert.

Du kannst allerdings auch beide Möglichkeiten miteinander kombinieren. Ein Haustierarzt, den Du während Deiner Sprechzeiten aufsuchst und im Notfall oder bei komplizierten Erkrankungen eine größere Klinik Deiner Wahl kontaktieren. So bist Du auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Exoten und Großtiere

Für Tierbesitzer mit exotischen Tieren wie Reptilien oder Fischen sollten entsprechend geschulte Tierärzte zu Rate gezogen werden. Da sich weniger Menschen Schlangen, Schildkröten oder Echsen als Katzen und Hunde halten, sind Tierärzte mit dieser Spezialisierung eher seltener anzutreffen. Größere Tierkliniken bieten häufig Sprechstunden für Exoten an. Ähnlich verhält es sich übrigens mit Vögeln. Ist die Anfahrt zu lang, kannst Du einfach bei einer Praxis Deiner Wahl anfragen, ob Erfahrung im Umgang mit Deinem Tier besteht.

Eine kleine Ausnahme machen außerdem Tierbesitzer mit Großtieren wie Pferden, Kühen, aber auch Schafen und Alpakas. Diese sind auf Tierärzte mit sogenannten Fahrpraxen angewiesen, die in die Ställe kommen. Die Kriterien für diese sind ähnlich wie bei Tierärzten mit festen Standorten. Sympathie, Fachkompetenz, die problemlos dem Besitzer näher gebracht werden kann, Bereitschaft Zeit für die Untersuchung zu haben und außerdem bei Notfällen zeitnah zu erscheinen, sind die Kriterien, nach denen Du solche Tierärzte bewerten kannst.

Woran erkenne ich einen guten Tierarzt?

In erster Linie erkennst Du gute Tierärzte daran, dass sie sich Zeit für Dich nehmen und Dir ausführlich den medizinischen Befund erklären. Ihnen ist es wichtig, dass Du verstehst, was Deinem Tier fehlt. Sehr gute Tierärzte verzichten dabei auf medizinische Fachbegriffe beziehungsweise verwenden sie nur in dem Maße, wie sie sie benötigen. Ist der Arzt nicht in der Lage, Dir verständlich zu erklären, was Deinem Tier fehlt, kann das für den weiteren Behandlungsverlauf problematisch werden. Schließlich kannst Du so nicht einschätzen, wie krank Dein Tier wirklich ist.

Transparenz der Behandlung

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sympathie zwischen Dir und dem Arzt. Er sollte in der Lage sein, Dir das Gefühl zu geben, dass er sich Zeit für Dich nimmt und Deine Sorge hinsichtlich Deines Tieres ernst nehmen. Ebenso wichtig ist es, dass Du in der Lage bist dem Arzt zu Vertrauen. Zweifelst Du an seinem Fachwissen oder bist nicht einverstanden mit seiner Behandlungsmethode, solltest Du versuchen, das diplomatisch zu transportieren.

Es kommt nicht selten vor, dass Tierärzte von bestimmten Behandlungsmaßnahmen sehr überzeugt sind. Nachvollziehbar ist es aber, wenn Du als Tierbesitzer von einem homöopathischen Ansatz beispielsweise nicht überzeugt bist. Das solltest Du allerdings dem Tierarzt kommunizieren und Dir seine Beweggründe für diesen Behandlungsweg anhören.

Er drängt sich weder Dir noch Deinem Tier auf

Durchaus kritisch solltest Du sein, wenn er Dir ein bestimmtes Futter oder einen Futterzusatz verkaufen möchte. Das kann in manchen Fällen Sinn machen und notwendig sein. Ist das allerdings bei jeder Erkrankung Deines Tieres der Fall, kannst Du durchaus in Frage stellen, inwiefern die Fütterung wirklich notwendig ist.

Die Sympathie zwischen Deinem Tier und dem Arzt ist eher nebensächlich. Viele Tiere fühlen sich in einer Tierarztpraxis nicht wohl, fremdeln grundsätzlich bei anderen Menschen oder bringen je nach Tierart von Natur aus ein nicht so inniges Verhältnis zu Menschen mit. Viel wichtiger ist es, wie der Arzt mit Deinem Tier umgeht. Ein ruhiger und vorsichtiger Umgang spricht für Tierärzte, ebenso wie die Fähigkeit, sich auf ein beispielsweise sehr ängstliches Tier einstellen zu können.

Er gibt zu, wann er mit seinem Latein am Ende ist

Manchmal zeichnen sich gute Tierärzte dadurch aus, dass sie zugeben, nicht weiter zu wissen. Das klingt zunächst vielleicht paradox, ist aber nachvollziehbar. Die meisten Tierärzte sind so etwas wie Allgemeinmediziner für Menschen und sind nicht auf bestimmte medizinische Gebiete spezialisiert. In größeren Tierarztpraxen und Kliniken ist es zum Beispiel so, dass für jedes Gebiet ein entsprechender Tierarzt zuständig ist.
Wenn Dein Haustier also eine schwer zu behandelnde Erkrankung hat oder Dein Haustierarzt nicht weiß, was Deinem Tier fehlt, wird er Dich zu einem Facharzt schicken. Diese arbeiten meistens in größeren Kliniken.

Das hat übrigens nichts damit zu tun, dass Dein Haustierarzt nicht gut ist, sondern damit, dass Tiere genauso wie Menschen medizinisch eine kleine Herausforderung darstellen können. Durch den Rat, einen Fachtierarzt aufzusuchen, wollen Tierärzte lediglich das Beste für Dich und Deinen Vierbeiner. Häufig ist es auch der Fall, dass dem Haustierarzt die medizinischen Geräte wie ein MRT oder CT fehlen und für eine genauere Diagnostik eine Klinik aufgesucht werden muss.

Vor Ort sollte es allerdings immer die benötigten Medikamente geben beziehungsweise sollte der Arzt in der Lage sein, diese zeitnah zu beschaffen. Ein Röntgengerät gehört üblicherweise zur Ausstattung einer guten Tierarztpraxis dazu.
Was dennoch wichtig ist, dass Tierärzte bemüht sind, sich weiterzubilden und ihr Fachwissen zu erweitern.

Was Du sonst noch beachten solltest

Abgerundet wird eine gute Praxis durch freundliche, ausgeglichene und zufrieden wirkende Mitarbeiter, die Zeitdruck oder ähnliche Probleme nicht an Dir auslassen. Eine helle, freundliche und vor allem hygienisch einwandfreie Tierarztpraxis ist ebenfalls ein großer Pluspunkt in der Bewertung.
Es ist kein Hexenwerk, wirkliche gute Tierärzte zu finden, wenn Du einige Punkte bei der Suche beachtest. Die meisten Tierärzte wollen Dir und Deinem Tier helfen und werden Dich entsprechend beraten können.

Bildquelle:

  • katze-augenuntersuchung-tierarzt: ©Pixabay.com