Warum Hund adoptieren?

Wenn Du Dir einen Hund anschaffen möchtest, solltest Du zunächst überlegen, woher Dein neuer Hund kommen soll. Der klassische Weg bezieht sich in vielen Familien auf den Züchter. Viele Menschen kaufen einen Welpen vom Hundezüchter, wobei sie meistens noch die Gelegenheit haben, sich einen kleinen Vierbeiner auszusuchen. Doch das muss nicht sein. Schließlich gibt es zahlreiche Hunde, welche in Tierheimen abgegeben wurden und dementsprechend ein neues Zuhause suchen. Gerade in der Weihnachtszeit kommt es häufig vor, dass Welpen verschenkt werden. Sind die Hunde dann erst einmal ausgewachsen und zerlegen die Einrichtung in Kleinteile oder überraschen mit dem ersten Fellwechsel, geben viele Menschen auf und geben den Hund im Tierheim ab. Es ist deshalb sinnvoll auf den Züchter zu verzichten und einen Hund zu adoptieren. Du hast dadurch den Vorteil, dass Du Dir einen Hund aussuchen kannst, welcher bereits stubenrein ist. Denn wenn Du Dir stattdessen einen Welpen ins Haus holst, musst du diesen erst einmal erziehen und dafür sorgen, dass er seine Geschäfte ausschließlich draußen verrichtet. Viele Hunde im Tierheim wurden bereits dahingehend erzogen und ersparen dir ein gewisses Maß an Arbeit.

Hundetypen

Klein, groß, kurzes Fell, langes Fell, Schlappohren, Stehohren, lange Beine kurze Beine: Die Wahl der Rasse will gut überlegt sein. Wer sich im Netz auf die Suche macht, um einen Hund zu adoptieren, schaut sich in der Regel zuerst die Bilder der Hunde an. Und erst danach wird der dazugehörige Beschreibungstext gelesen. Zum Glück sind Geschmäcker verschieden. Es wäre ja furchtbar, wenn wir alle dieselbe Rasse bevorzugen würden. Wenn Du Dich bei deiner Suche auf ein bestimmtes Foto fixiert hast, solltest Du Dir unbedingt den Beschreibungstext durchlesen. Handelt es sich um einen Rassehund, ist es ebenso hilfreich, sich im Internet über diese Rasse zu informieren. So ist es für einen sibirischen Husky zum Beispiel typisch, dass diese Rasse zweimal jährlich einen enormen Fellwechsel hinlegt. Dann heißt es kämmen, kämmen und nochmals kämmen. Bei der Recherche solltest Du aber auch beachten, dass die meisten Rassebeschreibungen von absoluten Liebhabern geschrieben wurden, weshalb die Eigenschaften des Hundes sehr subjektiv beschrieben sind.

Woher kommt der Hund? / Wo hat er davor gelebt?

Wer einen Hund adoptieren will, sollte sich vorab darüber informieren, woher der Hund stammt. Wenn Du also die Möglichkeit hast Informationen über die Herkunft des Tieres einzuholen, dann zögere nicht! Bring am besten in Erfahrung, ob der Hund bei einer Familie oder auf der Straße gelebt hat, warum der Hund im Tierheim abgegeben wurde und mit welchen Tieren er zusammengelebt hat. Handelt es sich um einen Welpen, ist es ratsam Informationen über die Mutter einzuholen. Sind keine Informationen vorhanden, können letztendlich nur Vermutungen angestellt werden. So ist es in einer herkömmlichen Mietwohnung nicht unbedingt zu empfehlen, einen Hund der auf der Straße gelebt hat, zu adoptieren. Diese Hunde sind ein Leben auf weiter Flur gewohnt und hatten ihr ganzes Leben lang jede Menge Auslauf. Kommt ein solcher Hund dann in eine Zwei-Zimmer-Wohnung, so tut man diesem Hund vermutlich keinen Gefallen. Diese Hunde sollten eher von Menschen mit Grundstück und Garten adoptiert werden.

Das Alter sollte dabei zweitrangig sein, denn was den Lernerfolg betrifft, so spielt das Alter absolut keine Rolle. Das bedeutet, auch wenn Dein favorisierter Hund schon sechs Jahre alt ist, musst Du keine Bedenken haben, dass der Hund keine neuen Tricks mehr lernen kann. Allerdings solltest Du immer im Hinterkopf behalten, dass der Hund den Du adoptieren willst, möglicherweise schlechte Erfahrungen gemacht hat. Entweder auf der Straße oder bei seinen vorherigen Besitzern. Deshalb musst Du natürlich ein großes Maß an Geduld aufbringen, wenn Du Deinen neuen Vierbeiner erfolgreich in Dein Leben integrieren willst. Und diese Überlegung bezieht sich auch auf Welpen. Denn der Zustand der Mutterhündin spielt eine entscheidende Rolle, wenn es um die Entwicklung im Mutterleib geht. Jeder Hund ist letztendlich ein Produkt aus Genetik, Umwelt und Erfahrung. Und nichts davon hat sich der Hund selbst aussuchen können. Deshalb solltest Du Dir immer vor Augen führen, dass Du die Erfahrungen welche Dein Hund macht, beeinflusst und dass du letztendlich auch die Umwelt festlegst, in welcher dein Hund lebt. Das einzige worauf du keinen Einfluss hast, ist die Genetik des Hundes. Das bedeutet auch, dass der Hund umso mehr Erfahrungen gesammelt hat, je älter er ist. Diese müssen natürlich nicht immer schlecht gewesen sein. Sobald der Hund in seiner Genetik viel Gutes mit sich bringt und sich in Deiner Umgebung buchstäblich pudelwohl fühlt, spricht alles dafür den ausgesuchten Hund zu adoptieren. Somit ist die Anschaffung eines Welpen kein Garant für ein reibungsloses Zusammenleben.

Pro – Contra von Hundeadoption

Grundsätzlich ist es ratsam sich für einen Hund zu entscheiden, welchen man vorher auch persönlich kennengelernt hat. So kann es zum Beispiel zu Problemen kommen, wenn Du einen Hund adoptierst, der vorher in einer ruhigen und ländlichen Gegend gelebt hat und Du diesen Hund dann in die laute und überfüllte Stadt holst, wo er zahlreichen neuen Geräuschen ausgesetzt ist. Das könnte dann dazu führen, dass du letztendlich einen Hund hast, welcher sich bei jedem lauteren Geräusch in seiner neuen Umgebung erschreckt. Die Beschreibungen der Tierheime fallen zudem sehr subjektiv aus. So kann ein Hund welcher erhöhte Liegeplätze bevorzugt, sehr unterschiedlich beschrieben werden. Dann beschreibt das eine Tierheim den Hund vielleicht als sehr dominanten Hund, welcher gern über seine Umgebung und die darin befindlichen Lebewesen herrschen will. Ein anderes Tierheim würde diesen Hund vermutlich eher so beschreiben, dass er sich gern kuschelig hinlegt, einen gemütlichen Platz sucht und alles im Blick haben möchte, da er gerne mit den Augen beobachtet. Und wieder ein anderes Tierheim könnte den Hund so beschreiben, dass dieser eine starke Bindung aufbaut und sich dort niederlässt, wo es am meisten nach seinem Zweibeiner riecht. Und schon wurden drei verschiedene Aussagen getroffen, welche den Hund beschreiben sollen, aber letztendlich drei verschiedene Bilder in Deinem Kopf hervorrufen. Und das Dir vermittelte Bild beeinflusst letztendlich auch Deine Entscheidung der Adoption. Solche Nachteile ergeben sich natürlich nicht, wenn man sich für einen Welpen beim Züchter entscheidet. Eine Wesensbeschreibung ist im Alter von acht Wochen kaum möglich, weshalb sich die Wahl des Tieres einzig und allein auf sein Aussehen beschränkt. Aber auch dann zeichnen sich bereits Charaktereigenschaften ab, welche Aufschluss darüber geben können, wie sich das Tier später verhält.

Was sagt dein Bauchgefühl?

Wenn Du die Möglichkeit hast, Deinen neuen Hund vor der Adoption kennen zulernen, wird natürlich auch Dein Bauchgefühl mit entscheiden. Vorausgesetzt, Du hast überhaupt die Möglichkeit, auf Dein Bauchgefühl zu hören. Denn in der Regel läuft es so ab, dass man sich sofort in den neuen Hund verliebt, wenn man diesen das erste Mal sieht. Doch das Bauchgefühl sollte nicht vollständig ignoriert werden. Schließlich bedeutet der neue Hund Aufwand und auch Einschränkungen. Und da kann selbst die größte Liebe zum Tier nicht behilflich sein. Wenn Du also in einer Wohnung mit Teppich wohnst, ist es ratsam den Bodenbelag zu ändern. Solltest Du beispielsweise in einer WG wohnen, ist die Zustimmung Deiner Mitbewohner erforderlich. Bist Du sicher, dass Du keine Hundehaar-Allergie hast und wohin mit dem Tier, wenn Du in den Urlaub fährst? In Bezug auf solche Fragen solltest Du unbedingt auf Dein Bauchgefühl hören.

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