Wie jeder weiß, sind Katzen von Natur aus großartige Jäger und mit ihrem angeborenen Jagdinstinkt entgeht ihnen kaum etwas… Ob groß oder klein, alles was sich bewegt wird erst einmal genau ins Katzenauge gefasst und danach grundsätzlich gejagt. Mein rot getigerter Kater Feli war da keine Ausnahme, doch nicht jede „Beute“ war nach seinem Geschmack, wie ich feststellen musste…

Da Feli eine Wohnungskatze war, gab es für ihn kaum etwas aufregenderes als ein Insekt, welches sich ab und zu in die Wohnung verirrte. Dies wurde dann im Aufgebot aller Jagdkünste mit großer Leidenschaft bejagt. Bei den Insekten handelte es sich zumeist um Fliegen, kleine Obstmücken oder kleine Käferchen; bei welchen mir mein Kater demonstrierte, was er doch nicht für ein guter Jäger war.

Eines schönen Frühlingstages war es wieder einmal soweit: Ich bemerkte, dass mein Kater wieder auf der Jagd war. Da ging es die Möbel hinauf und hinunter und quer durch die gesamte Wohnung. Dann war es plötzlich still und ich dachte, dass die Jagd vorbei sei. Nach einer Weile ging ich ins Wohnzimmer und sah, wie Feli mitten im Raum saß und gebannt auf den Boden vor ihm starrte.

Rot getigerte Katze mit geschlossenen Augen

Neugierig geworden, näherte ich mich meinem Fellnäschen. Da sah ich, dass er mit großer Faszination einen großen Käfer beobachtete. Nach ein paar Minuten dauerte mir das Schauspiel etwas zu lang und ich sagte: „Lass den armen Käfer nicht leiden!“ Daraufhin sah mich Feli verdutzt an und zurück zu dem Käfer. Weitere quälende Minuten vergingen, in welchen mein Kater das Insekt weiter nur beobachtete, wie es über den Boden krabbelte. „Jetzt reicht es! Frauchen übernimmt das jetzt!“ sagte ich laut. Ich ging in die Küche, holte mehrere Blätter der Küchenrolle und kehrte zurück ins Wohnzimmer.

Vorsichtig hielt ich die Küchenrolle in Richtung des krabbelnden Käfers, damit dieser hinauf klettern konnte. Anschließend trug ich ihn zum Fenster und setzte ihn auf das Fensterbrett, von welchem er aus, in die Freiheit flog. Danach ging ich zu Feli, streichelte und lobte ihn, was er mit einem lauten Schnurren offensichtlich genoss. So vergingen weitere, schöne Frühlingstage.

Eines Tages war es wieder soweit: Es hatte sich eine Fliege in die Wohnung verirrt und wurde von Feli ohne Rücksicht auf Verluste gejagt. Ich sah dem ganzen Treiben von der Couch aus zu. Ein paar Minuten später war die ganze Sache auch schon erledigt: Feli erwischte die Fliege im Wohnzimmer und schnappte zu. Anschließend tapste er auf mich zu und machte es sich neben mir auf der Couch bequem. Ich streichelte ihm über das Fell, als mir dabei die Geschichte mit dem Käfer einfiel. Daraufhin sagte ich zu meinem Kater: „Du bist mir ein schöner Jäger! Bei kleinen Fliegen sind wir mutig, aber bei großen Käfern muss Frauchen ran, oder wie?“ Dies quittierte Feli allerdings nur mit einem müden Miau, drehte mir dann einfach den Rücken zu und hielt ein Nickerchen… „So kann man auch ein Statement abgeben“ dachte ich und musste über soviel Selbstbewusstsein lachen… 🙂

Bildquelle:

  • Rot getigerte Katze mit geschlossenen Augen: ©Alexas_Fotos - Pixabay.com
  • Rot getigerte Katze in Nahaufnahme: ©Alexas_Fotos - Pixabay.com