Orientierungstraining für den Vierbeiner: Was ist der Zweck?

Ein Orientierungstraining hat den Zweck, dem Vierbeiner klarzumachen, dass er auf seinen Besitzer Acht geben sollte – dem Hund muss klar sein, dass er seinen Menschen mit schlechtem Benehmen verlieren kann und das möchte ganz sicher kein Hund erleben. Bislang wurde der Besitzer vom Vierbeiner bemerkt, wenn er etwas von ihm wollte oder die Absicht hatte, die Richtung beim Spazieren gehen zu wechseln. Daher empfand der Hund keine Not, sich auf den Menschen zu konzentrieren. Mit einem passende Orientierungstrainings soll dieses Verhalten beim Hund eliminiert und die Orientierung an den Besitzer gefördert werden.

Wenn sich der Vierbeiner beim Spazieren gehen auf seinen Menschen konzentriert, auf ihn hört und achtet, dann hat der Besitzer auch größeren Einfluss auf den Hund, was zur Gehorsamkeit und Achtung des Hundes führt. Der Besitzer kann am leichtesten erkennen, auf welchem Niveau die Konzentration seines Vierbeiners liegt – dafür muss er einfach nur auf das Zurückschauen des Hundes achten. Ein Vierbeiner, der zurückschaut, orientiert sich an die Entscheidung seiner Besitzers, anstatt selber Entscheidungen zu treffen. Dementsprechend ist das Stärken vom Rückblicken des Vierbeiners ein wichtiger Faktor beim Orientierungstraining, um diesen an seinen Besitzer enger zu binden und seine Konzentration an den Menschen zu lenken.

Ganz am Anfang fragen die meisten Vierbeiner ihre Besitzer bei jeder einzelnen Entscheidung, die sie treffen wollen. Dies erfolgt durch kurze Blicke, die vom Besitzer oft nicht registriert werden. Sollte der Besitzer auf diese Art von Nachfragen nicht reagieren, geht dieses mit der zeit verloren und der Vierbeiner entscheidet dann selbst. Durch den Rückblick-Training und das Bestärken kann man dieses Problem jedoch wieder lösen.

Ein Tipp am Rande: Während und nach dem Orientierungstraining solltest Du die Blickkontakte Deines Vierbeiners beim Spazieren gehen zählen. Zähle zwei Tage lang, wie oft Dich Dein Hund innerhalb 30 Minuten ansieht – anhand dieser Notiz kannst Du dann feststellen, ob sich beim Verhalten Deines Hundes etwas verändert hat.

Die Trainingsarten

Ein intensives Orientierungstraining für den Vierbeiner erfolgt mit folgenden Übungen:

Der Richtungs- und Wegwechsel
Diese Orientierungsübung sorgen dafür, dass der Hund lernt den Radius um Dich herum einzuhalten. Der Richtungs- und Wegwechsel mit dem Hund solltest Du am besten in Spazierweggebieten mit wenig Gefahren und vielen Wegen, die sich abzweigen durchführen.

Die Übung erfolgt, indem Du Deinen Hund etwas vorauslaufen lässt und anschließend die Laufrichtung oder den Weg wechselst, ohne den Vierbeiner darauf hinzuweisen. Gehe so lange weiter, bis Du Deinen Vierbeiner sehen kannst – sollte der Hund den Richtungswechsel bis zu diesem Zeitpunkt nicht bemerkt haben, dann bleibst Du stehen und wartest ab. Wenn der Vierbeiner die Lage erkennt, dann läufst Du einfach weiter, bis er Dich eingeholt hat: Eine kurze verbale Freude genügt und der Spaziergang kann weiter gehen. Tipp: Sollte Dein Hund in Kürze außer Hörweite gelangen, dann kannst Du ihm verbal einen Tipp geben und weiter gehen.

Sollte Dein Hund nicht freilaufen können, dann eignet sich diese Übung ganz gut:
Nehme eine Hundeleine, die mindestens zwei Meter lang ist und gehe mit Deinem Vierbeiner in eine bestimmte Richtung. Wenn er unaufmerksam wird, dann spreche ihn nur kurz an, drehe Dich in einem Winkel von 90 bis 180 Grad und gehe weiter soweit es die Hundeleine erlaubt. Jetzt bleibst Du stehen und wartest so lange ab, bis der Vierbeiner zu Dir kommt oder wenigstens zu Dir schaut markiere dies mit einem Markerwort und belohne Deinen Hund anschließend.

Das Verstecktraining
Diese Regel gilt grundsätzlich: Vierbeiner, deren Besitzer sich jedes Mal, wenn der Hund viel zu weit entfernt ist, auf verbale Art und Weise bemerkbar machen, empfinden nicht die Not nach ihren Besitzern zu schauen. Mit dem Verstecktraining lernt der Hund von sich selbst darauf zu achten, wo sich sein Besitzer befindet., weil sie andernfalls verloren gehen können.

So funktioniert die Übung: Wähle ein passendes Spaziergebiet aus und beobachte Deinen Hund. Sobald der Vierbeiner unaufmerksam wird, versteck Dich schnell (hinter einem Baum zum Beispiel) und warte ab. Wichtig ist es, dem Hund durch Rufen keine Hilfe zu geben – letztendlich soll er selber nach Dir schauen und Dich finden. Nachdem dies erfolgt, freuen Sie sich mit dem Vierbeiner gemeinsam und belohnen ihn beispielsweise mit einem Rennspiel. Den Schwierigkeitsgrad dieser Übung kannst Du steigern, indem Du mehrere Personen miteinbeziehst – auf diese Art und Weise lernt der Vierbeiner sich regelmäßig von alleine zu informieren, wo sich seine Besitzer gerade befinden.

Der Blickkontakt dank Signalisierung
Wichtig ist ebenfalls, dass der Besitzer ein Signal hat, welches dem Vierbeiner mitteilt, dass er mit seinem Besitzer in Augenkontakt treten soll. Für diese Übung kannst Du ein Stück Futter oder ein Spielzeug in die Hand nehmen und dieses dem Vierbeiner zeigen, indem Du es ihm unter der Nase haltest. Jetzt führst Du das Stück auf Armlänge seitlich, sodass es Dein Vierbeiner gut im Blick hat. Bellen, Springen und weitere Reaktionen musst Du strengstens ignorieren. Warte ab, bis Dein Hund ausschließlich in Deine Richtung schaut und markiere diesen für einen kurzen Moment. Diese Übung musst Du so lange wiederholen, bis Du merkst, dass Dein Hund Dich versteht und vom Leckerchen oder Spielzeug jedes Mal zu Dir schaut.

Jetzt kannst Du ein Signal einführen und diesen kurz bevor der Vierbeiner zu Dir schaut geben. Diese Übung wird in verschiedenen Situationen so lange durchgeführt, bis der Hund auch bei größter Ablenkung auf Dein Signal reagiert.

Die Umkehrsignal-Übung
Das Umkehrsignal dient dazu, dass sich Dein Vierbeiner in Deine Richtung bewegt. So funktioniert es:

Lass Deinen Vierbeiner etwas weiter vorauslaufen und gebe dann Dein Signal. Jetzt drehst Du Dich um und wechselst die Richtung: Du klickst, sobald sich der Vierbeiner in Deine Richtung wendet. Das machst Du jedoch nur, falls er in den ersten drei Sekunden reagiert. Diese Übung musst Du innerhalb kurzer Zeit mindestens siebenmal wiederholen.

Was ist bei Übungen der Orientierung zu vermeiden?

Damit das Orientierungstraining eine positive Auswirkung auf das Benehmen Deines Vierbeiners hat, solltest Du folgende Fehler vermeiden:

Vermenschlichung des Vierbeiners
Da der Hund sich niemals bewusst schlecht oder gut benimmt, kann das Vermenschlichen nur nach Hinten losgehen. Der Hund geht ausschließlich seinen Bedürfnissen nach.

Brechen der eigenen Regeln
Inkonsequenz ist wie bei der Hundeerziehung, so auch beim Orientierungstraining ein riesiger Fehler. An die eigenen aufgestellten Regeln musst Du Dich immer halten, konsequent bleiben und Durchhaltevermögen zeigen.

Das Nutzen von falschen Hilfsmitteln
Solltest Du in einem bestimmten Zeitpunkt mit dem Training überfordert sein, dann solltest Du lieber eine kleine Pause machen, anstatt zu falschen Hilfsmitteln zu greifen und das Problem auf die Schnelle lösen. Ein Beispiel sind Halsbänder mit Stacheln: Dein Hund ist gehorsam und geht bei Fuß, weil ihm bewusst ist, dass er andernfalls Schmerzen empfinden wird. Das wünschst Du Deinem Vierbeiner sicher nicht.

Vermeide Doppelnennung von Kommandos und Signalen
Wenn Dein Hund bestimmte Signale und Kommandos von Dir registriert hat, dann solltest Du auch ausschließlich diese nutzen. Andernfalls wird der Hund verwirrt und überfordert.

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