Wurden früher ganze Nashorn-Hörner durch den Zoll gefunden, ist der Schmuggel heute immer schwerer zu entdecken. Immer öfter werden Teile von Nashorn-Hörnern als Schmuck geschmuggelt. Ein ganzes Horn ist beim Zoll noch gut zu erkennen. Schmuck aus Horn lässt sich dagegen leichter verstecken.

Die kostbaren Rhinozeros-Hörner werden für den Schmuggel in Recycling-Fracht, in Wein-Ladungen oder Buddha-Statuen versteckt oder in elektrischen Spulen eingebaut. Jetzt ist es noch schwerer für die Polizei, die Schmuggelware zu entdecken.

Illegale Werkstätten für Schmuggel-Schmuck

In Südafrika gibt es immer mehr illegale Werkstätten, die die Nashorn-Hörner zu Pulver oder Schmuck verarbeiten. Diese Objekte werden oft mit Aluminium oder Wachs ummantelt und seien daher beim Röntgen durch den Zoll schwer zu erkennen.

Die Nachfrage nach Nashorn-Horn in Asien ist nach wie vor ungebrochen. Dort wird das Horn teuer zur Zierde oder als Pulver für die traditionelle chinesische Medizin verkauft, obwohl es keine Belege für deren Wirksamkeit gibt. Innerhalb von zehn Jahren wurden in Südafrika rund 7.000 Nashörner von Wilderern getötet. Der Export wird von chinesischen Syndikaten kontrolliert.

Mäßiger Erfolg beim Kampf gegen die Wilderei

Die Regierung Südafrikas bekämpft die Wilderei mit durchwachsenem Erfolg. Laut dem Umweltministerium wurden im letzten Jahr 680 Wilderer und deren Mittelsmänner festgenommen – doppelt so viel wie im Jahr davor. „Die Wildtiermafia fällt in die ländlichen Gebiete ein, wo der Staat an vielen Fronten überfordert ist. Trotz erheblicher Bemühungen fehlen oftmals die Ressourcen, um es mit den hochgerüsteten Banden aufzunehmen“, so Katharina Trump, Expertin für Wildartenkriminalität beim WWF Deutschland.

Eine Gesetzeslücke erlaubt zudem die private Aufzucht von Nashörnern. Das werde die Nachfrage nach Nashorn-Hörnern erheblich erhöhen und damit auch die Wilderer fördern, da die legalen Bestände nicht reichen, um die Nachfrage zu bedienen.

Schätzungen zufolge gibt es nur noch 20.000 bis 25.000 wildlebende Breitmaul- und Spitzmaulnashörner. Außerhalb von Afrika leben nur noch in Indien, Nepal und Indonesien freie Nashörner.

 

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  • Seized ivory tusks are displayed at the Customs and Excise Department in Hong Kong: © Wikimedia
  • Elfenbein1: © Wikimedia
  • Elfenbein2: © Wikimedia