Alle Jahre wieder besteht eine Gefahr vor Zecken im Frühling. Mit welchen Mitteln lässt sich das Haustier vor Zecken schützen? Sind Zecken beim Haustier wirklich so gefährlich oder lassen sie sich auch ohne Chemie bekämpfen? Hier findest Du Antworten auf Fragen zum Zeckenbefall.

Zeckenbefall: Wann die Zeckensaison beginnt

Der Winter ist noch nicht einmal vorbei, da tragen die ersten Tiere schon Zecken mit nach Hause. Spätestens aber wenn die ersten Blumen blühen, hat sie begonnen, die Zeckensaison. Grundsätzlich werden Zecken im Frühling aktiv. Da das Wetter sich aber nicht an den Kalender hält, variiert ihr Austreten. Seitdem die Winter weniger kalt sind, gibt es nicht mehr nur Zecken im Frühjahr. Die Zeit der Zecken findet in einigen Landesteilen ohne Frosttemperaturen bereits ganzjährig statt.

Wenn Du in den Urlaub fährst, musst Du natürlich auch unbedingt darauf achten, Dein Haustier gegen die Spinnentiere zu schützen.
Biologen attestieren der Zecke eine Aktivität bis in den Oktober. Wird es dann nicht merkbar winterlich, hängen sie weiterhin in den hohen Gräsern.

Nicht nur die Saison der Zecken, sondern auch die Verbreitung innerhalb Deutschlands variiert. So treten in Richtung Bayern sehr viel mehr Tiere auf. Und obwohl die Population in Ostdeutschland nicht so hoch ist, sind dort und im Süden Deutschlands die meisten Tiere mit Krankheitserregern identifiziert worden.

Hier macht es also durchaus Sinn, nicht nur Hund und Katze zu schützen. Auch Dir helfen Sprays und Lotionen. Außerdem solltest Du beim Hundespaziergang unbedingt eine lange Hose und geschlossene Schuhe tragen.

Zecken im Frühling - Zecke neben einem Käfer

Was Zecken beim Haustier gefährlich macht

Hund und Katze sind durch einen Zeckenbiss selten ernsthaft bedroht. Haustieren können manche Erreger wenig anhaben, Menschen aber umso mehr. Die Zecken werden vom Haustier nach Hause geschleppt. Dort können sie wirklich erstaunlich lange ohne Wirt, also Nahrung, überleben. Sie krabbeln überall herum. Dabei bleiben die kleinen Spinnen oft unentdeckt. Zecken beißen dann den Menschen.

Dieses Scenario wird wahrscheinlicher, wenn die Tiere mit Dir im Bett schlafen. Vom Kopfkissen in die Kopfhaare hat es die Zecke nicht mehr weit. Das gleiche gilt für die Beinbehaarung und das Fußende. Auf der Couch kann natürlich ähnliches passieren.
Auch interessant: Es gibt kleine Testsets zu kaufen. Mit diesen lässt sich eine entfernte Zecke auf bestimmte Krankheitserreger testen. Du weißt dann, ob Du oder Dein Haustier zu einem Arzt müssen.

Zecke auf einem Polstergrund

Durch Zecken übertragbare Krankheiten

Die punktgroßen Parasiten tragen hierzulande vor allem drei Krankheiten mit sich: Caninen Anaplasmose beim Hund, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose.

Caninen Anaplasmose ist eine Infektion. Für Menschen bleibt diese Anaplasmose ungefährlich. Auch Katzen werden nicht befallen. Bei den meisten Hunden bemerkt niemand die Krankheit. Sie verläuft stumm, also ohne Symptome.
Wenn der Hund einen schweren Verlauf aufweist, endet dieser leider nicht selten tödlich. Es können unspezifische Symptome wie Fieber, Nasenbluten oder andere punktförmige Blutungen auftreten.

FSME: Auch umgangssprachlich als Hirnhautentzündung bekannt, kann für Menschen extrem lebensgefährlich sein. Eine direkte Behandlung ist zwingend. Hunde zeigen selten Symptome oder werden gar nicht krank. Ärzte berichten von einem vermehrten Auftreten bei großen Hunderassen mit zusätzlich schwachem Immunsystem. Katzen trifft auch diese Krankheit so gut wie nie.

Borreliose ist wohl für den Menschen gefährlicher als für Tiere. Das liegt darin begründet, dass es oft Jahre dauert, bis bei infizierten Säugetieren die Borreliose ausbricht. Anzeichen dafür können Appetitlosigkeit und Apathie sein. Im Laufe der Krankheit kommt es zu Lähmungen.

Weil aber den Menschen viel mehr Schaden zugefügt wird als den Tieren, musst Du sehen, so wenig Zecken wie möglich angeschleppt zu bekommen. Sprays für Deine Wohnung können – ähnlich wie Flohbomben – frei krabbelnden Parasiten den Gar aus machen. Es ist quasi ein Zeckenschutz für Deine Wohnung.

Du brauchst jetzt nicht bei jeder Zecke panisch werden. Eine Vorsorge ist aber unumgänglich. Die Zecken übertragen die Krankheitserreger erst nach einem halben bis ganzen Tag nach dem Biss.

So schützt Du Dein Haustier vor Zecken

Um allen Eventualitäten zuvorzukommen, musst Du Dein Haustier rechtzeitig gegen Zecken behandeln. Es gibt Tabletten gegen Zecken für Haustiere und wahlweise Präparate gegen Zecken, die auf die Haut des Haustieres geträufelt werden. Du musst trotzdem nach jedem Aufenthalt im Freien das Haustier nach Zecken absuchen. Entdeckst Du eine, solltest Du sie sofort entfernen.

Die Kontakt-Antiparasitika gibt es zum Beispiel als Halsband oder Pulver. Deine Katze kannst Du leider nicht immunisieren, aber es gibt eine Borreliose-Impfung für Hunde. Mit einem Staubsauger oder einer klebrigen Fusselrolle hast Du es bei langfelligen Vierbeinern etwas leichter, die Viecher aufzuspüren.

Übrigens kannst Du bereits Welpen impfen lassen. 90% der hiesigen Krankeitsstämme für Borreliose sind damit abgedeckt. Sie muss aber jedes Jahr aufgefrischt werden.

Tipp: Hat Dein Hund langes Fell oder geht gerne ins Wasser, kannst Du ein Zeckenhalsband auch klein schneiden. Stecke die Stücke in ein Säckchen, das Du sodann am Halsband befestigst. Dieses lässt sich immer schnell abnehmen, der Hund kann baden und im Fell verfängt sich nichts. Viele Präparate sind gleichzeitig gegen Flöhe und Milben wirksam. So brauchst Du nicht unnötig viele Produkte zu kaufen.

Zecke auf einem Blatt hinter einem Wassertropfen

Zecken bei Hunden entfernen

Mit einer Zeckenzange oder einer Zeckenkarte lassen sich die Blutsauger einfach entfernen. Achte darauf, das gesamte Beißwerkzeug mitzuentfernen. Die Bissstelle muss desinfiziert werden. Beobachte die Stelle und die Haut drumherum. Wenn sich Veränderungen wie rote Kreise zeigen, bring Deinen Liebling zum Tierart.

Zecken bei Katzen entfernen

Bei Katzen funktioniert die Zeckenentfernung genauso. Nur lassen Katzen sich das oft weniger gerne gefallen. Besonders oft befallen sind die Achseln und der Bauch. Die Blutsauger beißen am liebsten da, wo der Körper am besten durchblutet ist.

Bedenke auch, dass nur weil eine Zecke bereits gesaugt hat und abgefallen ist, sie nicht ungefährlich wird. Nach einiger Zeit ist sie wieder geschrumpft und sucht einen neuen Wirt. Darum musst Du auch die abgepflückten Exemplare gut entsorgen.

Zecke auf einer Handfläche

Hausmittel gegen Zecken

Auch, wenn viele Tierhalter zum Wohle der Gesundheit auf chemische Produkte verzichten, ist die Wirkung von Hausmitteln gegen Zecken nicht bewiesen. Angeblich sollen Leinöl, Knoblauch oder Kokosöl abschreckend wirken. Vielleicht sind es dann ein paar weniger, aber Du solltest Hausmittel gegen Zecken mit Vorsicht anwenden. Denn die Hausmittel wirken vielleicht nicht.

Beliebt sind außerdem Öle mit angeblich natürlichen Stoffen, die Zecken abschrecken sollen. Die Wirksamkeit ist nicht belegt.
Das Gleiche gilt für die zusätzliche Gabe von Vitamin B. Es soll für ein Hautmilieu sorgen, welches die Parasiten nicht mögen.

Ebenfalls spannend: Bernsteinhalsbänder. Durch Duftstoffe und magnetische Felder sollen sie Zecken abhalten. Eine echte Wirkung ist nicht wissenschaftlich allerdings belegt.

Greife lieber zu wirksamen und zuverlässigen Präparaten und schütze Dich und Deinen Fellfreund so gut es geht. Zecken im Frühling können Dir sonst ordentlich den Spaß am schönen Wetter vermiesen.

Bildquelle:

  • Zecke neben einem Käfer: ©Spektrum78 - Pixabay.com
  • Zecke auf einem Polstergrund: ©makamuki0 - Pixabay.com
  • Zecke auf einem Blatt hinter einem Wassertropfen: ©Meli1670 - Pixabay.com
  • Zecke auf einer Handfläche: ©Catkin - Pixabay.com
  • Schwarzer Hund liegt in der Wiese: ©Pixabay