Angst – was bedeutet das eigentlich?

Angst ist eine körperliche Reaktion auf eine wahrgenommene Gefahr. Der Körper stellt sich blitzartig darauf ein zu flüchten. Zuerst wird das Tier immer versuchen zu flüchten und damit die Distanz zu der wahrgenommenen Gefahr zu vergrößern. Ist dies nicht möglich versucht das Tier, die Gefahr zu vertreiben. Angst geht immer mit Stress einher. Angst bei Tieren macht sich durch unterschiedliche Symptome bemerkbar. Dies können eine gesteigerte Atem- und Herzfrequenz, Durchfall, Muskelzittern, Bellen, Miauen oder Beißen in Gegenstände sein. Auch Übersprunghandlungen, wie Schütteln, Gähnen, Kratzen oder Lecken sind möglich. Bei manchen Tieren äußert sich die Angst in Unsauberkeit, Fellverlust durch Stress oder übertriebene Fellpflege. Einige Tiere verstecken sich. Die Symptome sind vielfältig und wenn Du Dein Tier kennst, merkst Du die Angst sehr schnell. Du solltest Dein Tier während Silvester nie alleine zuhause lassen.

Hilfe für Hunde

Bereits an den Tagen vor dem Jahreswechsel musst Du sehr wachsam sein auf Deinen Hunderunden. Die Knallerei fängt bedauerlicherweise nicht erst an Silvester an. Das bedeutet auch, dass Du einige Tage nach Silvester bei den Spaziergängen mit Deinem Liebling sehr aufmerksam sein solltest. Querfliegende Böller könnten Deinen Hund verletzen. Falls er dazu neigt, alles zu fressen, was auf der Straße liegt, ist Vorsicht geboten. Herumliegende Böller sind gefährlich und wenn sie gefressen werden auch giftig. Lass Deinen Hund während dieser Zeit angeleint. Du vermeidest so auch, dass er erschrickt und eventuell wegläuft. Und es ist extrem schwierig Deinen Hund an diesen Tagen wieder zu finden. Mach nach Möglichkeit Deine Spaziergänge auf Wegen, die Dein Hund kennt und auf denen er sich sicher fühlt. Hunderunden in der Dunkelheit solltest Du vermeiden. Dein Vierbeiner ist im Dunklen schreckhafter und siehst auch nicht alles, was so auf dem Boden rumliegt.

Du solltest Deinen Hund während des Jahreswechsels niemals alleine lassen. Das ist schon die wichtigste Hilfestellung, die Du Deinem Liebling geben kannst. Hat Dein Hund keine Angst an Silvester, so empfiehlt es sich, ihm die Gelegenheit zu bieten, die Knallerei mit etwas Positivem zu verknüpfen. Das bedeutet, wenn es draußen laut wird und knallt, regnet es in der Wohnung Leckerlis. Das ist übertrieben formuliert, aber der Hund lernt so, dass Knallen einen positiven Nebeneffekt hat. Er bekommt Leckerlis. Ablenken ist ebenfalls eine hilfreiche Methode. Denken verhindert Panik. Also spiel mit Deinem Hund oder lass ihn seine Lieblingstricks zeigen. Du selbst solltest natürlich gute Laune haben, da sich Deine Stimmung auch auf Deinen Hund überträgt. Der Jahreswechsel wird so zu einem positiven Erlebnis für Deinen Liebling. Die Wahrscheinlichkeit, dass er keine Angst entwickeln wird, ist sehr hoch.

Lange Zeit wurde Hundebesitzern geraten, Hunde die Angst haben auf keinen Fall zu trösten. Trösten im menschlichen Sinn ist sicher die falsche Lösung. Du bestätigst, dass die Angst berechtigt ist. Die Verhaltensbiologie hat mittlerweile herausgefunden, dass es in der Tierwelt eine besondere Form des „Tröstens“ gibt, die soziale Unterstützung. Der Social Support ist wichtig und wenn Dein Hund Deine Nähe sucht, dann schicke ihn nicht weg und ignoriere ihn auch nicht. Ein derartiges Verhalten zerstört eure Beziehung. Die körperliche Nähe hilft Deinem Liebling. Sie ist Zuwendung und in der Tierwelt ein Zeichen für ein kooperatives Verhalten in der Gruppe. Alleine diese Nähe lässt den Blutdruck und die Herzfrequenz sinken. Der Spiegel der Stresshormone wird ebenfalls gesenkt. Nicht jeder Hund sucht die Nähe zu seinem Besitzer, wenn er tut, solltest Du sie gewähren.

Hunde, die bereits Angst haben, sollten die Möglichkeit erhalten sich zurückzuziehen. Schließe die Fenster, lass die Rollläden herunter und lass Musik laufen. Gewähre Deinem Hund Zugang zu dem Ort, an dem er sich sicher fühlt. Das kann der Keller, unter dem Bett oder notfalls auch unter Deiner Bettdecke sein. Bleibe selbst so gelassen wie irgendwie möglich. Du bist nun für Deinen Liebling der Fels in der Brandung. Dein vierbeiniger Freund orientiert sich an Dir. Wenn es möglich ist, versuche, Deinen Hund mit Suchen und Sammeln zu beschäftigen, während es draußen knallt. In der Silvesternacht darfst Du auch die schweren Geschütze auffahren, also Fleischwurst, Wienerchen oder was immer Dein Vierbeiner liebt. Bei extremen Angsthäschen solltest Du in Absprache mit Deinem Tierarzt im Notfall zu einem Medikament greifen. Grundsätzlich darf jedoch keine Eigenmedikation erfolgen, das kann lebensgefährlich werden für Deinen Liebling! Homöopathische Mittel, ein Thundershirt oder Pheromone können hilfreich sein. Sprich mit Deinem Tierarzt, Du kennst Deinen Hund am besten.

Nach Silvester ist vor Silvester und das bedeutet Du hast ausreichend Zeit Deinen Hund mit einer entsprechenden Verhaltenstherapie auf den kommenden Jahreswechsel vorzubereiten.

Hilfe für Katzen

Die beste Hilfe für Katzen ist ein Rückzugsort, an dem sie sich sicher fühlen. Auch hier gilt, so gut wie möglich abschirmen. Lass die Rollläden herunter, schließe die Fenster und mach Musik an. Einige Katzen lassen sich durch Spielen ablenken, aber eben nicht alle. Ist Deine Katze normalerweise Freigänger, solltest Du sie während, vor und nach dem Jahreswechsel im Haus lassen. In der Silvesternacht sowieso, da Katzen bei Lärm schnell erschrecken und weglaufen. Unter Umständen werden sie dann in ihrer Panik auch von einem Böller oder einem Auto erwischt. Allerdings musst Du daran denken, ausreichend Katzentoiletten für diese Zeit im Haus oder in der Wohnung aufzustellen. Falls Deine Katze Deine Nähe sucht, solltest Du sie ihr auf jeden Fall gewähren. Behalte die übliche Routine bei, das heißt, die Futterzeiten und alles, was Du sonst so machst. Auch Katzen spüren schnell, wenn Du nervös oder aufgeregt bist. Also behalte Deine gute Laune und vermittle Deinem Liebling, dass alles genauso wie immer ist. Bei extrem ängstlichen Tieren solltest Du mit Deinem Tierarzt sprechen, ob eventuell ein Medikament in Frage kommt. Auch hier gilt, unter keinen Umständen eine Eigenmedikation einsetzen. Das kann lebensbedrohlich für Deine Katze werden.

Hilfe für Kaninchen & Co.

Bei Kaninchen & Co. empfiehlt es sich, die Tiere in ihrer gewohnten Umgebung zu lassen. Hier fühlen sie sich sicher und geborgen. Leben Deine Kaninchen in einem Außengehege solltest Du das Gehege von oben und an den Seiten schützen. Das hilft ein wenig gegen den Lärm. Vor allem schützt es die Tiere jedoch für Böllern und anderen Feuerwerksgegenständen. Versteckmöglichkeiten sollten vorhanden sein, das gilt für Innen- und Außenhaltung. Innen kannst Du Kaninchen & Co abschirmen, indem Du die Fenster schließt und die Rollläden herunterlässt. In einigen Fällen sind eventuell Medikamente erforderlich, allerdings sollten diese ausschließlich nach Rücksprache mit dem Tierarzt eingesetzt werden. Bei Eigenmedikation besteht Lebensgefahr für Kaninchen & Co.

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  • silvester-tier: 131411158 - ©jozsitoeroe - AdobeStock