So gebären Katzen

Katzen können etwa zwei Mal im Jahr Babys bekommen. Die Trächtigkeit dauert bei einer Katze um die 64 bis 69 Tage. Die Rechnung beginnt ab dem Tag der ersten Deckung. Auch wenn die Katzenbabys am 60. oder 70. Tag zur Welt kommen, ist dies noch im absolut normalen Rahmen und kein Grund zur Sorge. Die Geburt selbst kann bei Katzen und Hunden in drei Phasen unterteilt werden und zwar in die Vorbereitungsphase, die Austreibungsphase und die Nachgeburtsphase.

Die Vorbereitungsphase

Die Vorbereitungsphase wird auch häufig als sogenannte Eröffnungsphase bezeichnet. In diesem Stadium weitet sich der Geburtskanal, so dass die Katzenbabys diesen später passieren können. Äußerlich macht sich diese Phase nicht sehr stark bemerkbar. Nur am Verhalten der werdende Katzenmama lässt sie sich ein wenig ablesen, da diese meist etwas unruhig wird und nervös durch die Gegend läuft. In dieser Phase setzen auch die ersten Wehen ein. Es kann auch durchaus vorkommen, dass die Katze ein paar Mal zur Katzentoilette geht, ohne dass sie ihr Geschäft verrichtet. Irgendwann wird sie sich in ihre Wurfkiste oder an einen anderen Ort begeben, wo sie ihre Jungen gerne zur Welt bringen möchte. Des Weiteren kann sich etwas Scheidenausfluss bemerkbar machen.

Austreibungsphase

Auf die Vorbereitungsphase folgt die Austreibungsphase, sprich die Geburt. In dieser Phase nehmen die Wehen stark zu, so dass die Katzenbabys problemlos durch den Geburtskanal befördert werden können. Das Zusammenziehen und Ausdehnen der Bauchmuskulatur, bedingt durch die Wehen, ist nun auch von außen zu erkennen. Dabei tritt auch erstes Fruchtwasser aus, wobei es sich um eine dunkle Flüssigkeit handelt, die das Junge umgibt. Irgendwann kommt dann die Fruchtblase zum Vorschein, in der sich das Junge befindet. Einige Babys kommen zuerst mit dem Kopf und andere zuerst mit den Beinen zur Welt. Auch bei letzterem muss man sich keine Sorgen machen, da dies ganz normal ist. Die Geburtsphase kann zwischen 2 und 24 Stunden dauern. Meistens kommen die Kätzchen mit einem Abstand von etwa 30 bis 45 Minuten zur Welt. Genauso wie beim Menschen kann die Dauer natürlich individuell variieren.

Nachgeburtsphase

Direkt nach der Geburt leckt die frisch gebackene Mama ihre Katzenbabys sauber, um sie von der Fruchtblase zu befreien. Die Nabelschnur beißt sie durch. Besonders wichtig ist hier, dass die Katzenmama das Mäulchen und das Näschen von ihren Katzenbabys ableckt, um Fruchtwasserrückstände zu entfernen. Gleichzeitig dient dieser Vorgang dazu den Atemreflex zu stimulieren. Hier sollte man darauf achten, dass die Fruchtblase vollständig entfernt ist, damit die Katzenbabys frei atmen können. Ist dies nicht der Fall, darf mithilfe eines feuchten Tuches ruhig etwas nachgeholfen werden. Nicht wundern sollte man sich darüber, dass die Katze die Nachgeburt frisst. Das ist ein ganz normales instinktives Verhalten. Pro Wurf bringen Katzen zwei bis fünf Babys zur Welt. Das Geburtsgewicht liegt meist bei um die 100 Gramm.

So gebären Hunde

Meist tritt die Geburtsphase bei einer Hündin am 63. Tag der Trächtigkeit ein. Grundsätzlich beträgt die Trächtigkeit bei einem Hund zwischen 61 und 65 Tage. Natürlich kann dies immer etwas variieren, was nicht weiter schlimm ist. Je nachdem um welche Hunderasse es sich handelt, variiert auch die Anzahl der Welpen. Kleinere Hunderassen gebären in der Regel 3 bis 4 Welpen pro Wurf, wobei größere Hunderassen durchaus bis zu 9 in einem Wurf zur Welt bringen können.

Vorbereitungsphase

Die Vorbereitungsphase macht sich meist schon zwei Tage vor der Geburtsphase durch klare Anzeichen bemerkbar, die je nach Charakter des Hundes, mal stärker und mal schwächer ausgeprägt sein können. Viele Hündinnen zeigen Anzeichen, wie häufiges Urinieren, Unruhe und das Scharren in der Wurfkiste. Meist sind sie dann auch besonders anhänglich. Sehr sichere Zeichen, dass die Geburtsphase bald eingeleitet wird, sind ein immer häufiger werdendes Lecken der Vulva, schleimiger Auswurf, das Einfallen der Flanken, eine rasche Atmung sowie Hecheln und Zittern. In dieser Phase verweigern die Hündinnen in der Regel das Futter. Die Körpertemperatur sinkt außerdem etwas ab. Es gibt auch Hündinnen, die in dieser Phase winseln.

Eröffnungsphase

Die Eröffnungsphase beginnt in der Regel um die 13 Stunden vor der eigentlichen Geburtsphase. Erkennbar ist sie nicht. In dieser Phase erschlaffen die Beckenbänder, es schießt Milch ein und die Geburtswege weiten sich. Ausgelöst wird dieser Vorgang vom Hormon Oxytocin. Nun nehmen auch die Wehen langsam immer stärker zu.

Austreibungsphase

In der Austreibungsphase kommen die Jungen zur Welt. Die Geburt kann durchaus 3 bis 12 Stunden dauern. Wenn der Gebärmutterhals vollständig geöffnet ist, werden auch die Wehen stärker, so dass die Kontraktionen in der Bauchgegend nun deutlich erkennbar sind. Des Weiteren ist ein klarer Ausfluss zu erkennen. In der Regel kommt der erste Welpe dann nach 20 bis 30 Minuten. Ob der Welpe mit dem Kopf oder mit den Füßen zuerst kommt, spielt anders wie beim Menschen, keine große Rolle. Meist kommen die Welpen in einem Abstand von 20 Minuten. Es können aber auch durchaus Stunden dazwischen liegen. Meistens ruhen sich die Hündinnen zwischen den Welpen etwas aus. Sollte die Ruhephase mehr als zwei Stunden andauern, sollte man den Tierarzt darüber informieren. Auch Hunde befreien ihre Welpen eigenständig von der Fruchtblase und beißen die Nabelschnur durch. Gleichzeitig sorgt das Lecken dafür, dass der Kreislauf vom Welpen angeregt wird.

Nachgeburtsphase

Die dritte und letzte Phase wird als Nachgeburtsphase bezeichnet. In dieser Phase scheidet die Hündin die Nachgeburt aus, welche sie in der Regel sofort frisst. Auch wenn dies viele Hundehalter zunächst beunruhigt, ist es ein ganz normaler Vorgang. Die Nachgeburt enthält nämlich wichtige Vitamine und Hormone, die unter anderem die Milchbildung fördern. Beachten sollte man allerdings, ob auch alle Nachgeburten, sprich eine pro geborenem Welpe, abgegangen sind. Wenn eine Nachgeburt in der Hündin verleibt, wird die Entstehung von Infektionen gefördert. Wer sich unsicher ist, sollte die Hündin zeitnah von einem Tierarzt begutachten lassen.

So helfe ich meinem Haustier

Unabhängig davon ob es sich um eine Hunde- oder Katzengeburt handelt, sollte man wirklich nur dann eingreifen, wenn es wirklich notwendig ist. Katze und Hund wissen instinktiv was zu tun ist und benötigen keine Unterstützung. Wichtig ist in beiden Fällen, dass eine Wurfbox zur Verfügung gestellt wird. Es gibt allerdings ein paar Situationen in denen Hilfe durchaus erlaubt ist.

Hund

Nach der Geburtsphase kann die erste Runde Gassi gegangen werden, damit sich die Hündin erleichtern kann. Sollten die Welpen eine Stunde nachdem sie das Licht der Welt erblickt haben noch immer nicht an die Milchbar der Mutter gegangen sein, solltest Du etwas nachhelfen und sie an die Zitzen der Mutter legen. Sollte die Hündin nach der Geburtsphase noch immer pressen und sich nicht für ihre Welpen interessieren, ist es dringend anzuraten einen Tierarzt zu rufen.

Katze

Leider können bei einer Katzengeburt auch Komplikationen auftreten. Bei folgenden Warnsignalen sollte man sofort einen Tierarzt zu Rate ziehen. Dies wird zum Beispiel dann erforderlich, wenn nach zweistündigem Pressen noch immer kein Katzenbaby geboren ist, wenn das Fruchtwasser einen übelriechenden Geruch aufweist, wenn die Katzenmama starke Blutungen hat und apathisch wirkt. Weitere Warnzeichen sind eine ungewöhnlich ruhige Katze und wenn die Katzenbabys nach der Geburt nicht ausreichend von der Mutter versorgt werden oder einen sehr schwachen Eindruck machen.

Bildquelle:

  • weißer-hund-weiße-katze: ©Pixabay.com