Vielen Studenten die bereits im Kindesalter mit einem Hund aufgewachsen sind, wünschen sich auch während des Studiums einen tierischen Begleiter. Doch während dieser Zeit wollen Bücher gekauft werden, der Wäscheberg muss beseitigt werden und das Bankkonto präsentiert sich häufig mit gähnender Leere. Unter diesen Umständen erscheint es natürlich unmöglich, einen Hund zu halten und sich um das Tier verantwortungsbewusst zu kümmern. In diesem Ratgeber wollen wir herausfinden, ob es dennoch möglich ist, sich als Student für eine haarige bessere Hälfte zu entscheiden.

Kleine Bude? Kein Problem!

Die Couch dient zugleich als Bett, am Schreibtisch wird auch schon mal gegessen und die Kochnische befindet sich mitten im Raum. Ganz klar, in diesen Räumlichkeiten kann nur ein Student hausen. Da stellt sich natürlich die Frage, wie viel Platz der Hund letztendlich braucht. Hier lässt sich eindeutig sagen: Der Platz ist irrelevant wenn es um die Hundehaltung während des Studiums geht. Schließlich ist es viel wichtiger, dass der Hund draußen zu seinem Auslauf kommt. Das Platzangebot in der Studentenbude ist deshalb nebensächlich. Der Hund wird schon eine Ecke finden, in welcher er es sich gemütlich macht. Und wenn Du gerade in der Uni bist, kannst Du wohl auch davon ausgehen, dass Dein Bett dafür herhalten muss.

Zeitaufteilung

Der Vorteil des Studiums bezieht sich gegenüber einem Vollzeitjob ganz klar auf die flexible Freizeitgestaltung. Während der vorlesungsfreien Zeit und der Prüfungsphasen während des Studiums, ist es für die Studenten möglich, sich zu Hause aufzuhalten, um zu lernen. Da bieten sich natürlich gute Gelegenheiten, viel mit dem Hund rauszugehen. Inzwischen erlauben sogar viele Universitäten das Mitbringen des Hundes, sodass dieser seinem Zweibeiner im Hörsaal Gesellschaft leitet. Es ist deshalb sinnvoll sich vor dem Studium umzuhören, ob die ausgewählte Uni dazugehört.

Du solltest Dich ebenfalls darauf einstellen, dass Spaziergänge nicht geskippt werden können. Wenn du also abends feststellst, dass es schon recht spät ist, dann ist es für Deinen Vierbeiner noch lange nicht zu spät, um rauszugehen. Schließlich ist Dein Hund darauf angewiesen, sein Geschäft nur dann verrichten zu können, wenn Du entschieden hast, mit ihm rauszugehen. Und das sollte drei- bis viermal pro Tag der Fall sein. Du solltest Dich also unbedingt darauf einstellen, dass Du Spaziergänge zu den unmöglichsten Zeiten und in den unmöglichsten Situationen absolvieren musst. Zum Beispiel wenn du erkältet ist und eigentlich lieber im Bett liegen würdest.

Der Spaziergang mit Deinem Vierbeiner kann sich während deines Studiums aber auch sehr praktisch erweisen. Schließlich hat frische Luft noch niemandem beim Lernen geschadet. Du könntest dir also Lernkarten beschriften und diese dann zum Gassigehen mit nach draußen nehmen. Dann hast Du ebenfalls etwas zu tun, wenn dein Hund über die Wiese tobt. Du nutzt die Zeit dann einfach, indem Du Dich Deinen Lernkarten widmest und dich in deinem Studium voranbringst.

Kosten

Ein Hund kostet Geld, keine Frage. Und ausgerechnet das Geld sitzt bei Studenten nun nicht unbedingt locker. Deshalb ist Sparen während des Studiums das oberste Gebot. Wirft man einen Blick auf die monatlichen Kosten für Hundefutter und Leckerlis, so halten sich diese mit etwa 30 bis 40 EUR noch in Grenzen. Der Traum eines Vierbeiners während des Studiums rückt damit in greifbare Nähe. Doch anders sieht die Sache bei der Erstausstattung aus. Leine, Geschirr, Körbchen, Spielzeug und Näpfe können im Fachgeschäft schon mal ordentlich ins Geld gehen.

Und noch schlimmer wird es dann beim Tierarzt. Da sind mehrere Hundert Euro für ein MRT keine Seltenheit. Bei einem jungen und gesunden Hund, mag sich das alles noch nicht so dramatisch anhören. Wobei auch die jährliche Impfung welche der Hund unter anderem zur Vorbeugung von Zwingerhusten braucht, mit ca. 40 bis 80 EUR nicht gerade günstig ist. Dasselbe gilt für das Krallenschneiden. Auch diese Leistung lässt sich der Tierarzt entsprechend bezahlen. Wer diesen Aufwand nicht betreiben möchte und die Krallen des Vierbeiners lieber selbst in regelmäßigen Abständen stutzen will, spart zwar die Ausgaben beim Tierart, muss aber zunächst etwas Geld für eine entsprechende Krallenzange investieren. Zudem muss das Krallenstutzen gekonnt sein, da sich in den Krallen der Tiere Blutgefäße befinden. Diese sollten natürlich nicht verletzt werden, weshalb die Kralle nicht zu kurz gestutzt werden darf. Richte Dich auch darauf ein, dass Dein Hund definitiv keine Lust auf das Krallenschneiden haben wird und sich dementsprechend dagegen wehren wird. Das macht den Prozess nicht gerade leichter.

Verantwortungsbewusstsein

Ganz gleich ob als Student oder als Arbeitnehmer: Wer sich einen Hund ins Haus holt, muss sich verantwortungsvoll gegenüber dem Tier verhalten. Wenn sich also ein langer Tag an der Uni dem Ende zuneigt und die Kommilitonen noch etwas trinken gehen wollen, dann musst Du als Hundebesitzer auch mal „nein“ sagen können. Schließlich wartet Dein Vierbeiner sehnsüchtig auf Dich, um Gesellschaft zu haben und vor allem, um sich seinen Spaziergang und die damit verbundene Entleerung einzufordern. Du solltest Dir dieser Verantwortung bewusst sein und Dich auf direktem Wege nach Haus begeben.

Der Rückhalt in der Familie

Ein Hund soll in erster Linie Freude bereiten, ein treuer Wegbegleiter sein und Dich mit seiner Loyalität und seiner Liebe überhäufen. So weit, so gut. Dennoch bedeutet der Hund immer wieder Verzicht. Zwar muss man sich als Student ohnehin in allen erdenklichen Bereichen einschränken, jedoch wirst Du früher oder später in die Situation kommen, Dir auch mal etwas gönnen zu wollen. Sei es, weil Du eine Zwischenprüfung bestanden hast, weil ein Semester abgeschlossen wurde, oder einfach nur so mal zwischendurch. Und auch wenn Feiern nicht Dein Ding ist, wirst Du irgendwann nicht drum herum herumkommen, mit deinen Kommilitonen anzustoßen. Dann ist es wichtig, dass Du eine Familie hinter Dir hast, welche sich auch mal um Deinen Vierbeiner kümmert. Bevor Du Dir also einen Hund während des Studiums zulegst, solltest Du sicherstellen, das Deine Familie zu 100 Prozent hinter dieser Entscheidung steht.

Ein Blick in die Zukunft

Wenn Du an die Anschaffung eines Hundes während des Studiums denkst, wirst Du Deinen Blick auch mal Richtung Zukunft schweifen lassen. Schließlich ist die Hundehaltung während des Studiums nicht einfach. Doch wie sieht es eigentlich aus, wenn das Studium vorbei ist und Du dann arbeiten gehst? Lässt der Beruf welchen Du Dir ausgesucht hast, überhaupt einen Hund zu? Hier wären wir dann wieder beim Zeitmanagement. Es gibt durchaus Berufe die prädestiniert sind, einen Hund zu halten. Zum Beispiel wenn Du später als Lehrer/in arbeiten willst. Dann kannst Du davon ausgehen, dass du mittags beziehungsweise am frühen Nachmittag wieder zu Hause bist, um mit dem Hund rauszugehen.

Auch wenn ein Hund jede Menge Verzicht und Aufwand bedeutet, so ist die Haltung im Studium grundsätzlich möglich. Schließlich haben es auch schon viele andere Studenten vor dir geschafft, ihr Studium mit einem Hund zu meistern. Denn auch wenn die Anschaffung eines Hundes gut überlegt sein will, so sollten wir natürlich auch die Vorteile nicht aus den Augen verlieren, welche ein Hund mit sich bringt. So leistet der flauschige Vierbeiner Gesellschaft, bietet Unterhaltung und sorgt dafür, dass Du während der ganzen Lernerei auch mal raus an die frische Luft kommst.

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