Der Winter ist für Vögel eine besonders harte Zeit, da sie nur wenig Futter finden. Vor allem bei einer geschlossenen Schneedecke ist es wichtig die Tiere zusätzlich zu füttern. Bei der Fütterung musst Du allerdings darauf achten, das richtige Futter zu verwenden, damit Du den Tieren auch wirklich hilfst und sie gut über den Winter kommen.

Welches Futter kann ich bedenkenlos geben?

Im Handel gibt es einiges an Vogelfutter zu kaufen, doch nicht immer eignet sich dies auch für die Fütterung von Wildvögeln. Es ist wichtig dass Du Ihnen Futter anbietest, dass sie auch in der Natur vorfinden würden. Nicht nur eine geeignete Futterauswahl ist wichtig, sondern vor allem ein regelmäßiges Angebot. Im Schnitt verbraucht ein Vogel pro Nacht 1/3 seines Körpergewichtes, damit er die kalten Temperaturen überstehen kann. Am nächsten Morgen braucht er dann möglichst schnell wieder Nahrung. Ist ein Tier an eine Futterstelle gewöhnt und die ist plötzlich leer, kann dies den Tod des Tieres bedeuten.

Achte Darauf im Winter Fettfutter gemischt mit Körnern zu geben, oder das Fett in einem eigenen Behälter zur Verfügung zu stellen. Dieses brauchen Vögel im Winter um Ihre Fettreserven wieder aufzufüllen, da der Fettverbrauch in der kalten Jahreszeit sehr hoch ist. Mischt Du das Fettfutter selbst, achte darauf, dass Du ungesalzene Fette verwendest. Ideal sind heimische pflanzliche Öle, wie Sonnenblumenöl, dass die Tiere auch in Form von Körnern in der Natur vorfinden.

Futterarten

Beim Körnerfutter solltest Du den Tieren ein breites Angebot machen, damit möglichst viele unterschiedliche Arten angesprochen werden. Vögel werden in Weichfresser und Körnerfresser unterteilt. Zu den Weichfressern gehören Wintervögel wie Amseln, Buntspechte oder Rotkehlchen. Sie können harte Körner nicht essen, da ihre Schnäbel nicht auf das Aufpicken von Körnerhüllen ausgerichtet sind. Geeignet für Weichfresser sind verschiedene Insekten, die Du bereits fertig im Handel kaufen kannst. Neben Insekten, die in fertigen Mischungen enthalten sind, kannst Du auch Nüsse, wie geknackte Walnüsse, aufgeschnittene Äpfel oder Dörrobst anbieten. Ideal sind auch Haferflocken, die mit Fett gemischt werden.

Bei den Körnerfressern ist die Wahl etwas einfacher, denn sie bevorzugen unterschiedliche Samen. Besonders hoch im Kurs stehen Sonnenblumenkerne und Samen von Weizen, Hafer oder Hanf. Sie mögen wie Weichfresser auch unterschiedliche Nüsse, beim Kauf musst Du aber darauf achten, dass die Nüsse immer ungesalzen sind. Sogar Kürbiskerne picken sie gerne auf. die Kerne verarbeiteter Kürbisse musst Du somit nicht mehr in den Bio-Müll werfen, sondern kannst sie getrocknet in die Futterstelle streuen.

Für Vögel gibt es auch ungeeignetes Futter, wozu in erster Linie Brot gehört. Brot ist ein sehr guter Nährboden für Bakterien und kann im Magen der Tiere zu gären anfangen, was im schlimmsten Fall deren Tod bedeutet. Generell sind Essensreste nicht als Vogelfutter geeignet.

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Auf was muss ich achten?

Bei der Fütterung von Vögeln musst Du vor allem auf die Hygiene der Futterstelle achten. Futterhäuschen dürfen nicht mit Kot beschmutzt werden, denn dadurch können Krankheiten übertragen werden. Aus diesem Grund solltest Du Futter, das unter die Futterstelle gefallen ist, entsorgen, denn das Risiko einer Kontamination durch Kot ist in diesem Fall sehr groß. Im günstigsten Falle reinigst Du während der Fütterungsperiode immer wieder das Futterhäuschen. Einmal wöchentlich das Vogelhäuschen mit kochend heißem Wasser zu säubern ist bereits ausreichend um Keime und Bakterien weitgehend zu beseitigen.

Wenn der Winter extrem ist, dann herrscht auch großes Gedränge an den Futterstellen. Damit es nicht zu Streitereien bei den Tieren kommt und auch jeder ausreichend Futter erhält, kannst Du mehrere kleinere Futterstellen anbringen. Dies hat den Vorteil, dass Du die Futterstellen mit unterschiedlichem Futter für Weich- und Körnerfresser bestücken kannst und ihnen damit ein großes Angebot an unterschiedlichem Futter machst.

Der richtige Ort für Futterstellen

Bei der Platzierung der Futterstelle ist primär darauf zu achten, dass sie sicher vor Katzen ist. Aber auch andere Tiere, wie Ratten können zu einem Problem für Futterstellen werden. Die Futterstellen sollten daher nicht nur weit genug von Glasflächen wie Fenstern stehen, damit die Vögel nicht versehentlich dagegen fliegen, sondern auch so angebracht werden, dass andere Tiere nicht dran kommen.

Ideal wäre es, wenn Du den Vögeln bereits natürliches Futter im Garten zur Verfügung stellst. Von einer Wildstrauchhecke profitieren Vögel das ganze Jahr über. Im Frühjahr bietet sie ihnen wichtige Nistplätze und im Herbst und Winter werden sie mit geeignetem Futter versorgt. Passend für Vögel sind Sträucher wie Holunder, Eberesche oder der Weißdorn. Haselnusssträucher und Walnussbäume, bei denen die Nüsse nicht geerntet werden, bieten Vögeln ebenfalls eine wertvolle Futterquelle.

Sollte sich trotz eines attraktiven Futterangebots kein Vogel an Deiner Futterstelle zeigen, ist das kein Problem. Dies bedeutet häufig, dass die Vögel eine attraktivere Futterquelle haben. Das können natürliche Quellen wie Heckensträucher sein, aber auch Futterstellen, die sich näher an ihren bevorzugten Revieren befinden. Wenn Du einmal eine Futterstelle aufgestellt hast, solltest Du diese weiterhin betreuen, selbst wenn sie noch nicht so gut besucht ist. Oft dauert es mehrere Jahre, bis Vögel eine Futterquelle annehmen.

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