Können Hunde Selbstmord begehen? Und wenn ja, wieso tun sie das? Antworten auf diese brisanten Fragen sind im kleinen schottischen Städtchen Dumberton – 30 km von Glasgow entfernt – zu finden.

Am Rande des Ortes führt eine schmale Straße den Berg hinauf zu einer viktorianischen Steinbrücke aus dem 19. Jahrhundert. 15 Meter über dem Bach Spardie Linn verläuft die Brücke. Nichts ungewöhnliches könnte man meinen – ein verregneter, ländlicher Ort in Großbritanien.


Hunde werden schon beim Betreten der Brücke nervös

In Schottland ist die eben erwähnte Overtoun-Brücke nämlich als „Hunde-Suizid-Brücke“ bekannt. Über 600 Hunde sollen sich in den vergangenen 70 Jahren dort in die Tiefe gestürzt haben – rund 50 von ihnen starben laut Zeitungsberichten. Anscheinend springen die Hunde immer von der selben Stelle. Hundebesitzer erzählen immer wieder davon, dass die Tiere nervös werden, sobald sie die Brücke betreten. Selbst angeleinte Hunde rissen sich los und setzten vom Rand der Brücke zum Sprung an.

Selbiges berichtete vor Kurzem auch Alice Trevorrow über ihren Spaniel Cassie „Sobald wir aus dem Auto ausgestiegen waren, stürmte sie los. Auf einmal blieb sie wie festgenagelt stehen, die Augen gen Himmel gerichtet. Dann rannte sie weiter und sprang über den rechten Rand der Brücke“ sagte sie der „Daily Mail“. Cassie hatte Glück, sie überlebte den Sturz, erlitt nur Verletzungen.


„Hunde haben keinen Grund Suizid zu begehen“

Als einzige logische Erklärung galt bisher, dass unter der Brücke viele Nerze leben, die einen speziellen Geruch verbreiten sollen, der Hunde anzieht. Laut dem Hundeverhaltensexperten Stan Rawlinson sind es die kleinen Pelztiere, die die Hunde zum springen verleiten: „Hunde können nicht an die Zukunft denken, sie haben keinen Grund Suizid zu begehen. Sie wollen lediglich die Nerze jagen. Dabei denken sie, dass die Brücke nur ein kleines Hindernis ist, über das sie drüberspringen können.“

Dieser These widerspricht allerdings der einheimische Jäger John Joyce, der behauptet, dass er in seinem ganzen Leben noch keinen einzigen Nerz in der Gegend gesehen habe.

Andere glauben an übernatürliche Kräfte. Den Geist einer Frau wollen verschiedene Spaziergänger immer wieder auf der Brücke gesehen haben. Der Philosophielehrer Paul Owens, der ein Buch über die Overtoun Bridge schrieb, behauptet, er habe die übernatürlichen Kräften am eigenen Leib dort gespürt: „Als ich auf der Brücke stand, versuchte mich etwas herunterzuschubsen, genau wie die Hunde“ erklärte er der Zeitung „Mirror“.


1994 beging ein Geisteskranker dort eine höllische Tat

Weltweite Schlagzeilen machten die Brücke 1994 als ein Familienvater seinen zwei Wochen alten Sohn die Brücke hinunter warf und anschließend selbst hinterher springen wollte – nur seine Frau konnte ihn davon abhalten. Vor Gericht gab der Mann an, dass er auf der Brücke spürte, dass sein Baby vom Teufel besessen sei – der Mann wurde in eine Anstalt für Geisteskranke eingewiesen.

Auch die keltische Mythologie hat eine Antwort auf die Selbstmord-Brücke parat. Die Gegend wird als „thin place“ (dünner Ort) bezeichnet. Damit ist gemeint, dass sich Diesseits und Jenseits sehr nahe sind. Ein Phänomen, welches Hunde womöglich eher spüren als Menschen.


„Falls es Geister doch gibt, würden Hunde sie sicherlich spüren.“

Hundeexperte Stan Rawlinson glaubt nicht an Geister, gibt aber zu: „Falls es sie doch gibt, würden Hunde sie sicherlich spüren.“

Das Rätsel um die Selbstmord-Brücke Overtoun Bridge bleibt also weiter offen. Doch Fakt ist, dass dieser Ort gefährlich für Hunde ist. Bis vor Kurzem warnte ein Schild die Hundebesitzer ihre Tiere anzuleinen – mittlerweile ist das Schild verschwunden.

Was ist Deine Meinung zu diesem Thema? Glaubt Du an Geister oder muss es hierfür eine logische Erklärung geben? 

Bildquelle:

  • Overtoun_bridge: © creepypasta.com
  • OvertounBridge: © Wikipedia
  • mink-1394881_960_720: © Pixabay
  • Overtoun-Bridge-in-Schottland-4: © South West News Service
  • Overtoun: © Daily Mirror