Ruhe, Bodenständigkeit und Harmonie. Für diese drei Eigenschaften steht die Schildkröte. Sie gilt als Symbol der Erde. Lange Zeit, als die Erde in der Auffassung der Menschen noch eine Scheibe war, nahmen diese an, eine Schildkröte trage die Welt auf ihrem Rücken. Schildkröten bevölkern die Erde seit ungefähr 250 Millionen Jahren. Damit sind sie dem Menschen mit seinen 2,4 Jahren weit überlegen. Aber nicht nur in diesem Punkt können die Schildkröten eine größere Anzahl an Jahren aufweisen. Auch das Alter der Schildkröten kann, je nach Art, das des Menschen weit übersteigen.

Schildkröten als Haustiere

Die interessanten Tiere haben längst auch Einzug in Gärten und Wohnzimmer gefunden. Wenn auch Du mit dem Gedanken spielst, einem Exemplar dieser sagenumwobenen Tierart ein Zuhause zu bieten, solltest Du jedoch einiges beachten. Allem voran steht das Alter, welches die Tiere erreichen können. Je nach Rasse können Schildkröten in Gefangenschaft 40 – 120 Jahre alt werden. Dabei gibt es zwischen den bisher 300 verschiedenen Arten natürlich einige Unterschiede. Allgemein gilt, dass kleinere Schildkröten eine geringere Lebenserwartung haben, als größere Arten. In jedem Fall solltest Du vor der Anschaffung von Schildkröten bedenken, dass diese Dich bis ins hohe Alter begleiten können und sogar dazu in der Lage sind, Dich zu überleben. Daher hast Du auch die Verantwortung dafür, Deiner Schildkröte in diesem Fall ein schönes Zuhause zu bieten.
Das schöne Zuhause ist ein Punkt, der sich in jedem Fall auf die Lebensdauer der Schildkröten auswirkt. Wie bei jedem Tier gilt: Je artgerechter die Haltungsbedingungen, desto älter werden Schildkröten. Trotz des vermeintlich schützenden Panzers, erfordert der Umgang mit Schildkröten hohe Sorgfalt, denn der scheinbare Schutz ist keineswegs ein Merkmal besonderer Robustheit. Dieses, für die Schildkröten typische, Körperteil ist kein Schutzschild, sondern der äußere Brustkorb der Tiere mit dazwischen hervorschimmernder Knochenhaut. Somit handelt es sich um eine sehr empfindliche Stelle, die nicht nachlässig oder gar grob behandelt werden darf. In keinem Falleignet sich die Schildkröte als Spielkamerad oder Schmusetier für Kinder.

Größe und Gewicht der Schildkröten

In Bezug auf Größe und Gewicht kann man Schildkröten nicht auf einen für alle Exemplare geltenden Wert beschränken. Je nach Rasse fallen diese Merkmale, wie auch das Alter, unterschiedlich aus. Das kleinste, je entdeckte Exemplar ist die Gesägte Flachschildkröte mit einer Panzerlänge von sieben bis neun Zentimeter. Ihr Gewicht beträgt lediglich 140 Gramm. Ihr gegenüber steht beispielsweise die Lederschildkröte, deren Panzer eine Länge von 240 Zentimetern erreichen kann und die mit ihren 860 Kilogramm ein wahres Schwergewicht ist. Bei letzterer Art handelt es sich jedoch um eine Wasserschildkröte, die die Hochsee beheimatet und sich daher kaum als Haustier eignet.

Landschildkröten

Hinsichtlich der Haltung und der Ernährung von Schildkröten, muss in erster Linie berücksichtigt werden, ob diese im Wasser oder an Land lebt. Vor der Anschaffung von Schildkröten solltest Du unbedingt entscheiden, welcher Art Du ein neues Zuhause bieten möchtest, um Deinem neuen Mitbewohner eine artgerechte Haltung gewährleisten zu können und somit ein Haustier zu haben, das Dich ein Leben lang begleiten wird.

Die richtige Umgebung

Landschildkröten findet man oft in viel zu kleine Terrarien gezwängt. Aber nur weil Schildkröten ein Symbol für Ruhe sind, heißt das lange nicht, dass sie wenig Platz braucht. Wenn Du Dich für Wohnungshaltung im Terrarium entscheidest, gilt die Vorgabe, dass dessen Länge die des Schildkrötenpanzers um das Achtfache überragt, während die Breite das Vierfache der Panzerbreite ausmachen sollte. Eine Wärmelampe, die kontinuierlich 35 Grad abgibt, darf im Terrarium nicht fehlen. Schildkröten lieben Abwechslung hinsichtlich der Einrichtung ihres Terrariums. Erde und Mulch geben die Grundlage für eine artgerechte Haltung. Strauchartige Pflanzen, sowie Steine und Hügel machen das Terrarium perfekt.
Besser als die Haltung im Terrarium eignet sich ein Freigehege. Der Boden sollte wie das Terrarium ausgestattet sein. Darüber hinaus brauchen Schildkröten sonnige Stellen, da sie ihre Körperwärme nicht selbst halten können und das lebenswichtige Vitamin D bilden müssen, welches sie für Stoffwechselvorgänge benötigen. Um die Tiere vor starken Wettereinflüssen zu schützen, muss das Gehege mit Rückzugsmöglichkeiten ausgestattet sein.
Worauf bei der Anschaffung einer Landschildkröte außerdem geachtet werden muss ist, dass diese eine Möglichkeit braucht, um ihren Winterschlaf halten zu können.

Ernährung von Landschildkröten

Die Ernährung ist ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, Deiner Schildkröte ein langes und gesundes Leben zu ermöglichen. Wer weiß, was sein Haustier in der freien Natur frisst, sollte ihm dies auch im Terrarium oder im Freigehege bieten. Bei Schildkröten zählen dazu keinesfalls vom Tierbedarf angebotene Futtermittel. Heu und frisches Gras sind am besten für sie geeignet und dürfen nicht fehlen, wenn sie als Haustiere gehalten werden. Grünes Gemüse vertragen die Schildkröten ebenfalls sehr gut, wie auch verschiedene Wildkräuter, wie Brennnessel und Löwenzahn. Viele Schildkrötenarten vertragen Obst meistens ohne Probleme. Walte hier jedoch mit Vorsicht und verwende Bananen, Erdbeeren und Co. lediglich als Leckerbissen, da sie im Übermaß zu Verdauungsproblemen und Durchfall führen können.

Wasserschildkröten

Wasserschildkröten können wie ihre Artgenossen an Land ebenfalls im Haus oder im Garten gehalten werden. Auch hier gilt es, den Schildkröten ausreichend Platz zu bieten. Wichtig ist außerdem, regelmäßig die Temperatur des Wassers zu überprüfen, um die Wasserschildkröten artgerecht zu halten. Im Terrarium muss den Wasserschildkröten sowohl ein Wasserbereich, als auch ein Landbereich und damit ein Sonnenplatz angeboten werden, der leicht zugänglich ist. Die Schildkröten werden sich hauptsächlich im Wasser aufhalten, welches regelmäßig gewechselt werden muss, da sie hier fressen und sich erleichtern. Auch verschiedene Pflanzen dürfen im Aquarium nicht fehlen.

Nahrung der Wasserschildkröten

Auch hinsichtlich der Nahrung unterscheiden sich viele Arten der Wasserschildkröte von den Landschildkröten. Die wenigsten von ihnen sind ausschließlich Pflanzenfresser. Was in keinem Wasserschildkrötenzuhause fehlen darf, sind Sepiaschalen. Darüber hinaus fressen Wasserschildkröten überwiegend andere Tiere, wie beispielsweise Regenwürmer, Mückenlarven oder Wasserschnecken, wie auch Flusskrebse. Experten raten bei den Tieren ein bis zwei Fastentage in der Woche einzulegen, an welchen nur pflanzliche Nahrungsmittel, wie beispielsweise Löwenzahn oder die Muschelblume, angeboten werden.

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