In den letzten Wochen traten erneut einige grausame Fälle von Tierquälerei an die Öffentlichkeit. Aus diesem Grund sollte sich jeder angesprochen fühlen, nicht wegzusehen, sondern den Tieren zu helfen!

Irina Fronescu, Kampagnenmitarbeiterin bei VIER PFOTEN, sagt dazu: „Jeder kann Zeuge einer Misshandlung von Tieren werden. Wichtig ist zu wissen, dass man auch etwas tun kann.“ Sollte man ein Tier entdecken, das sich in akuter Lebensgefahr befindet, sollte umgehend reagiert werden und am besten die Polizei verständigt werden.

Zudem sollte die Beweissicherung nicht vernachlässigt werden, wenn sich das Tier nicht in akuter Lebensgefahr befindet und Zeit dafür vorhanden ist. Irina Fronescu rät zur Dokumentation von Vorfällen, in denen Tiere schlecht behandelt oder gequält werden, in Form von Fotos und gegebenenfalls sogar Videos. In Zeiten der Smartphones mit guten Kameras sollte das problemlos möglich sind.

Ergänzend könnte die eigene Bereitschaft, als Zeuge aufzutreten, ein wichtiger Faktor zur Klärung des Tathergangs sein. Denn jeder Person steht zu, dass die Aussage vertraulich und im Sinne des eigenen Schutzes anonym behandelt wird. Im Einzelfall sollte man nicht davor zurückschrecken, den zuständigen Sachbearbeiter einer Behörde auf die Wahrung der Anonymität hinzuweisen.

Außerdem sollten gesammelte Beweise und eine sachliche und exakte Beschreibung des dokumentierten Vorfalls an den zuständigen Amtstierarzt im betroffenen Stadtteil überstellt werden. Die Kontaktdaten aller Amtstierärzte können problemlos im Internet gefunden werden. Zu den Aufgabenbereichen von Amtstierärzten zählen die Kontrolle von Tierhaltungen, die entweder routinemäßig oder aufgrund von Hinweisen durchgeführt wird, die Ahndung von Verstößen gegen den Tierschutz und die Einleitung von Strafverfahren.

„Wir empfehlen auch, lokale Tierschützer (Tierschutzgruppen, Tierheim etc.) mit ins Boot zu holen, eventuell sind sie auch bereits über den „Fall“ informiert. Gemeinsam kann man mehr erreichen“, sagt Fronescu. Ebenso hat man die Möglichkeit, bei der zuständen Polizeibehörde Anzeige wegen Tiermissbrauchs zu erstatten. „Jeder, der eine Tat anzeigt, sollte sich ein Aktenzeichen geben lassen und nachfragen, was aus der Anzeige geworden ist“, empfiehlt Irina Fronescu.

Oftmals liegt der Grund für mangelhafte Haltungsbedingungen von Haustieren und auch Nutztieren bei fehlender Kenntnis oder mangelndem Interesse für die Bedürfnisse der Tiere. Ein freundlicher und sachlicher Hinweis an den Halter des Tieres reicht manchmal schon aus, das Leiden des Tieres zu verdeutlichen. Zudem ist es hilfreich, zugleich Tipps zur Verbesserung des Zustandes zu geben. Gegebenenfalls kann auch ein Hinweis auf die Mindestanforderungen der Haltungsbedingungen laut Tierschutzgesetz hilfreich sein.

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  • IVH_Junge_mit_Husky_Welpen 1: © Fressnapf/Ulrike Schanz