Im Südwesten Deutschlands zeigt sich ein bedenklicher Trend. Es gibt immer mehr Kampfhunde. Die Ordnungsämter sind besorgt.

Trend in Richtung Kampfhund

Die Zahl der Kampfhunde ist in Baden-Württemberg gestiegen. Lebten vor drei Jahren noch 94 Kampfhunde in Mannheim, sind es 2017 109 Tiere. In Stuttgart wuchs die Zahl innerhalb von drei Jahren von 59 auf 70 Kampfhunde. Das ergab eine Umfrage der DPA.

Harte Maßnahmen der Behörden

Die Behörden in Karlsruhe greifen hart durch, denn die Haltung der Kampfhunde ist in der Stadt verboten. Entdecken Beamte einen Kampfhund, wird das Tier dem Besitzer abgenommen und in ein Tierheim gebracht. Diese Vorgehensweise beschloss der Gemeinderat.

Insgesamt fünf Kampfhunde wurden bisher in Freiburg ihren Besitzern abgenommen und leben nun in einem Tierheim. 115 Kampfhunde sind registriert, sind aber nicht gefährlich.

Auch in Geislingen an der Steige (Kreis Göppingen) zeigt sich der Trend zum Kampfhund. Dort handelt es sich um eine kleine Gruppe junger Erwachsener, die selbst auch bereits mit kleineren Straftaten auffällig geworden sei. Der Leiter des Ordnungsamtes, Philipp Theiner, vermutet, dass sich die Jugendlichen die Hunde als Statussymbole halten. Sie ließen die Hunde oft ohne Leine und Maulkorb laufen. Das sei verboten. In einem Fall nahm das Ordnungsamt bereits den Hund weg. Der Besitzer hatte bereits 11 Anzeigen von der Polizei erhalten, weil er das Tier ohne Maulkorb führte.

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Hohe Hundesteuer als Prävention

Ordnungsämter versuchen mit hohen Hundesteuern entgegen zu wirken. So kostet die Hundesteuer in Geislingen 126 Euro im Jahr. Handelt es sich um einen Kampfhund, werden 900 Euro fällig.

Das Innenministerium Baden-Württemberg stuft die Rassen American Staffordshire Terrier, Pit Bull Terrier und Bullterrier als Kampfhunde ein. Sie gelten als besonders gefährlich und aggressiv. Für diese Hunde gilt eine Leinen- und Maulkorbpflicht. Halter benötigen zusätzlich eine Erlaubnis des Ordnungsamtes für die Haltung. Ein Wesenstest des Hundes wird ebenfalls angeordnet.

Die Einfuhr und Zucht von Kampfhunden ist in Deutschland verboten. Offenbar werden die Tiere im Ausland oder Internet gekauft – häufig mit anderen Bezeichnungen, um eine Wesensprüfung zu umgehen.

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