Der Affenpinscher ist zusammen mit dem Zwergpinscher der kleinste seiner Art in der Familie der Pinscher und Schnauzer. Dieser sehr alte und noch ursprünglich gezüchtete Schlag der Pinscher ist eine hier in Deutschland sehr selten anzutreffende Rasse. Der treue, kleine Affenpinscher gilt als der ideale Familienhund: mutig, verspielt, anpassungsfähig und anhänglich gegenüber seinen Besitzern.

Kurzinfo

Der Affenpinscher ist ein in Deutschland unter der FCI anerkannter Schlag der Pinscher- und Schnauzer-Familie. Ausgewachsene Rüden erreichen gemäß dem Standard eine Widerristhöhe von maximal 30 cm, Hündinnen 25 cm Höhe. Das Gewicht liegt bei den Rüden bis 6 kg, bei Hündinnen um die 4 kg. Das Gebäude des Affenpinschers ist im Verhältnis von Höhe und Länge quadratisch. Der Widerrist ist im Profil betrachtet der höchste Punkt der Rückenlinie, die nur leicht abfällt und nahezu gerade verläuft. Lende und Rücken sollten kräftig sein, wodurch die letzte Rippe nahe der Hüfte liegt. Die Rute ist naturbelassen und wird im optimalen Fall als Säbel- oder Sichelrute getragen. Vorder- und Hinterläufe des Affenpinschers verlaufen gerade, sind stämmig und sehr gut bemuskelt. Die Vorderpfoten sind kurz, weisen eine runde Form auf und verfügen über katzenzehenähnliche, enganliegende und hochgestellte Zehen. Die Hinterpfoten sind in der Regel etwas länger als die Vorderpfoten und sind wie die Vorderpfoten mit schwarzen Krallen ausgestattet.

Die Lebenserwartung der quirligen und äußerst robusten Hunde liegt im Durchschnitt bei etwa 14 Jahren.
Besondere Merkmale der „Äffchen“ sind die eher runde Kopfform, die struppigen, stacheligen Brauen, die Einfassung der runden und dunkelgefärbten Augen und die stachelig vom Kopf abstehenden Haupt-, Backen- und Kinnhaare, die dem Affenpinscher sein charakteristisches Aussehen geben, welches stark an ein Affengesicht erinnert. Die Ohren sind hoch angesetzt und gleichmäßig nach vorne geklappt.

Früher gab es den Affenpinscher in einer Vielzahl von Fellfarben. Von hellgelb über rötlich bis blaugrau waren alle Farbschattierungen vertreten. Auch weiße Abzeichen wurden toleriert. Seit dem 6. April 2000 ist laut Rassestandard nun nur noch die Zucht von einem rein schwarzen Fell zugelassen. Auch die Unterwolle des Affenpinschers muss rein schwarz sein.

Affenpinscher mit weißer Schleife um den Hals

Charakter des Affenpinscher

Der temperamentvolle Affenpinscher ist ein treuer, anhänglicher Vertreter seiner Rasse, der seine Besitzer liebt und immer zu einem Spiel bereit ist. Allerdings ist ein „Äffchen“ auch ein unerschrockener Kämpfer, der – wenn angegriffen – es durchaus auch mit einem Schäferhund aufnehmen würde. Nicht umsonst nennen ihn die Franzosen liebevoll ihren „Diabletin Moustache“, ihren kleinen Teufel mit dem Bart. Die Erziehung fällt trotzdem leicht: Affenpinscher gelten als sehr intelligente, pfiffige Hunde, die sehr schnell lernen und ihren Besitzern Freude bereiten möchten. Trotzdem sollte im Umgang mit ihm auf eine konsequente und gute Erziehung Wert gelegt werden, sonst könnte leicht aus diesem lustigen, aber manchmal auch sehr sturen und hartnäckigen Wesen ein wahrer Tyran entstehen, der aufgestellte Regeln gerne einmal infrage stellt.

Er ist ein exzellenter Begleit- und Familienhund, der sich aufgrund seiner Anhänglichkeit und seinem verspielten Wesen hervorragend mit Kindern und auch mit anderen Tieren versteht. Durch seine Anpassungsfähigkeit an seinen Menschen ist er der ideale Begleiter auf großen und kleinen Wandertouren und kann auch in modernen Hundesportarten wie zum Beispiel Agility geführt werden. Ein typischer Schoß- oder „Couchhund“ ist diese etwas kauzige, kleine Hunderasse nicht, durch sein ausdauerndes Temperament möchte er beschäftigt werden. Fremden gegenüber gibt sich der Affenpinscher Hund anfangs eher zurückhaltend und als ernsthafter Wachhund, erst wenn er sich von deren Ungefährlichkeit überzeugt hat, zeigt er seinen liebenswürdigen Charakter.

Affenpinscher Hund in Nahaufnahme

Pflege

Die Pflege gestaltet sich durch sein raues Stockhaar unkompliziert, nimmt jedoch etwas Zeit in Anspruch, da der Affenpinscher über sehr viel Fell verfügt. Das Fell sollte 2-3 mal die Woche gründlich mit Kamm oder Bürste gebürstet werden, um Dreck und lose Haare zu entfernen. Dadurch wird auch das Verfilzen der dichten Unterwolle verhindert. Regelmäßiges Trimmen des Fells, mindestens zweimal im Jahr, ist ein Muss. Augen und Zahnpflege sind auch beim Affenpinscher angesagt, hierzu kann man den Welpen schon frühzeitig an eine Hundezahnbürste gewöhnen.

Typische Krankheiten

Die Affenpinscher ist eine der wenigen Rassen, die kaum mit Erbkrankheiten zu kämpfen hat. Auch nach mehreren hundert Jahren der Zucht blieb der Affenpinscher wie er einst war: robust, lebhaft und wenig anfällig für Krankheiten. Auch der Umstand, dass diese alte, schöne Rasse nie zum Modehund wurde, hat ihn wohl vor Überzüchtung bewahrt. Krankheiten, die hin und wieder trotzdem vorkommen können, betreffen überwiegend die Luftröhre und die Kniescheiben des Affenpinscher. Patellaluxation (die Kniescheibe gleitet aus ihrer Führungsschiene) ist eine Krankheit, an der viele Zwergrassen, wie zum Beispiel der Yorkshire Terrier, leiden.

Liegender Affenpinscher

Geschichte

Affenpinscher sind mit eine der ältesten Hunderassen in Deutschland. Betrachtet man Bilder aus früheren Zeiten – zum Beispiel Bilder des deutschen Malers Albrecht Dürer oder des flämischen Malers Jan van Eyck, die beide den Affenpinscher auf ihren Bildern verewigt haben – stellt man fest, dass sich das Erscheinungsbild über die Jahrzehnte kaum geändert hat. In den Anfängen wurde der kleine, wendige Affenpinscher Hund als Ratten- und Mäusefänger gezüchtet. Heute lebt der Affenpinscher seinen Jagdtrieb bei abwechslungsreichen Spaziergängen, wilden Spielen mit den Besitzern, toben mit anderen Hunden, oder mit einem Hundesport wie Agility aus.

Wie genau die Rasse entstand, ist bis heute unklar. Eine alte und schöne Geschichte besagt, dass im Jahre 1824 ein Paar Hunde, mit langem rauen Fell, mit quirligem und wachsamen Gemüt, knapp 30 cm groß und einem Gesicht, welches durch die borstige Gesichtsbehaarung, dem kurzen Fang und dem Vorbiss stark an einen Affen erinnerte, als Dank für die Hilfe in einer kalten Winternacht einem Ehepaar geschenkt wurde, die für ihren Grundherrn von Fuhrleuten den Wegezoll einnahmen. Als das Ehepaar herausfand, dass Reisende, die ihre Zollstelle passierten, entzückt von diesen kleinen, andersartigen Hunden waren und einen Affenpinscher kaufen wollten, begannen sie eine Zucht. Die Welpen wurden fortan an Reisende für einen in der damaligen Zeit sehr hohen Preis verkauft. Ein Rüde aus dem Wurf kostete einen Taler, zwei Hündinnen ebenfalls einen Taler. Inwiefern diese Geschichte nun der Wahrheit entspricht – wer weiß. Allerdings ist sie eine schöne Erklärung für den Beginn der Zucht und die weitere Verbreitung dieser einzigartigen Hunderasse.

Die Zucht des Affenpinschers in Deutschland hat über die Jahre abgenommen. Pro Jahr fallen in ganz Deutschland ungefähr 30 Welpen, die Wurfstärke beträgt pro Wurf ca. 2 bis 3 Welpen. Wer also einen Affenpinscher kaufen möchte, sollte sich frühzeitig mit einem guten VHD Züchter in Verbindung setzen.

Bildquelle:

  • Affenpinscher mit weißer Schleife um den Hals: ©cano1 -Pixabay.com
  • Affenpinscher Hund in Nahaufnahme: ©Sponchia -Pixabay.com
  • Liegender Affenpinscher: ©By Dean Jarvey - Flickr: Molly, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=31415469
  • Affenpinscher Hund in Nahaufnahme: ©idamkilde -Pixabay.com