Der japanische Akita ist ein kräftiger Jagd- und Wachhund, der sich besonders durch seine Individualität und Treue auszeichnet. Es ist gerade dieser scheinbare Widerspruch aus Loyalität und Eigenständigkeit, welche die Haltung eines Akitas für weniger erfahrene Hundebesitzer schwierig machen kann. Wie es trotzdem klappen und er zu einem treuen Begleiter werden kann, das zeigt unser Rassereport.

Kurzinfo

Größe: Bei einem Rüden zwischen 67 und 70 cm, Hündin zwischen 61 bis 64 cm
Gewicht: 35 bis 45 kg
Farbe: Rot, sesamgelb, gescheckt oder weiß
Lebenserwartung: 10 bis 14 Jahre

Charakter des Akita

Bei dem Akita Inu, „Inu“ ist Japanisch und bedeutet „Hund“, handelt es sich um ein ausgesprochen selbstbewusstes Tier mit einem starken Charakter. Gleichzeitig ist er vom Wesen her auch sehr ruhig, so schnell bringt ihn nichts aus der Fassung. In ihm steckt noch viel Wölfisches, was man an seinem Hang zur Dominanz merkt. Der Akita gehorcht seinem Besitzer nicht blind, ist nicht unterwürfig, erst recht nicht gegenüber anderen Hunden. Daher braucht es ein Herrchen oder Frauchen, das selbst über viel Selbstbewusstsein verfügt und seine Position im Rudel untermauern kann. Das macht die Haltung für unerfahrene Hundebesitzer und jene, denen es an Autorität mangelt, schwer.

Der Akita hat seinen eigenen Kopf und wird einem Befehl nicht blindlings gehorchen. Er ist unheimlich dickköpfig und benötigt einen Besitzer, der es mindestens ebenso ist. Kann ein Besitzer seine Autorität nicht geltend machen, tut der japanische Hund lieber, wie es ihm beliebt. Er ist dann schlicht nicht auf den Halter angewiesen. Sollte in diesem Fall der Halter mit harter Hand reagieren, kann sich der Akita rächen. Im schlimmsten Falle merkt er sich Strafen, die er als ungerecht betrachtet, ein Leben lang.

Akita an der Leine

Ganz anders sieht es aus, wenn der Akita von guter Hand geführt wird. Dann gehört er zu den treuesten Hunden, die man sich wünschen kann. Diese Loyalität wurde durch Hachiko berühmt und in zwei Filmen verewigt. Hachiko war der Hund eines japanischen Universitätsprofessors. Jeden Tag wartete der Hund auf dem Bahnhof Shibuya darauf, dass sein Herrchen von der Arbeit zurückkam. Als sein Herrchen 1925 während einer Vorlesung aufgrund einer Hirnblutung verstarb, wartete der Hund weiterhin am Bahnhof auf die Rückkehr seines Besitzers. Zehn Jahre lang harrte Hachiko auf dem Bahnhof aus und wurde dadurch zum Sinnbild des treuen Hundes. Noch heute steht ihm zu Ehren auf dem Bahnhof eine Statue.

Dem Akita ist ein starker Beschützerinstinkt zu eigen, den er auch auf die ganze Familie ausweiten wird. Abgesehen davon wird dem Akita eine gewisse Arroganz im Umgang mit anderen Menschen nachgesagt. Für die meisten Fremden interessiert er sich schlicht nicht, zumeist möchte er von ihnen in Ruhe gelassen werden. Das liegt auch daran, dass er vom Gemüt her sehr in sich ruht und seiner Selbstgenügsamkeit. Damit bringt er einiges an Geduld mit sich, wenn es um den Umgang mit Kindern in der Familie geht. Er mag es, wenn sich seine Bekanntschaften mit Menschen auf die Familie begrenzen. Viele Menschen um sich kann er nicht leiden und auch auf die Gesellschaft anderer Tiere kann er gerne verzichten. Mit einem Ausflug in den Hundepark tut man ihm keinen Gefallen.

Pflege

Der Akita ist ein kräftiger Hund, der viel Auslauf benötigt. Am besten sollte er in einem Haus mit einem ausreichend großen Grundstück gehalten werden. Beim täglichen Laufen bringt er sehr viel Temperament und Energie mit sich. Auf sportliche Aktivitäten legt er dennoch keinen großen Wert. Ihm sind lange Spaziergänge an der Leine oder das Laufen neben dem Fahrrad am liebsten. Hundesport gefällt ihm eher nicht. Durch seine Robustheit freut sich der Akita auf Spaziergänge bei jedem Wetter, Kälte macht ihm nichts aus. Im Freien muss der Hundebesitzer aber besonders Acht geben, denn hier zeigt sich sein ausgeprägter Jagdtrieb. Der Akita neigt zum Wildern und lässt sich dabei schwer kontrollieren.
Akita liegt auf der Terasse
Sein Fell ist sehr dicht. Deswegen muss es intensiv gebürstet werden. Am besten bürstet der Hundebesitzer es mindestens zweimal pro Woche. Vor allem während der Zeit des Haarwechsels. Insgesamt ist der Akita jedoch ein sehr pflegeleichter Hund.

Typische Krankheiten

Der Akita neigt zu ein paar bestimmten Krankheiten. Bei einer verantwortungsvollen Zucht sollten diese jedoch nicht vorkommen. Zu diesen Krankheiten gehören Sebadenitis, eine entzündliche Hautkrankheit. Bei Sebadenitis kommt es durch eine autoimmunologische Reaktion zu einer progressiven Zerstörung der Talgdrüsen. Weiterhin tritt auch die Hautkrankheit Pemphigus foliaceus häufiger auf. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann ebenso eintreten wie auch eine Erbkrankheit des Innenohrs, das kongenitale Vestibularsyndrom.

Geschichte

Beim Wesen des Akitas mag es nicht verwundern, dass seine Geschichte eng mit der der japanischen Samurai verbunden ist. Seine Ursprünge liegen jedoch tiefer. Bei seinem Vorfahr wird es sich um eine kleinere Form eines japanischen Spitzohrhundes gehandelt haben. Hinweise auf eine Hunderasse in Japan, die dem Akita ähnlich ist, datieren auf vor 5000 Jahren.

Bei diesen Hinweisen handelt es sich Grabbeigaben aus Ton. Sie zeigen Hunde mit den charakteristischen Stehohren und dem geringelten Schwanz. Auch Bronzeglocken aus dieser Zeit zeigen ähnliche Darstellungen. Diese Hundeart könnte mit Wölfen gekreuzt worden sein, woher der Akita seine Größe und sein eigenständiges Wesen hernahm. Andere Theorien gehen davon aus, dass er aus dem hohen Norden stammt und von dort aus mit den Menschen nach Japan gereist war.

Den Namen hat der Spitzohr übrigens von der japanischen Region Akita auf der Insel Honshu. Hier wurden seit 1603 die „Akita Matagis“ für Hundekämpfe und zur Bärenjagd eingesetzt. Auch zur Jagd von Schwarz- und Freiwild kam er zum Einsatz. Und er wurde als Wachhund und zum Ziehen von Lasten verwendet. Die Hundekämpfe wurden schließlich 1908 verboten. 1931 erklärte man den Hund in Japan zum Kulturgut.

Während des Zweiten Weltkrieges nahm die Zahl der Akitas stark ab, weil ihr Fell für die Herstellung von Militärkleidung verwendet wurde. Danach versuchten Züchter, die Hunderasse durch die Kreuzung mit Schäferhunden und Mastiffs zu retten. Die Zahl nahm wieder zu. Bis zum Zweiten Weltkrieg war es übrigens nicht erlaubt, Akitas ins Ausland zu exportieren. Nur bei hohen staatlichen Würdenträgern machte man eine Ausnahme.

Bildquelle:

  • Akita an der Leine: ©uadrienn - Pixabay.com
  • Akita_liegend auf dem Boden: Von B@rt at the Dutch language Wikipedia, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=951774
  • Akita Inu von vorne: ©uadrienn - Pixabay.com