Der Dackel ist eine ursprünglich zur Baujagd gezüchtete Hunderasse, die sich vor allem durch ihre kompakte, langgezogene Körperform auszeichnet. Die Tiere besitzen ein sehr stark ausgeprägtes Selbstbewusstsein und sind gegenüber Menschen weit weniger bindungswillig, als dies bei den meisten anderen Hunderassen der Fall ist.

Kurzinfo

Der Dackel ist eine vor allem in Deutschland gezüchtete, anerkannte Hunderasse. Eine alternative Bezeichnung lautet Dachshund. Jäger nennen die Rasse in ihrer Fachsprache Teckel. Wie es der Name Dachshund schon andeutet, wurde sie ursprünglich zur Jagd gezüchtet. Im Mittelpunkt stand dabei die sogenannte Baujagd, bei der die Hunde in den Bau eines Dachses oder eines Fuchses vordringen, um sie ins Freie zu treiben. Der Der Körperbau bzw. die Körperform des Dackels war für diese Aufgabe perfekt. Sie ist gekennzeichnet durch einen in die Länge gezogenen Leib und sehr kurzen Beinen. Der Körperbau eines gesunden Dackels ist allgemein kompakt und muskulös.

Die Tiere werden heute in unterschiedlichen Größen und Fellvariationen gezüchtet. So gibt es Kurzhaar-, Langhaar- und Rauhaar-Dackel. Neben dem sogenannten Normalteckel, mit einem Brustumfang von rund 35 cm, existieren auch Zwergteckel (Brustumfang 30 bis 35 cm) sowie Kaninchenteckel (Brustumfang unter 30 cm). Das Fell ist je nach Züchtung meist in unterschiedlichen Braun- oder Schwarztönen gehalten, kann mehrfarbig oder auch gestromt sein. Dackel haben im Schnitt eine Lebenserwartung zwischen elf und 15 Jahren.

Charakter des Dackel

Dackel werden häufig als stur und eigensinnig beschrieben. Dahinter verbirgt sich ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein und jede Menge Mut. Nicht umsonst sagt man auch, dass ein Dackel einen Löwen sieht, wenn er in den Spiegel schaut. Diese Haltung war auch dringend nötig. Sowohl der Dachs als auch der Fuchs sind äußerst wehrhafte Tiere. Mit Zurückhaltung kann ihnen nicht beigekommen werden. Außerdem war jeder Teckel, der in einen Bau vordrang, ganz auf sich alleine gestellt. Mut und Selbstbewusstsein sind unter diesen Voraussetzungen für ihn überlebenswichtig gewesen. Daraus folgt dann auch, dass Teckel gegenüber Menschen weniger anhänglich bzw. bindungswillig sind.

Es bedeutet aber auch, dass sie sich mitunter überschätzen und vor allem gegenüber größeren Hunden häufig forscher auftreten, als es ihnen gut tun würde. Bei der Erziehung des Hundes sowie beim täglichen Umgang mit ihm sollte man deshalb stets seine Herkunft und die damit verbundene genetische Disposition im Hinterkopf behalten. Dazu gehört auch zwingend, dass man ihm seine ausgeprägte Buddelleidenschaft nicht übel nimmt und ihn gewähren lässt. Von seiner früheren Verwendung rühren freilich auch eine ganze Reihe von Eigenschaften, die jeder Dackelbesitzer garantiert zu schätzen weiß. So sind die Tiere in der Regel sehr freundlich, verspielt, klug, ausdauernd und vor allem ausgeglichen. Kurzum: Der Dackel hat sicherlich seinen eigenen Kopf, er ist aber auch enorm umgänglich.

Dackel

Pflege

Bei der Pflege eines Dackels geht es vor allem um eine regelmäßige Fellpflege und um das Schneiden der Krallen. Je nach Variante fällt die Fellpflege unterschiedlich intensiv aus. Am einfachsten ist sie sicherlich bei einem Kurzhaardackel. Grundsätzlich gilt, dass das Fell möglichst oft gebürstet werden sollte. Zur Fell- und Körperpflege gehört darüber hinaus, den gesamten Körper nach Ungeziefer und inbesondere nach Zecken abzusuchen. Letztere können mittlerweile auch für die Hunde eine große Gefahr darstellen. Ungeziefer und Zecken müssen natürlich umgehend entfernt werden.

Das größte Problem bei der Pflege ist für viele Dackelbesitzer das Schneiden der Krallen. Ganz ähnlich wie die Finger- und Zehennägel des Menschen müssen sie regelmäßig gekürzt werden. Im Wald oder auf Gras erfahren die Krallen so gut wie keine natürliche Abnutzung. Ist der Dackel jedoch zumeist auf der Straße unterwegs, kommt es sehr wohl zu einem natürlichen Abtrieb. Die Krallen müssen übrigens spätestens dann geschnitten werden, wenn auf Stein oder Asphalt ein deutliches Klacken zu hören ist. Der ideale Abstand zum Untergrund beträgt 2 mm. Abgeschnitten werden darf nur das nicht durchblutete Horn der Krallen. Schneidet man tiefer, wird das Tier verletzt und erleidet Schmerzen. Geschnitten wird am besten mit einer speziellen Krallenzange bzw. Krallenschere aus dem Fachhandel. Zu einer guten Pflege gehören darüber hinaus auch noch eine gesunde, möglichst ausgewogene Ernährung sowie regelmäßige Bewegung.

Typische Krankheiten

Zu den rassetypischen Krankheiten beim Dackel zählt vor allem die sogenannte Dackel- bzw. Teckellähme. Grund dafür ist das Missverhältnis zwischen den sehr kurzen Beinen und der ausgeprägten Rumpflänge. Die damit verbundenen Lähmungserscheinungen werden durch einen Bandscheibenvorfall ausgelöst, der dazu führt, dass Nerven gequetscht werden. In der Folge verliert das Tier die Kontrolle über bestimmte Abschnitte seines Körpers. Meist sind davon die Hinterbeine betroffen. Ist eine Dackellähme erst einmal eingetreten, kann der Hund davon nicht mehr vollständig geheilt werden. Allerdings können vor allem chirurgische Eingriffe zu einer deutlichen Linderung führen.

Wichtig ist vor allem, der Krankheit vorzubeugen. Das geschieht vor allem dadurch, dass die Rückenmuskulatur des Dackel trainiert wird. Das lässt sich mit viel Bewegung und der Vermeidung von Übergewicht am besten erreichen.

Weitere häufig beim Dackel vorkommende Erkrankungen sind Epilepsie, Harnsteine, das Cushing-Syndrom sowie Augen- und Fellerkrankungen. Zeigt ein Dackel auffällige Wesens- oder Verhaltensänderungen, ist der Gang zum Tierarzt dringend angeraten.

Geschichte

Der Dackel hat seinen Ursprung aller Wahrscheinlichkeit nach in Hunderassen, die bereits die Kelten in vorchristlicher Zeit zum Jagen verwendet haben. Zu nennen wäre hier vor allem die Bracke. Fachleute sehen in dieser Rasse so etwas wie den Urvater des Dackels.

Der Dackel wie wir ihn heute kennen, ist allerdings ein Kind des Mittelalters. Die Menschen lebten damals in weiten Teilen als Selbstversorger. Die Landwirtschaft spielte eine ungleich größere Rolle als heute. Gleichzeitig fehlten die technischen Mittel, um Erträge zuverlässig abzusichern. Tiere wie Hühner, Enten, Gänse und natürlich auch Ziegen, Schafe und Kühe hatten einen enormen Wert. Vor allem Kleintiere waren ständig davon bedroht, von Dachsen und Füchsen gerissen zu werden. Deshalb war es von entscheidender Bedeutung, den Bestand dieser Räuber zu dezimieren. Da sie tagsüber aber in ihrem für einen Menschen nicht zugänglichen Bau verbrachten, musste eine Möglichkeit gefunden werden, sie von dort ins Freie zu treiben.

Der Dackel wurde genau auf diese Aufgabe hingezüchtet. Seine Körperform und seine kurzen Beine waren ideal, um in einen Dachs- oder Fuchsbau zu kriechen, sich darin zu bewegen und den Bewohner aufzuspüren. Der Dackel erfüllte damit im Mittelalter und der frühen Neuzeit eine ungemein wichtige Funktion. Auch in späteren Jahrhunderten wurde er sehr gerne vor allem zur Fuchsjagd eingesetzt. Dabei ging es den Jägern aber meist mehr um die eigene Zerstreuung als um den Schutz vor Räubern.

Als Haushund kam der Dackel erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Mode. Die weiteste Verbreitung erreichte er dann im 20. Jahrhundert. Die olympischen Sommerspiele von München 1972 lösten dann einen regelrechten Dackelboom aus, da das Tier den Spielen als Maskottchen diente. Der Dackel wurde zum Haus- und Familienhund schlechthin. Dieser Boom ist allerdings Ende der 1980er Jahre deutlich abgeflaut. Die Hunde galten plötzlich als spießig und wenig trendy. Zwischenzeitlich hat sich der Wind allerdings wieder gedreht. Heute ist der Dackel durchaus wieder angesagt und auf dem besten Weg, Kult zu werden.

Bildquelle:

  • Dackel: ©ChaosChor - Pixabay.com
  • Junger Dackel: ©congerdesign - Pixabay.com