Kurzinfo

Englische Bulldoggen erreichen im Durchschnitt bis zu 40 cm Größe in der Schulterhöhe. Mit einem Gewicht von durchschnittlich 25 kg gelten sie als eher schwere Hunde. Sie haben ein feines Haar, das durch eine feine Struktur geprägt ist und meist kurz, glatt und dicht ist. Die Farbe vom Fell reicht von einfarbig bis zu roten oder braunen Stromungen. Charakteristisch für das Äußere der Englischen Bulldogge ist die untersetzte Gestalt in Kombination mit einem massigen Kopf, der sehr groß wirkt. Das Gesicht der Englischen Bulldogge ist durch zahlreiche Falten und einen kräftigen und breiten Kieferbau geprägt. Insgesamt ist das Gesicht eher kurz mit einer flachen Stirn. Die Augen sind rund und weder eingesunken noch vorstehend. Der Körper ist kurz und die Hinterhand hoch und kräftig. Die Rute der Englischen Bulldogge ist tief angesetzt und wird abwärts gerichtet getragen. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 8 bis 10 Jahre. Einzelne Hunde können auch ein Alter von bis zu 16 Jahren erreichen. Häufig treten im Alter Erkrankungen wie eine geringe Sehkraft, Arthritis, Rheumatismus, eine verminderte Hörfähigkeit und Herzerkrankungen auf.

Charakter der englischen Bulldogge

Englische Bulldoggen sind Menschen gegenüber äußerst freundlich, haben einen sanftmütigen Charakter und kommen auch mit Kindern gut zurecht. Im Umgang mit vertrauten Menschen sind sie zudem auch sehr liebevoll. Diese Hunderasse verlangt durch seine Treue und Anhänglichkeit viel Aufmerksamkeit, Zärtlichkeit und und Zuneigung. Die Hunde sind eher entspannt und bequem und müssen durch ihre Besitzer zum Spielen motiviert werden. Dennoch verhalten sie sich nicht unterwürfig und zeichnen sich auch durch einen hohen Stolz und ein starkes Selbstbewusstsein aus. Die Erziehung der Tiere kann daher streckenweise etwas anstrengend sein. Wichtig ist, dass man in der Erziehung die nötige liebevolle Konsequenz und Hartnäckigkeit an den Tag legt. Erziehungsmethoden mit Zwang und Drill stoßen bei den Dickköpfen auf Granit. Englisch Bulldoggen gehören nicht zu den Hunderassen, die sich leicht unterwerfen. Dennoch sind sie äußerst treue und freundliche Wegbegleiter. Der ausgeprägte Beschützerinstinkt der Englischen Bulldogge sorgt auch dafür, dass die Begegnung mit fremden Menschen und Hunden von dem Besitzer kontrolliert werden muss. Es kann passieren, dass sie sich in diesen Fällen in Pose werfen und ihren muskulösen Körper präsentieren. Dadurch wirken sie teilweise aggressiv. Daher sind Englische Bulldoggen die richtige Wahl für Menschen, die bereits Erfahrung mit Hundeerziehung und der Erziehung anspruchsvoller Hunderassen gesammelt haben. Durch ihre schwache Kondition müssen die Tiere nicht täglich bis an ihre Grenzen gebracht werden. Schweißtreibender Aktivsport ist dem Hund ferner als ein gemütliches und entspanntes Ausruhen. Selbstverständlich müssen sie dennoch täglich ausgeführt werden und Spaziergänge machen. Englische Bulldoggen sind für eine Stadtwohnung geeignet. Die Hunde haben zudem eine große Nahbarkeit und ein hohes Schmusebedürfnis. Gerne sind sie mit ihren Besitzern zusammen und beschützen diese. Um Lob und Streicheleinheiten zu erhalten, bringen sie ihre Besitzer gerne zum Lachen und weichen diesen nicht von der Seite. Englische Bulldoggen könne außerdem in Sekundenschnelle von einem seelenruhig schlafenden Tier zu einem temperamentvollen und agilen Wesen werden, das die Besitzer immer wieder durch lustige Grimassen und humorvolles Verhalten begeistert.

Pflege und Ernährung

Die Hunderasse der Englischen Bulldogge neigt neben anderen körperlichen Schwierigkeiten zum Übergewicht. Daher sollte man bei der Wahl des Futters auf das Alter, das Gewicht und die tägliche Aktivität achten, um den richtigen Bedarf an Energie und Nährstoffen zu ermitteln. Selbstverständlich empfiehlt sich eine artgerechte und ausgewogene Ernährung. Falls du das Hundefutter selbst aus frischen Zutaten zusammenstellen willst, dann eignet sich als Grundlage ein Alleinfuttermittel, das bereits alles enthält, was dein Hund braucht. Eine Englische Bulldogge bevorzugt hochwertiges Futter mit sorgsam verteilten Leckerlis. Sollte die Englische Bulldogge bereits an Übergewicht leiden, dann muss man die Tiere dringend mehr bewegen und auf ein Diätfutter zurückgreifen. Die kurz gezüchtete Schnauze und die flache Nase der Tiere führt häufig zu Schwierigkeiten beim Atmen und häufigem lauten Schnaufen und Schnarchen. Im Sommer überhitzen die Tiere zudem schnell. Die Fellpflege bei Englischen Bulldoggen ist nicht aufwendig, da das kurze, dichte und glatte Fell der Tiere mit einer Bürste von Schmutz befreit werden kann. Etwas mehr Pflege benötigen die charakteristischen Hautfalten dieser Hunderasse, die vor allem am Hals und im Gesicht vorhanden sind. Hier sollte täglich eine Reinigung vorgenommen werden, da sich in diesen Falten häufig Parasiten und Verunreinigungen ansammeln. Werden diese Stellen nicht regelmäßig gereinigt, kann das rasch zu größeren Problemen führen. Außerdem sabbern die Englischen Bulldoggen stark. Dadurch muss man ihnen häufig hinterherwischen.

Besonderheiten/Geschichte

Der Ursprung der Englischen Bulldogge liegt bereits bis ins 6. Jahrhundert vor Christus zurück. In dieser Zeit haben die Phönizer im Kontext mit dem Handel mit Britannien ihre sogenannten Molosser mit auf die britische Insel gebracht. Dort haben sich diese Tiere mit den doggenartigen Hunden Englands gekreuzt. Im 13. Jahrhundert wurden die Tiere als Bonddog oder Bolddog bezeichnet. Der Name „Englische Bulldogge“ taucht erstmals Anfang des 17. Jahrhunderts auf, als die Englischen Bulldoggen als Bullenbeißer genutzt wurden. Bei dieser Tätigkeit wurden die Tiere für den Kampf gegen Bullen eingesetzt. Mit dieser Verwendung wurde auch die Zucht der Englischen Bulldoggen intensiver. Die Aufgabe der Hunde war es, aggressiv aufzutreten und eine kurze Schnauze mit breitem Kiefer und zurückliegender Nase zu haben, um während der Bisse in die Nase eines Bullen weiterhin atmen zu können. Auch im Hundekampf und bei Kämpfen gegen andere, größere Tiere, wurden die Englischen Bulldoggen eingesetzt, bis diese Kämpfe schließlich verboten wurden. Das war Anfang des 19. Jahrhunderts zunächst das Ende der Mode um die Englische Bulldogge. Erst später, im Jahr 1864, wurde der Englische Bulldog Club gegründet, der der erste Rasseclub weltweit war. Nun wurde die Englische Bulldogge mehr und mehr auf ihre Qualität als Familienhund hin gezüchtet. Im Januar 2009 wurde vom britischen Kennel Club eine grundlegende Änderung der Standards angekündigt. Die Gesundheit und das Wohlergehen der Hunde wurden für die Zucht in den Mittelpunkt gerückt. Das bedeutet, dass auf die übertriebenen Merkmale des charakteristischen Aussehens der Englischen Bulldogge in Zukunft verzichtet werden soll. Dazu zählen eine besonders kurze Nase, ein außergewöhnlich großer Kopf, eine übertriebene Anzahl an Falten und zu kurze Läufe. So soll eine nachhaltige Verbesserung der Atmung sichergestellt werden. Ebenfalls werden Maßnahmen ergriffen, die zu einem Rückgang von Problemen wie einer sehr hohen Kaiserschnittquote, Unfruchtbarkeit und einer hohen Welpensterblichkeit führen sollen. Mehrere andere Zuchtverbände haben die Standards anschließend übernommen, darunter der FCI und der VDH. Besonderheiten der Englischen Bulldogge sind beispielsweise die Bezeichnung „Altenglische Bulldogge“, die häufig im Kontext mit dieser Hunderasse auftaucht. Dabei handelt es sich um eine Rückzüchtung, bei der versucht wird, die rassetypischen Krankheiten zu verringern. Die Altenglischen Bulldoggen haben daher keine so flache Nase, einen weniger markanten Unterbiss und keine faltige Haut. Die Englischen Bulldoggen weisen einen leichten Watschelgang auf, der durch die kurzen und krummen Beine verursacht wird. Auch dieses Attribut wurde den Englischen Bulldoggen im Lauf der Jahrhunderte angezüchtet, da dies damals dem allgemeingültigen Schönheitsideal Englischer Bulldoggen entsprach.

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