Kurzinfo

Der Komondor bringt es zu einer stattlichen Größe. Die Rüden werden mindestens 70 cm groß. Exemplare mit einer Größe von gar 80 cm sind dabei keine Seltenheit. Hündinnen schaffen es in der Regel locker auf 65 cm. Das Gewicht variiert bei den Jungs zwischen 50 und 60 Kg. Die Mädels kommen auf 40 bis 50 Kg.
Das Fell besteht aus bis zu 9 cm langen Haaren. Fallen die Haare aus, haben sie die Neigung, sich mit den noch festsitzenden Haaren zu verweben und zu verzotteln. Dadurch entsteht das so prägnante Zotthaarkleid. Das Haarkleid selbst kann dabei bis gut über 20 cm lang werden. Am längsten ist es entlang der Hinterseite des Oberschenkels. Dagegen findet sich an den unteren Gliedmaßen und an den Lefzen die kürzeste Behaarung. Die Fellstruktur sorgt dafür, dass der Hund stets trocken bleibt und nicht auskühlt. Auch Bissverletzungen wird durch das besonders dichte Fell vorgebeugt. Bei einer solchen Bekleidung ist es nur natürlich, dass der Komondor der Hitze gerne aus dem Weg geht und im Sommer die kühleren Abend- und Nachtstunden bevorzugt.
Obwohl der Komondor zu den großen und schweren Hunderassen zählt, darfst Du auf ein langes Zusammenleben mit ihm hoffen. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 11 bis 13 Jahren. In seltenen Fällen werden einzelne Exemplare gar 16 oder 17 Jahre alt.

Charakter des Komondor

Die Rasse ist tagsüber die Ruhe selbst. Nachts dagegen wandert der Hund gerne durchs Haus. Kein Wunder, denn insbesondere zum Schutz von Haus und Herde in der Nacht wurde er gezüchtet.Würdest Du angegriffen werden, würde er Dich bis zu seinem letzten Blutstropfen verteidigen. Dies gilt im Übrigen nicht nur für Menschen, sondern auch für andere Hunde, die zu seiner Familie gehören. Dennoch ist die Integration eines erwachsenen Tieres in eine bestehende Familie nicht leicht, da er zu deutlichem Dominanzverhalten neigt. Er ist unbestechlich, fast störrisch und mit einem enormen Gedächtnis ausgestattet. Der intelligente Hund ist anderen Menschen und Hunden gegenüber sehr souverän in seiner Ausstrahlung und steht scheinbar stets über den Dingen. Wie es für einen Hirtenhund typisch ist, ist er verantwortungsbewusst, misstrauisch Fremden gegenüber, wachsam, verantwortungsbewusst und tapfer. Trotz seiner dominanten Art, sucht er von klein auf eine sehr enge Bindung an seine Familie. Wünschst Du Dir jedoch einen Hund, der den ganzen Tag zum Spielen aufgelegt ist und einem Ball gerne stundenlang hinterher jagt, liegst Du leider daneben. Hierfür ist er doch zu ruhig und behäbig.

Pflege und Ernährung

Der Komondor ist für Krankheiten eher nicht anfällig. Aufgrund des Zotthaarkleides solltest Du den Komondor einer regelmäßigen Fellpflege unterziehen. Im Welpenalter soll zum Schutz des Fells auf Baden und Kämmen des Hundes gänzlich verzichtet werden. Auch das Bürsten des Fells entfällt, denn das Zotthaarkleid bildet sich erst nach einem halben bis zu einem ganzen Jahr. Zu frühes Bürsten verhindert die Entstehung dieser schützenden Fellstruktur. Sollte das Fell anfangen zu filzen, kannst Du mit einer oben abgerundeten Schere das Fell grob aufschneiden. Aus Hygienegründen empfiehlt es sich, beim erwachsenen Hund wegen der enormen Behaarung das Fell im Intimbereich etwas zurück zu schneiden. Auch ein erwachsenes Komondorfell verträgt das Baden nicht gut. Das Badewasser entfernt das Wollfett, welches doch so wichtig für den Schutz von Haar und Haut ist.
Wie jeder Hund hat auch der Komondor gutes und gesundes Essen verdient. Sinnvoll ist in jedem Fall Trockenfutter mit ausreichend Spurenelementen und Mineralstoffen, um den hohen Energiebedarf zu decken. Unter 800 g Fleisch und zudem jeweils 400 g Reis und Gemüse benötigt er locker. Seine Nahrung sollte nicht zu fettreich sein, da er dazu neigt, recht schnell zu viel an Gewicht zuzulegen. Zudem sollte er von klein auf daran gewöhnt werden, mit wenigen Fütterungseinheiten am Tag zu Recht zu kommen, da er gerne zum Betteln neigt, wenn es um Essen geht.

Besonderheiten / Geschichte

Es handelt sich um eine besonders alte Hunderasse. Ihre konkrete Herkunft ist umstritten. Eine Theorie besagt, beim Einfall mongolischer Stämme in Ungarn im 13. Jahrhundert hätten die Reiter den Hund mit sich geführt. Andere Quellen behaupten, er sei bereits 400 Jahre zuvor in der ungarischen Puszta beheimatet gewesen und dort von magyarischen Nomaden herangezüchtet worden. Dagegen fand man in Ur, der Hauptstadt der Sumerer, 2000 Jahre alte Zeichnungen eines Hundes, der ihm erstaunlich ähnlich sieht. Definitiv ist die Rasse aber seit spätestens 1544 in Ungarn beheimatet, was eindeutige Urkunden beweisen.
Ein erster Rassestandard wurde für den Hund Anfang des 20. Jahrhunderts in Ungarn erarbeitet. Seither wird er als Hütehund und Gebrauchshund auch in unseren Breitengraden sehr geschätzt. Sein Name soll von den Begriffen Kommando oder Kommandant hergeleitet sein.
Entgegen körperlich schwächeren Hirtenhunderassen nimmt es der Komondor erforderlichenfalls auch ganz alleine mit einem Luchs oder sogar mit einem Wolf auf. Er wird gerne auch als der König der Hirtenhunde bezeichnet. Wohl aus Respekt vor seinen hervorragenden Eigenschaften. Obwohl er sehr verbunden mit seiner Familie ist, würde er ein Leben in Hof oder Garten, ausreichende Größe vorausgesetzt, einer Wohnung jederzeit vorziehen. Er braucht keine langen Spaziergänge, aber ein größeres Territorium, welches er bewachen und ablaufen kann.

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  • komondor: HellViolet | ©Pixabay