Kurzinfo

Der Verband für das Deutsche Hundewesen, welcher die Interessen aller Hundehalter in Deutschland vertritt, hält Informationen zu dem Standard einer jeden Rasse vor. So gibt der VDH eine Standardgröße für Sussex Spaniel Rüden und Hündinnen zwischen 38 und 41 Zentimetern an. Das Gewicht eines ausgewachsenen, normal genährten Hundes beträgt idealerweise etwa 23 Kilogramm.

Das äußere Erscheinungsbild dieser Hunde wirkt sanft und treu. Er hat haselnussbraune etwas traurig oder nachdenklich anmutende Augen. Sein mittellanges Fell ist seidenweich und sehr üppig. Am Körper ist das Haar glatt, an den Ohren, am Hinterteil und an den Beinen etwas länger und stark befedert. Unter seinem Deckhaar wächst eine sehr dichte Unterwolle, welche den Spaniel in jeder Jahreszeit vor Wind und Wetter schützt. Auch die Rute ist dicht mit Haar bedeckt. Der goldfarbene Grundton nimmt an den Haarspitzen zu.

Diese Hunderasse hat einen langen, muskulösen und kräftigen Körperbau. Insgesamt macht der Spaniel mit seinen kurzen Läufen und seinem, im Verhältnis zur Größe, recht hohen Gewicht, einen stämmigen und massiven Eindruck. Dieser wird durch einen kräftigen Knochenbau und ausgeprägte Muskelpartien unterstützt. Er hat einen geraden Rücken, kurze Beine, eine tief sitzende Rute und eine herabhängende Schnauze.

Charakteristisch für diese Hunderasse ist der rollende Gang, welcher für Spaniel völlig untypisch ist. Diese Merkmal verleiht diesem Spaniel einen Hauch von Anmut, ähnlich einer Katze, oder gar einem Löwen. So verglich die englische Züchterin Joy Freer, welche von 1923 bis 1984 diese Hunde aufzog, ihre Lieblingsrasse gerne mit den mächtigen Raubtieren.

Bei guter Pflege beträgt die Lebenserwartung dieses Rassehundes 12 bis 15 Jahre.

Charakter des Sussex Spaniels

Diesen Hund kann in Deinen vier Wänden nichts so schnell aus der Ruhe bringen. Der Spaniel ist in Deinem Heim ein ruhiger, umgänglicher Vertreter, dem spielende Kinder nichts ausmachen. Im Gegenteil entwickelt er zu Kindern oft ein hingebungsvolles, kameradschaftliches Verhältnis. Er ist leichtführig und sehr gelehrig. Der Spaniel ist weder leicht erregbar noch hektisch oder nervös. Er ist sehr anhänglich und wird daher Deine Gesellschaft leiben, daher kann er auch nur schwer alleine zu Hause bleiben. Mehr als ein bis drei Stunden ohne Dich, solltest Du ihm nicht zumuten.

Seine ruhige Art, gepaart mit seinem gemütlichen Gang bedeuten jedoch nicht, dass er kein Temperament besitzt. Im Freien zeigt der Spaniel, warum er als Jagd- und Stöberhund gilt. Er ist äußerst lebhaft und allzeit jagdbereit. Er ist ein wahres Arbeitstier, außerdem unglaublich begeisterungsfähig und ausdauernd. Der Spaniel braucht unbedingt körperliche und geistige Aufgaben damit er ausreichend gefordert wird und sich rundum wohl fühlt.

Er freut sich über ausgiebige Spaziergänge, bei denen er sich richtig austoben kann. Allerdings solltest Du ihn beim Freilauf immer gut im Auge behalten, da ab und zu sein Jagdfieber mit ihm durchgehen kann. Um seinen Jagdtrieb im Griff zu behalten ist eine sanfte, konsequente Erziehung und insbesondere ein funktionierender Rückruf im Freien und in der Natur unabdingbar. Beispielsweise kannst Du mit ihm zum Hundesport gehen oder Dir selbst Spiele für ihn überlegen.

Da dieser Hund ein wahrer Spürhund ist macht ihm vor allem „Nasenarbeit“ sehr viel Freude. Heutige Familienhunde sind in Bezug auf ihr Riechorgan häufig unterfordert. Dass Hunde über einen komplexen Geruchssinn verfügen, ist vielen Menschen nicht bewusst und so wird dieser nur selten gefördert oder genutzt. So kannst Du Deinen Hund Gegenstände, wie ein Leckerli oder ein verstecktes Spielzeug suchen lassen. Du kannst ihn sogar darauf trainieren, Deinen Schlüssel, seine Leine oder Dein Handy zu suchen. Denn gerade diese Gegenstände werden von den Herrchen oft verlegt.

Pflege und Ernährung

Eine gesunde Ernährung besteht für einen Spaniel, wie bei allen Hunden, überwiegend aus Fleisch. Gerade zu viel Getreide schadet den Vierbeinern erheblich. Als Ergänzung können Gemüse, Reis, Nudeln und Flocken gereicht werden. Letztere allerdings nur in Maßen. Zudem muss Deinem Hund immer frisches Trinkwasser zur Verfügung stehen. Damit der Sussex nicht zu viel Fett ansetzt, wozu er neigt, solltest Du darauf achten, ihm sein Futter nur zu festgelegten Tageszeiten zu geben. Beispielsweise könnte ein Ritual sein, ihm nach den Spaziergängen seine Mahlzeit zuzubereiten. Einem ausgewachsenen Spaniel reichen zwei abgemessene Gerichte am Tag.

Damit Dein Spaniel immer schön gepflegt aussieht und sich keine Knoten im Haar bilden, solltest Du auf eine gute Fellpflege achten. Gerade die dichte Unterwolle macht es unverzichtbar, das Fell mindestens zwei bis drei Mal pro Woche ausgiebig zu bürsten. Ebenso sollten seine stämmigen Pfoten regelmäßig gesäubert und auf Verletzungen kontrolliert werden. Auf diese Weise kannst Du Entzündungen von vornherein vermeiden. Auch die empfindlichen, herabhängenden Ohren solltest Du in regelmäßigen Abständen kontrollieren und säubern.

Wenn Du Deinen Hund eine Weile kennst und Dir sein Verhalten vertraut ist, wirst Du schnell merken, wenn etwas nicht stimmt. Wesensveränderungen können auf eine Krankheit schließen, aber auch auf eine nicht artgerechte Haltung. Durch den rechtzeitige Gang zum Tierarzt können mögliche Krankheiten früh genug erkannt und behandelt werden.

Besonderheiten/Geschichte

Wie bereits zu Anfang erwähnt, wurde diese Rasse ursprünglich als Jagd- bzw. Stöberhund oder auch Apportierhund gezüchtet. So wurde diese Hunderasse während der Jagd eingesetzt und zum Aufspüren der Beute durch dichtes Unterholz geführt. Die Jagdeigenschaften gehören bis heute zu seinen Wesenszügen und machen ihn für Jäger noch immer sehr interessant. Er arbeitet sehr zuverlässig und sorgfältig und gibt bei erfolgreicher Suche Laut.

Heute gehört er allerdings zu einer der seltenen Hunderassen. Seine Geschichte reicht zurück bis in das Jahr 1795 in die gleichnamige Grafschaft Sussex, Großbritannien. Der erste Züchter dieser Rasse E. A. Fuller festigte in seiner mehr als 50 Jahre langen Zuchtarbeit in seinem Zwinger „of Rosehill“ die Wesensmerkmale und das Aussehen dieses Spaniels. Danach ging der reine Spaniel durch Kreuzungen mit anderen Spanielarten verloren. Ab 1923 wurde die Rasse wieder aufgelegt, allerdings hat sie bis heute nie einen richtigen Durchbruch erlebt. 1990 wurde dieser Spaniel vom FCI, dem internationalen Dachverband für Rasse, Zucht, Pflege, Verhalten, Erziehung und Krankheiten der Haushunde, als Rasse anerkannt. Wurde die Rute in der Zucht früher häufig kupiert, ist dies heute kein Standardmerkmal mehr.

Aufgrund ihres freundlichen und ruhigen Charakters wird diese Rasse heute gerne als Begleithund gehalten. Allerdings ist es aufgrund ihrer Seltenheit schwierig, einen Züchter zu finden. Selbst in der Heimat des Sussex, in Großbritannien, gibt es nur wenige reinrassige Hunde dieser Art. Allein in Belgien, Frankreich und Tschechien werden heute vereinzelt Sussex Spaniel gezüchtet.

Bildquelle:

  • sussex-spaniel: 21281181 - © CALLALLOO CANDCY - AdobeStock