Neufundländer sind eine beliebte Hunderasse, die sich durch ihren kräftigen Körperbau und ihre Gutmütigkeit auszeichnen. Die anhänglichen Hunde sind treue Weggefährten, die dennoch ein wenig Erziehung benötigen.

Kurzinfo

Die Hunderasse der Neufundländer hat einen kräftigen Körperbau und ein dichtes, wasserabweisendes Fell. Hündinnen können eine Größe von 63 bis 69 Zentimetern erreichen und Rüden haben eine durchschnittliche Widerristhöhe von 69 bis 74 Zentimetern. Der bärenähnliche Hund ist alles andere als ein Leichtgewicht. Rüden können 60 bis 70 Kilogramm schwer werden und bei Hündinnen sind es immerhin 45 bis 55 Kilogramm.

Gezüchtet werden die kräftigen Hunde mit schwarzem, braunen oder hellem Fell mit schwarzen Flecken. In den USA gibt es auch Neufundländer mit grauem Fell. Tiere mit dieser Fellfarbe können jedoch unter Haarausfall leiden. Das Fell der sanften Riesen ist lang und und teilweise leicht gewellt. Es ist außerdem wasserundurchlässig und im Winter bekommen die Tiere eine dichte Unterwolle.

Die Lebenserwartung der Tiere ist im Vergleich eher unterdurchschnittlich. Die Hunde werden im Durchschnitt zwischen 7 und 10 Jahren alt, wobei 22 % aller Hunde dieser Rasse nicht einmal das Alter von fünf Jahren erreichen.

Gemäß dem FCI- Standard Nr. 50 sind Neufundländer der Gruppe der Pinscher und Schnauzer, Molossoide und Schweizer Sennenhunde zuzuordnen. Außerdem gehören sie zur Sektion 2.2, der Berghunde.

Charakter des Neufundländers

Neufundländer sind freundliche und ausgeglichene Hunde, die außerdem sehr intelligent sind. Trotz seiner Gutmütigkeit hat ein Hund dieser Rasse jedoch auch sehr sture Charakterzüge. Einen Neufundländer zu etwas zu bewegen, das er nicht möchte, ist eine herausfordernde Aufgabe. Besonders im Hinblick auf seine Größe und sein Gewicht ist eine gute Erziehung bei Hunden dieser Rasse daher unabdingbar.

Von dieser Notwendigkeit abgesehen, sind Neufundländer perfekte Familienhunde. Sie sind kinderlieb und lassen sich nur schwer aus der Ruhe bringen. Selbst wenn ein Kleinkind an ihnen herumzupft, reagieren sie in der Regel nicht aggressiv. Hunde dieser Rasse lieben und brauchen Familienanschluss und können sich gut in ein „Rudel“ integrieren. Für die Zwingerhandlung sind die großen Hunde allerdings eher nicht geeignet, da sie am liebsten in der Nähe ihrer Familie sind. Auch gegenüber anderen Hunden oder weiteren tierischen Mitbewohnern sind die sanften Riesen tolerant. Beachten solltest Du aber, die verschiedenen Tiere schon früh aneinander zu gewöhnen, damit das Zusammenleben auch tatsächlich reibungslos funktioniert. Keine Aggressionen zeigen die gutmütigen Hunde außerdem gegenüber Fremden und das, obwohl sie in Bezug auf ihre Familie durchaus einen ausgeprägten Beschützerinstinkt entwickeln können.

Obwohl Neufundländer auf den ersten Blick sehr gemütlich wirken und dies zum Teil auch sind, brauchen sie viel Platz und Bewegung. Ausgedehnte Aktivitäten im Freien liegen Hunden dieser Rasse besonders. Kennzeichnend ist dabei vor allem ihre ausgeprägte Liebe zum Wasser. Wenn sie einen Teich sehen, wollen sie sich sofort ins kühle Nass stürzen.

Pflege und Haltung

In Sachen Pflege solltest Du unbedingt beachten, dass die großen Hunde einen hohen Futterbedarf haben und zudem eine regelmäßige Fellpflege benötigen. Außerdem sind die imposanten Tiere nicht für kleine Stadtwohnungen ohne Auslauf geeignet. Sie brauchen Platz, frische Luft und viel Liebe, um sich optimal entfalten zu können. Mit Neufundländern musst Du nicht stundenlang durch die Gegend joggen, um sie auszupowern, dennoch sehnen diese Hunde sich nach Beschäftigung. Idealerweise hast Du einen großen, eingezäunten Garten, in dem sich der Hund regelmäßig aufhalten kann und unternimmst gemütliche Spaziergänge zum Wasser mit ihm.

Schwarzer Neufundländer Gesicht

Fellpflege: Neufundländer müssen regelmäßig gebürstet werden, um ihr Fell von Dreck und Fellresten zu befreien. Besonders beim zweimal jährlich stattfindenden Fellwechsel sollte dieser Aufgabe gewissenhaft nachgegangen werden. Gebadet werden muss der Neufundländer in der Regel nicht. Hat der Hund sich allerdings in etwas Übelriechendem gewälzt, ist ein Bad allerdings manchmal unvermeidbar. Da sein Fell wasserabweisend ist, fühlt es sich immer etwas ölig an. Dieser leichte Ölfilm ist unbedingt zu erhalten, daher solltest Du bei einem Bad Deines Hundes nur ein rückfettendes Shampoo verwenden.

Typische Krankheiten

Da Neufundländer einen großen und kräftigen Körperbau haben, sind sie häufig von orthopädischen Krankheiten betroffen. Zu diesen genetisch angelegten Erkrankungen gehören die Hüftdysplasie oder die Ellbogendysplasie. Bei diesen Krankheiten leiden die Hunde unter schmerzhaften Arthrosen in den Gelenken. Die Belastung der Gelenke, sowie eine genetische Vorbelastung können die Entstehung dieser Krankheiten beschleunigen. Schon in der Wachstumsphase entwickeln sich bei einigen Neufundländern diese Beschwerden. Ein fehlerhaftes Fütterverhalten begünstigt die Entstehung dieser orthopädischer Erkrankungen. Deshalb solltest Du unbedingt auf die passende Zusammensetzung des Futters für Deinen Hund achten. Dein Tierarzt informiert Dich sicher gerne ausführlich zu diesem Thema.

Desweiteren leiden viele Neufundländer an Herzerkrankheiten. Diese kardiologischen Krankheiten werden beim Neufundländer durch das Unvermögen, die körpereigene Säure Taurin zu synthetisieren, ausgelöst. Anders als bei den meisten anderen Hunderassen muss bei der Auswahl des Futters für einen Neufundländer also darauf geachtet werden, dass der körpereigene Stoff zugesetzt ist.

Weitere gehäuft bei den Neufundländern auftretenden Krankheiten sind die Stoffwechselerkrankung Cystinurie oder Knochenkrebs.

Geschichte der Neufundländer

Die freundlichen Neufundländer stammen ursprünglich von der kanadischen Atlantikinsel Neufundland. Man vermutet, dass der heutige Neufundländer sich aus verschiedenen europäischen Hunderassen, die mit Fischern nach Neufundland kamen, entwickelt hat. Möglicherweise haben diese Hunde sich mit den Hunden der auf Neufundland lebenden Indianern vermischt. In jedem Fall handelt es sich bei den Neufundländern um eine alte Hunderasse, die bereits im 18 Jh. Erwähnung fand. Offiziell anerkannt wurde die Rasse dann im Jahr 1886.

Die kräftigen Hunde wurden als Arbeitstiere der Fischer eingesetzt. Sie holten Netze ein, zogen Lasten und retteten sicher auch dem ein oder anderen Schiffbrüchigem das Leben. Vermutlich hatten sie zusätzlich noch eine bewachende Funktion, die aber heute nur noch schwach ausgeprägt ist. Noch heute sind die Neufundländer ein nationales Tiersymbol der kanadischen Provinz Neufundland und Labrador.
In den folgenden Jahrhunderten kamen die robusten Tiere hauptsächlich als Zughunde oder Wasser liebende Rettungshunde zum Einsatz. Auch heute werden viele Neufundländer noch zu Wasserrettungshunden ausgebildet. Daneben können sie aufgrund ihres gutmütigen und sanften Wesens aber auch zu Therapiehunden angelernt werden.

Bei den meisten Neufundländern handelt es sich aber heute um Familienhunde, die sich inmitten ihres „Rudels“ pudelwohl fühlen. Das Schwimmen in ihrem Lieblingselement, dem Wasser, sollte man seinem Neufundländer aber in keinem Fall verwehren. Denn beim Austoben im kühlen Nass kann diese Rasse sich von seiner ursprünglichen Seite zeigen.

Bildquelle:

  • Schwarzer Neufundländer: ©Maximilliane- Pixabay.com
  • Neufundländer in Grau: ©skeeze - Pixabay.com