Der Pharaonenhund, auch Pharaoh Hound oder Kelb-tal-Fenek genannt, ist eine eigenständige Hunderasse aus Malta. Ursprünglich zur Kaninchenjagd gezüchtet, gehört der Pharaonenhund zu den ältesten windhundähnlichen Jagdhunden der Welt und zählt zugleich zu einer der teuersten Hunderassen überhaupt.

Kurzinfo

Der Pharaonenhund ist ein mittelgroßer Jagd- und Windhund. Äußerlich erinnert er auf den ersten Blick stark an einen Podenco oder an den weltweit verbreiteten Straßen- oder Pariahund, jedoch hat er einige unverwechselbare Merkmale. Das Fell des Pharaonenhundes ist charakteristisch rötlich. Die Farbe variiert von Rostbraun bis Dunkelrostbraun. Weiße Markierungen sind nur an Schwanzspitze, Brust und Zehen erlaubt und eher selten. Meistens ist der Pharaonenhund einheitlich gefärbt. Das Deckhaar ist glatt und kurz, von fein bis etwas rau. Auffällige, große Stehohren und bernsteinfarbene Augen gehören ebenfalls zum typischen Erscheinungsbild. Nase, Ohreninnenseiten und Augenlider sind fleischfarben bis rötlich, da der Rasse das schwarze Pigment fehlt.

Ein bestimmtes Gewicht ist für den Pharaonenhund nicht vorgeschrieben, es liegt jedoch etwa bei rund 25 Kilo. Die Größe beträgt bei Rüden zirka 56 bis 64, bei Hündinnen 53 bis 61 Zentimeter. Insgesamt wirkt der Pharaonenhund in seiner Haltung edel und kraftvoll. Die Lebenserwartung liegt bei etwa 12 Jahren.

Pharaonenhund, Kelb-tal_Fenek

Charakter des Pharaonenhundes

Der Pharaonenhund ist sowohl Jagd- als auch Windhund. Er ist sehr lebhaft, sensibel und benötigt viel Auslauf. Er hat naturgemäß einen starken Drang nach Bewegung und meist auch einen ausgeprägten Jagdtrieb. Er kann schnell sprinten und extrem kurze Haken schlagen. Nicht nur als Junghund benötigt er viel Freilauf in der Natur und hat großen Freude an Jagderlebnissen. Ihm entgeht dabei kaum etwas, denn er benutzt alle drei Sinne, Riechen, Hören und Sehen. Das Laufen und Jagen ist ein tiefes Grundbedürfnis dieser Hunderasse. Es zu erfüllen, kann in unseren Breitengraden zuweilen nur schwer umgesetzt werden. Eine gute Möglichkeit, um seinen Bewegungsdrang zu stillen, ist die Teilnahme an Windhundrennen.

In ihrer Herkunftsregion, auf den Inselns Malta und Gozo, wird der Pharaonenhund zur Jagd auf Kaninchen eingesetzt. Aber auch als Wachhund für Ziegen tut er seine Dienste. Darum neigt er manchmal zum Bellen bei unbekannten Geräuschen.

Der Pharaonenhund ist intelligent und sehr gelehrig. Er lernt schnell. Dabei ist er dem Menschen freundlich und aufmerksam zugewandt. Mit seinem gutmütigen, verspielten Wesen sucht er geradezu die innige Anbindung an seine Menschen und zeigt eine enge Bindung. Entgegen seiner eleganten und schlanken Erscheinung ist er sehr robust und belastbar. Die ursprünglichen Lebensbedingungen auf den Inseln des Mittelmeers haben in seiner Entwicklung dazu beigetragen, dass der Pharao Hound heute so zäh, agil und ausdauernd ist.

Pflege

Grundsätzlich ist der Pharaonenhund sehr genügsam und darum gut zu halten. Ab und zu das Fell bürsten reicht an Pflege vollkommen aus. Im Haus ist er ruhig und sanft, wenn er artgerecht gehalten und draußen durch sein tägliches Pensum an Freilauf ausgepowert wird. Dann liegt er zuhause entspannt auf seinem Schlafplatz. Für eine Wohnung in der Großstadt ist er wegen seinem Bewegungsdrang und seiner Bellfreude allerdings ebenso wenig geeignet, wie für einen eher bewegungsunfreudigen Halter.

Erwähnenswert ist der Umstand, dass der Pharaonenhund keine Unterwolle unter seinem Deckhaar besitzt und auch wenig isolierendes Fett. Er ist somit kälteempfindlich, wie viele Windhundrassen, die aus wärmeren Regionen stammen.
Um den Hund auszulasten und seinem Drang nach Beschäftigung gerecht zu werden, empfiehlt sich das Training für Windhundrennen, Agility oder Spiele, die seinen Jagdtrieb fordern.

Ein Pharaonenhund lässt sich sehr gut erziehen. Seine Intelligenz und seine Zugewandtheit zum Menschen machen es leicht, mit ihm zu arbeiten. Er versteht schnell, was von ihm verlangt wird und möchte seinem Menschen gefallen. Natürlich bedarf es aber auch immer der nötigen Konsequenz, denn wie alle Windhunde neigt er zur Sturheit.

Typische Krankheiten

Obwohl die Zuchtbasis durch die Herkunft von der Insel Malta sehr begrenzt ist, zeigt sich der Pharaonenhund als weitgehend robust und gesund. Skelettprobleme wie HD, ED oder Arthrose machen diesem beweglichen, leichten Hundetyp nicht groß zu schaffen. Da die Rasse sehr selten ist, liegen nicht allzu viele Erkenntnisse über besondere Krankheiten vor.

Pharaonenhund: Geschichte

Malta, Gozo, Comino und Cominotto gelten als Ursprungsinseln des Pharaonenhundes.
Allerdings stammt die älteste Darstellung eines Windhundes mit Stehohren etwa aus den Jahren 3.800 v.Chr. Nach neuesten Erkenntnissen soll auch die Darstellung des ägyptischen Gottes Anubis vermutlich ein Pharaonenhund sein. Es könnte sich aber auch um einen Ur-Ahnen des Basenji, einer aus Afrika stammenden Hunderasse sein, die eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Pharaonenhund hat. Möglicherweise haben Ägypter von ihren Reisen nach Griechenland und Somalia Hunde mit in ihre Heimat gebracht. Es ist ungeklärt, wer diese Hunde schließlich auf die Mittelmeerinseln brachte, ob die Kreter oder die Phönizier. Klar ist, dass die Ägypter etwa ab 3.000 v. Chr. die mitgebrachten Hunde mit dem einheimischen Windhund Tesem zu kreuzen begannen. So entstand ein einheitliches Erscheinungsbild. Der Pharaonenhund stammt also ursprünglich nicht aus Nordafrika, wie der Name denken lässt. Sie verließen nur im Laufe der Zeit Ägypten wieder und konnten auf den isolierten Inseln ihre ursprüngliche Erscheinung behalten.

Die Bezeichnung Pharaonenhund wurde lange als Sammelbegriff für alle windhundähnlichen, stehohrigen Jagdhunde vom Typ der Podencos verwendet. Erst seit 1977 wird dieser Name ausschließlich dem Kelb tal-Fenek zugeordnet. Diese Rasse wurde 1960 von den Engländern auf Malta entdeckt. Kelb tal-Fenek ist maltesisch und bedeutet etwa: Hund des Kaninchens. Er wurde ursprünglich zur Kaninchenjagd eingesetzt.

Da auch Podencos lange Zeit als Pharaonenhund bezeichnet wurden, wird häufig auch in den deutschsprachigen Ländern die englische Rassebezeichnung Pharao Hound gebraucht. So werden Verwechslungen vermieden. Überhaupt fällt auf den ersten Blick die Unterscheidung der verschiedenen Podenco-Schläge und dem Pharao Hound sehr schwer, da sich viele dieser Arten extrem ähneln. Ob iberischer, kanarischer oder französischer Windhund, sie alle sehen fast gleich aus. Lediglich durch ihre Farben und Größen lassen sie sich oft überhaupt unterscheiden. Man kann daher die berechtigte Frage stellen, ob der Pharaonenhund nicht einfach nur ein eigener Podenco-Schlag ist.

Auf Malta und Gozo wird der Pharao Hound auch heute noch zur Jagd auf Kaninchen eingesetzt. Dies geschieht meistens nachts. In Paaren oder kleinen Gruppen stöbern die Hunde die Kaninchen in Steinwällen oder Felsspalten verborgenen Kaninchen auf. Durch Bellen und Scharren wird der Fund dem Jäger angezeigt. Der treibt das Kaninchen dann an die Oberfläche. In der Regel wird hierfür ein Frettchen eingesetzt, welches das Kaninchen in ein zuvor gespanntes Netz treibt. Stöbert ein Kelb tal-Fenek ein Kaninchen im Freien auf, verfolgt er es mit einem charakteristischen Bellen (maltesisch: Kurriera). Dieses Verhalten kann auch bei Windhundrennen und Coursings beobachtet werden, wo der Pharao Hound zu den wenigen Windhunden gehört, die während des Rennens bellen. Wenn der Pharaonenhund seine gejagte Beute zum Jäger bringt, tut er dies „mit weichem Maul“, das heißt, überbringt die Beute lebend.

Bildquelle:

  • Kelb-tal_Fenek: ©By Peter Gatt aus Malta (Zwoenitzer at de.wikipedia) - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16000037
  • Kelb_tal_fenek_529: ©By Jan Eduard, adjust by Pleple2000 - http://en.wikipedia.org/wiki/Image:KtF1.jpg, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=984656