Der Shiba Inu ist die kleinste der japanischen Hunderassen und sollte dennoch nicht unterschätzt werden. Aufgrund seines sehr eigenständigen und starken Charakters könnten sich manche Hundehalter die Zähne an ihm ausbeißen. Erfahrene Frauchen und Herrchen erfreuen sich jedoch an einem aufgeweckten und treuen Hund.

Kurzinfo

Größe: 37 – 40 cm
Gewicht: 8 bis 10 kg
Fell: dicht, dennoch pflegeleicht
Farbe: rot, braun-rot, weiß und schwarz
Lebenserwartung: 12 bis 15 Jahre

Charakter des Shiba Inu

In dem Shiba Inu steckt noch ein sehr altes, uriges Wesen. Dadurch unterscheidet sich seine Haltung von vielen anderen Hunderassen. Er ordnet sich nur schwer unter, ist sehr selbstständig, mitunter schwierig. Aber auch sehr treu, aufgeweckt und intelligent. Allgemein lässt sich sagen, dass er nicht für Anfänger geeignet ist. Bei richtiger Führung kann er jedoch ein ausgezeichneter Wach- und Familienhund sein.

Der Shiba Inu ist ein besonders kluger Hund mit seinem eigenen Willen. Er wird geschätzt für seine liebenswürdige Art und seinen Witz. Jedoch versucht er nicht wie andere Hunde, dem Menschen zu gefallen, weil er sich gerne unterordnet. Stattdessen ist es einfach Teil seines aufgeweckten und intelligenten Wesens.

Er ist eigenständig, charakterstark und zudem auch noch ungeheuerlich starrsinnig. Um ihn richtig zu erziehen, muss das Herrchen oder Frauchen mindestens ebenso dickköpfig sein. Bei der Erziehung ist es äußerst wichtig, ihm niemals Klein beizugeben, sondern die Regeln immer 100%ig zu befolgen, wie sie zuvor festgelegt wurden. Der Shiba Inu wird ständig versuchen, die Grenzen der Regeln auszutesten und neue Schlupflöcher zu finden. Einmal eine Regel gebrochen, wird es schwer, ihm wieder seine Grenzen aufzuzeigen. Ein Shiba Inu ist niemals endgültig erzogen, die Spielregeln im Haushalt müssen immer wieder aufs Neue bekräftigt werden. Das verlangt dem Hundehalter einiges ab.

Die Dickköpfigkeit und Eigensinnigkeit macht sich auch bei Befehlen bemerkbar. Man kann dem Shiba Inu durchaus Befehle und Tricks beibringen, sollte aber nicht erwarten, dass er sogleich springen wird, nur weil der Besitzer es will. Für ihn muss hinter den Befehlen auch ein Sinn stecken. In dieser japanischen Hunderasse steckt noch viel Ursprüngliches, Wolfsähnliches. Deswegen versucht er nicht ständig, seinem Halter zu gefallen und sich unterwürfig zu geben. Wenn er etwas tut, dann weil er es will und nicht, weil sein Besitzer es will.

Shiba Inu Welpe

Diese Selbstständigkeit bringt es mit sich, dass der Shiba Inu nicht die ganze Zeit beschäftigt werden muss. Er ist sich selbst genug und besitzt ein sehr in sich ruhendes Wesen. Das merkt man unter anderem daran, dass er sein Essen selbsttätig in regelmäßigen Abständen zu sich nimmt. Die meisten anderen Hunde würden fast immer fressen, wenn sie könnten. Man kann den Shiba Inu gerne mal in Ruhe lassen und er beansprucht diese Ruhe auch für sich selbst. Sein Schlafplatz, sein Spielzeug und sein Futter teilt er nur ungern.

Was andere Tiere anbelangt: Wurde der Hund früh mit anderen Hunden, Katzen etc. sozialisiert, steht einem friedlichen Zusammenleben nichts im Wege. Ähnlich sieht es auch mit Kindern aus: Der Shiba Inu hat das Potential, ein großartiger Familienhund zu sein. Jedoch muss er schon früh an Kinder gewöhnt werden und muss ständig von seinem Besitzer klar gemacht bekommen, was seine Rangordnung im heimischen Rudel ist. Andernfalls wird er seine Position innerhalb der Familie herausfordern. Wurde er jedoch an Kinder gewöhnt, kann er mit seiner verspielten und aufgeweckten Art viel Spaß ins Heim bringen.

Bei der Familie zeigt sich auch sein ausgeprägter Beschützerinstinkt. Der mittelgroße Spitzohr sollte nicht unterschätzt werden. Die Familienmitglieder werden von einem kräftigen und aggressiven Shiba gut verteidigt. Die Wache ist eine Aufgabe, welche der Shiba Inu gerne und mit Freude übernimmt. Zwar kann man ihn auf einem weitläufigen Grundstück halten. Jedoch benötigt er auch den Familienanschluss und fühlt er sich auch in einer Wohnung wohl, solange er beim Spazierengehen genügend Auslauf bekommt.

Die Förderung der körperlichen Aktivitäten ist bei dieser Hunderasse äußerst wichtig. Hohe Ansprüche stellt er dabei nicht. Ausgedehnte Spaziergänge, das Joggen mit dem Hundebesitzer oder beim Radfahren mit zu rennen, das reicht oftmals aus, um den Shiba Inu für eine Weile auszulasten. Hundesport ist meistens nichts für den Spitzohr. Stattdessen erlaubt es die robuste Konstitution des Hundes, bei Wind und Wetter Stunden im Freiem zu verbringen. Dann ist er Zuhause auch recht ruhig und genügsam. Ist er nicht ausgelastet, wirkt er schnell hyperaktiv und wird eher Regeln missachten und versuchen, seine Dominanz zu demonstrieren. Auch geistig sollte er ständig gefördert werden.

Shiba Inu Frontal

Fremden gegenüber ist er eher misstrauisch. Zu seiner eigenen Gruppe jedoch verhält er sich, bei guter Erziehung, äußerst treu und liebenswert. Diese Eigenschaft gepaart mit seiner Selbstständigkeit und seinem würdevollen Auftreten macht die Faszination des Shiba Inu aus.

Pflege

Mit dem Shiba Inu hat man einen äußerst pflegeleichten Hund. Das Fell benötigt jedoch ständige Fürsorge. Das Haarkleid ist recht lang und dick, darum muss es regelmäßig gebürstet werden. Unter dem drahtigen Deckhaar steckt eine weiche Unterwolle. Gerade diese weichen Härchen tendieren dazu, sich zu verknoten. Wird das Fell nicht regelmäßig gebürstet, verfilzt es schnell, was dazu führt, dass er stärker schwitzt und sich an der Haut mehr Bakterien sammeln. Darum ist ein ständiges Kämmen Pflicht. Gerade nach dem Winter verliert er sehr viele Haare. Das Gute am Fell des Shiba ist, dass es keine Widerhaken besitzt und sich deswegen leicht aus der Wohnung entfernen lässt. Gleichzeitig verfügt das Fell über kaum Eigengeruch. Und die Reinlichkeit, welche der Hund selber an den Tag legt, wirkt bisweilen wie bei einer Katze. Daher ist er, abgesehen vom regelmäßigen Bürsten und gelegentlichen Baden, ein sehr reinlicher und pflegeleichter Hund.

Auch die Ernährung des Shiba gestaltet sich recht unkompliziert. Barf bietet sich für diesen ursprünglichen Hund besonders an, er ist jedoch auch mit Dosen- und Trockenfutter zufrieden. Nur auf das Gewicht sollte man bei ihm achten, denn er neigt leicht dazu, Übergewicht anzulegen.

Typische Krankheiten

Der Shiba Inu ist in der Regel ein äußerst gesunder und widerstandsfähiger Hund. Bei guter Zucht sollten Krankheiten nicht häufig vorkommen. Rassetypische Krankheiten umfassen Augenkrankheiten wie grüner und grauer Star; Patellaluxation, eine Kniegelenkverletzung; und Hüftdysplasie, eine Fehlentwicklung des Hüftgelenkes. Jedoch treten diese Krankheiten nur äußerst selten auf.

Geschichte

In seinem Heimatland Japan gehört der Shiba Inu zu den nationalen Naturdenkmälern. „Inu“ ist Japanisch und bedeutet schlicht „Hund“. Woher der Begriff „Shiba“ kommt, lässt sich heute nicht mehr zweifelsfrei sagen. Das Wort bedeutet eigentlich „Buschwald“ und könnte sich auf seinen Lebensraum beziehen, die roten Buschwälder gebirgiger Regionen Japans. Oder bei dem Wort handelt es sich um eine alte Form des Schriftzeichens „Shiba“, welches für „klein“ steht. Als dritte Möglichkeit böte sich an, dass sich das Wort auf „shiba-aka“ bezieht, was einen bräunlichen Rotton beschreibt und damit für sein Fell steht. Eine andere Theorie geht davon aus, dass er seinen Namen von der Region Shiba-mura in der Präfektur Nagano bekam.

Der Shiba Inu ist die kleinste der typischen japanischen Hunderassen und stellt eine der wenigen ursprünglichen Hunderassen dar, da er nicht aus einer Zucht entstanden ist. Aufzeichnungen über den Hund gehen auf 400 v. Chr. zurück. Skelettfunde deuten daraufhin, dass ein Verwandter schon vor 8.000 bis 10.000 Jahren existierte. Der Shiba entwickelte sich hauptsächlich in den zentralen Bergregionen Japans. Hier wurde er in erster Linie als Wachhund eingesetzt und half bei der Jagd auf Kleinwild und auf Vögel.

Da es in dieser Gegend keine anderen kleinen Hunderassen gab, kam es kaum zu Vermischungen. Die Reinheit der Rasse wurde am Ende des 19. Jhr. durch englische Jagdhunde gefährdet. Die japanische Oberschicht führte diese im Land ein und kreuzte sie mit dem Shiba Inu. Ab 1928 bemühte man sich, durch konsequente Züchtung die Rasse zu erhalten. 1937 wurde der Shiba Inu als nationales Kulturgut unter besonderen Schutz gestellt. Im Zweiten Weltkrieg starb er jedoch beinahe aus. Viele Hunde litten unter den Bombenangriffen und fielen der Staupe-Krankheit zum Opfer, einer Art Viruserkrankung. Jedoch erholte sich die Zahl der Shibas nach dem Krieg rasch und die Hunderasse wurde auch im Ausland immer beliebter.

Bildquelle:

  • Shiba Inu Welpe: ©esmalen - Pixabay.com
  • Shiba Inu lachendes Gesicht: ©yen3456 - Pixabay.com
  • Shiba Inu im Profil: ©kazzzsat - Pixabay.com