Barfen kurz erklärt

Als Barfen wird die Rohfütterung von Tieren bezeichnet. Ursprünglich kommt der Name aus den USA, wo er für „Bones And Raw Food“ steht. Im deutschen Sprachraum wird „BARF“ allerdings oft mit „Biologisch Artgerechte Roh-Fütterung“ übersetzt.

Grundsätzlich lehnt man sich bei dieser Methode der Tierernährung an das Leben von Hunden (und manchmal auch Katzen) in der freien Wildbahn an: kein verarbeitetes Fertigfutter aus der Dose, sondern stattdessen rohes Fleisch, Innereien, Obst und Gemüse. Der große Vorteil: Bei der Zusammenstellung des Futters kann sehr genau auf die individuellen Bedürfnisse des Vierbeiners eingegangen werden. Auf Zusätze wie Aroma- oder Geschmacksstoffe wird vollkommen verzichtet.

5 BARF-Tipps

Damit dein Hund das BARF-Futter richtig genießen kann, gibt es ein paar Dinge zu beachten.

  1. Kein rohes Schweinefleisch

Das Fleischsortiment ist breit gefächert. Prinzipiell hast du freie Wahl und kannst je nach Geschmack deines Hundes entscheiden. Die einzige Ausnahme: Rohes Schweinefleisch. Doch warum?

Schweine gelten als Wirte des Aujeszky-Virus, ein Herpesvirus, das für viele Tierarten bei Ansteckung tödlich sein kann. Bei Hunden und Katzen etwa macht sich die Krankheit durch eine Gehirn- und Rückenmarksentzündung bemerkbar. Die Symptome reichen dabei von Abgeschlagenheit bis hin zu Unruhe und erhöhter Aggressivität. Im weiteren Verlauf kommen ein starker Juckreiz, Erbrechen, Durchfall und Speicheln hinzu. Bis heute gibt es leider kein wirksames Heilmittel.

  1. Ausreichend recherchieren

Aller Anfang ist schwer. Wenn du dich zu Beginn noch etwas überfordert fühlst, so hilft es, wenn du zuerst auf BARF-Komplettmenüs zurückgreifst. Auf diese Weise machst du dich mit der Thematik vertraut und lernst, worauf es wirklich ankommt. Umfangreiche BARF-Anleitungen zeigen dir, wie sich die verschiedenen Inhaltsstoffe optimal kombinieren lassen.

Bist du erst einmal im Barfen drinnen, kannst du mit verschiedenen Mischverhältnissen und Zutaten das ideale Futter für deinen Vierbeiner finden. Bei der Berechnung der Futtermenge unterstützt dich ein BARF-Rechner. Er bezieht sowohl Alter und Größe als auch das Wesen deines Tieres in seine Berechnungen mit ein.

  1. Weiche Knochen und Knorpel

Vor allem in der Eingewöhnungsphase solltest du zunächst zu möglichst weichen Knochen und Knorpeln greifen und den Hund gut beobachten, während er kaut. Er muss nämlich erst lernen, wie er mit der natürlichen Nahrung umzugehen hat. Zu den weichen Knochen zählen etwa Hühnerhälse oder Entenkarkasse.

Später kannst du auf Lammrippen und Rinderkehlkopf umsteigen. Füttere jedoch nicht zu viel Knochen auf einmal und am besten nur mit der restlichen Mahlzeit gemeinsam, um Knochenkot zu vermeiden.

  1. Bei Milchprodukten aufpassen

Möchtest du deinem Vierbeiner Milchprodukte geben, gilt besondere Vorsicht. Denn wurde er nicht bereits als Welpe an Milch, Käse, Joghurt und Co. gewöhnt, so kann es sein, dass sein Körper verlernt hat, die darin enthaltene Laktase zu verarbeiten. Die Folge: Durchfall.

Suche dir in diesem Fall laktosefreie Alternativen oder versuch es mit laktosearmen Produkten wie Hüttenkäse oder Quark.

  1. Schrittweise Ernährungsumstellung

Für eine problemlose Umstellung braucht es Zeit. Schenke deinem Liebling noch mehr Beachtung als sonst und schau genau, wie er auf das neue Futter reagiert. Anfangs kann es helfen, die Futtermenge in mehrere kleinere Mahlzeiten aufzuteilen. Darüber hinaus erleichtern helle Fleischarten und leicht gedünstetes Gemüse den Umstieg. Mag dein Hund den Geschmack von rohem Fleisch nicht, gibt es auch die „Barfen light“-Alternative, bei der das Fleisch gekocht wird.

Zusammensetzung des BARF-Futters

Beim Barfen geht es um die Erstellung eines Ernährungsplan mit verschiedenen Komponenten, die gemeinsam ein vollwertiges, nährstoffreiches Futter bilden. So versorgt Muskelfleisch dein Tier mit wichtigen Mineralien, Fetten, Wasser, Vitaminen und nicht zuletzt Proteinen.

Ob es sich dabei um Rind, Geflügel, Lamm, Schaf, Ziege oder etwas exotischeres wie Känguru oder Strauß handelt, bleibt dir und den Präferenzen deines vierpfotigen Freundes überlassen. Achte nur darauf keinesfalls rohes (Wild-)Schweinefleisch zu verwenden – dieses kann Salmonellen enthalten und die tödliche Aujeszky-Krankheit hervorrufen!

Blättermagen oder Pansen von Wiederkäuern beinhalten übrigens viele Vitamine, rohe, fleischige Knochen bringen hingegen extra Mineralien, wie Kalzium, Phosphor und Magnesium mit. Innereien wie Leber, Niere oder Milz geben deinem Hund u. a. Eisen, Biotin, Kupfer und Vitamine.

Gemüse und Obst gelten als wertvolle Vitaminlieferanten. Außerdem liefern sie ebenso Mineralien und Faserstoffe. Achtung: Nicht jedes Obst und Gemüse ist für Hunde bedenkenlos. Bei den folgenden machst du aber sicher keinen Fehler:

  • Geeignetes Obst für Hunde: Ananas, Äpfel, Aprikosen, Bananen, Beeren, Birnen, Mangos, Melonen, Kirschen, Papaya und Pfirsiche

  • Geeignetes Gemüse für Hunde: Brokkoli (gedämpft/püriert), Gurke, Karotten, Kürbis (gekocht/püriert), Mais und Spinat

Unbedingt verzichten sollte dein Hund auf diese Obst- und Gemüsesorten:

  • Avocado

  • rohe Zwiebel

  • Knoblauch

  • Rhabarber

  • Trauben

  • Tomaten

  • rohe Kartoffeln

  • Aubergine

Kräuter verleihen dem Futter mehr Geschmack und können zudem verdauungsfördernd sein. Basilikum, Kamille, Gartenkresse und Oregano sind jedenfalls eine gute Wahl. Besonders wichtig sind überdies mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Diese findest du etwa in Fisch-, Hanf-, Lachs- oder Leinöl. Speziell Omega-3, -6 und -9 gehören unbedingt zu einer ausgewogenen BARF-Ernährung.

Wie du siehst, gibt es beim Barfen einiges zu beachten. Immerhin stellt die Ernährung einen fundamentalen Bestandteil des Hundelebens dar und nimmt großen Einfluss auf sein Energielevel, seinen Spieltrieb, sein ganzes Leben. Informiere dich daher ausreichend, bevor du mit dem Barfen beginnst. Dann wird dir dein Hund dafür danken.

Bildquelle:

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