Viele Menschen fahren in den jährlichen Sommerurlaub mit dem Auto. Hat man ein Haustier, kann man dieses oftmals nicht für längere Zeit bei Freunden unterbringen, oder aber das nötige Kleingeld locker machen für ein Hundehotel. Die meisten Tierbesitzer wollen dies auch gar nicht, da der eigene Hund zur Familie gehört und definitiv auch mit in den Urlaub soll. Hier erfährst Du wie du die Fahrt für Deinen Hund am erträglichsten machst und ihm die Angst vor dem Autofahren nehmen kannst.

Ursachen

Die Hauptursache für die Angst vor Autos findet sich bei Hunden meist an der Tatsache, dass sie als Welpen nicht mit einem Auto bekannt gemacht worden sind. Hier solltest Du wenn Du einen Welpen kaufst stets den Züchter fragen ob der Welpe bereits eine kurze Autofahrt hinter sich hat. Oft ist der Züchter nämlich nicht im unmittelbaren Umfeld, sodass das nach Hause fahren nach dem Kauf bereits zu einem großen Stressauslöser führen kann. Denn etwas Unbekanntes versetzt Hunde stets in Stress.

Bevor ihr losfahrt, solltest Du dem Welpen genügend Zeit geben sich im Auto etwas umzusehen. Er soll sich bekannt machen mit der neuen Umgebung und alles erschnüffeln. Du darfst nicht vergessen, Du nimmst ihn mit, weg von seinem gewohnten Umfeld und weg von dem was er kennt.

Bei älteren Hunden kann die Angst viel ausgeprägter sein und auch komplexere Ursachen haben. Ein Hund aus dem Tierschutz hat oft lange Autofahrten aus dem Ausland hierher hinter sich. Hinzu kommt, dass er höchst wahrscheinlich auch äußerst schlechte Erfahrungen mit Menschen bis dato gemacht hat. In solchen Rettungsaktionen ist es auch nicht unüblich, dass mehrere Hunde auf engstem Raum nach Deutschland kommen.

Bevor Du auf Ursachenforschung gehst, solltest Du Dir diese Fragen stellen:

• War dein Liebling bereits in einen Autounfall verwickelt?
• Hat er eventuell Schmerzen beim Einsteigen?
• Ist der Abstand für ihn vom Kofferraum nach vorne vielleicht zu groß?
• Wurde er schon einmal längere Zeit allein in einem Auto gelassen?
• Assoziiert er mit dem Auto eventuell die Fahrt zum Tierarzt?
• Ist die Angst vorüber, nach einiger Zeit im Auto?
• Ist ihm die Hundebox eventuell zu klein?

Mit diesen Fragen hast Du eventuell vielleicht schon eine Ursache für die Angst bei Deinem Vierbeiner gefunden. Aber keine Sorge, es gibt für alles eine Lösung.

Was tun – Tipps & Tricks

Ab wann setzt die Angst bei ihm ein? Wird er vor der Autofahrt bereits nervös? Bei welchem Schritt – vom Jacke anziehen bis hin zum Einsteigen – wird er ängstlich? Wenn Du das herausgefunden hast, kannst Du anfangen daran zu arbeiten. Mit Belohnungen, wenn der Hund angstfrei an dieser Station vorbeigekommen ist, kannst Du einen großen Beitrag dazu leisten, dass seine Angst vor dem Autofahren geringer wird. So lernt er, dass das Autofahren nichts Schlimmes ist.

Ebenso wichtig ist der richtige Platz im Auto. Bedenke, dass für Deinen Hund die vorbeirauschenden Eindrücke und Gerüche sehr stresshaft sein können. Hier kann Dir eine Hundebox weiterhelfen. In dieser Box bekommt er nicht so viel von draußen mit.

Wenn Du die richtige Box ausgesucht und gekauft hast, bringe sie erst einmal mit nach Hause. Dein Hund muss sich erst einmal an die neue Transportbox gewöhnen. Achte darauf, dass er sich darin wohl fühlt. Lege ihm seine Lieblingsdecke hinein, oder etwas wovon du weißt, dass es ihn beruhigt. Ebenso wichtig ist etwas womit du ihn beschäftigen kannst, hier ist ein Kauknochen oder ein Spielzeug die richtige Wahl.

Verzage nicht, sollte Dein Liebling partout nicht in eine Box wollen. Es gibt für Hunde eigene Anschnallgurte und Brustgeschirr mit dem Du Deinen Vierbeiner im Auto sichern kannst. Bitte fahre niemals mit Deinem Hund ungesichert im Auto. Die Sicherheit Deines Hundes und auch Deine eigene stehen an erster Stelle.

Sollte sich nichts an der Angst Deines Hundes ändern, wende Dich bitte an Deinen Tierarzt. Er kann dir Verhaltenstherapeuten für Hunde in Deiner Umgebung nennen.

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