Hunde können mit den meisten Zeckenbissen gut umgehen. Doch gelegentlich kommt auch mal Borreliose beim Hund vor. Wenn dies geschieht, muss auf die Symptome möglichst rasch reagiert werden. Nur so lässt sich ein schwerer Krankheitsverlauf verhindern.

Ursachen

Die Erreger der Borreliose beim Hund sind Bakterien. Sogenannte Borrelien besiedeln den Magen-Darm-Trakt von Zecken. Beißen diese sich am Hund fest, können Anteile dieser Bakterien über den Speichel der Zecken in den Blutkreislauf befallener Tiere übertragen werden. Die Folge sind Entzündungen, die alle Gewebeteile, die Muskulatur und das Knochengewebe betreffen können. Voraussetzung dafür, dass eine Übertragung von Borrelien überhaupt erfolgt, ist eine Verweildauer festgesaugter Zecken von einem bis zwei Tagen. Wer also Zecken frühzeitig entdeckt und entfernt, beugt einem Risiko der Borreliose wirksam vor. Selbst nach der beschriebenen Zeit zwischen Zeckenbefall und Bakterienübertragung sind die meisten Hunde unempfindlich gegen die Erkrankung.

zeckenentfernung-bei-kleinem-hund

Symptome

Wie beim Menschen rötet sich auch beim Hunde einige Tage nach dem Biss die Stichstelle. Allerdings ist es schwierig, dies unter dem Fell zu erkennen. Durch Abtasten lässt sich gelegentlich eine leichte Schwellung feststellen, woraufhin aber noch nicht sicher eine Borreliose nachgewiesen ist. Die eigentlichen Beschwerden sind weitaus drastischer und treten nach zwei bis fünf Monaten auf. Nun sind erkrankte Hunde appetitlos und fiebrig. Hinken, Schonen und Hecheln deuten auf geschwollene Lymphknoten sowie schwere Entzündungen der Muskeln und Gelenke hin. Im weiteren Verlauf können Lähmungen an einzelnen Gliedmaßen auftreten, vorzugsweise des Gelenks, das dem ursächlichen Zeckenbiss am nächsten liegt. Wird eine Therapie nicht rechtzeitig eingeleitet, können die Lähmungserscheinungen auch später weiter anhalten. Weiterhin bedeuten mögliche Nierenentzündungen oder Herzprobleme eine starke gesundheitliche Beeinträchtigung bis hin zur Lebensgefahr.

Borreliose erkennen

Jede Veränderung im Verhalten von Hunden bedeutet eine mögliche gesundheitliche Einschränkung. Vor allem das Schonen der Gelenke, welches sonst nicht üblich ist, kann als Warnzeichen betrachtet werden. Auch ein mangelnder Appetit oder ein allgemein apathisches, antriebsschwaches Verhalten sollten vom Tierarzt untersucht werden. Nach einem konkret gefundenen Zeckenbiss sollte der Hund täglich auf mögliche Veränderungen der Bissstelle untersucht werden. Bei Anzeichen einer Schwellung oder Rötung lässt sich das „Wandern“ durch die Fellprüfung zwischen zwei Daumen besser erkennen. Immer während der Zeckensaison sollten Zeckenschutzmittel verwendet und der Hund nach jedem Spaziergang auf mögliche Zeckenbisse untersucht werden. Kommt es erst einmal zu Lähmungserscheinungen, ist die Erkennungszeit sehr spät und eine Heilung durch Antibiotika nur sehr mühselig bis mangelhaft möglich. Je früher Symptome erkannt werden, desto besser sind die Aussichten, dass der Hund die Infektion ohne bleibende Beeinträchtigungen übersteht.

Was man tun kann

Tägliche Fellpflege kann einen Großteil des Risikos von Zeckenbissen verhindern. Durch Kämmen und Bürsten werden Zecken häufig entfernt, bevor sie mit dem Festbeißen und Saugen beginnen können. Auch vorbeugender Zeckenschutz wie Zeckenbänder oder Tropfen gegen Zecken minimieren das Risiko einer Infektion. Sobald eine festgebissene Zecke entdeckt wurde, muss diese vorsichtig und vollständig von der Haut des Hundes entfernt werden. Anschließend lässt sich durch tägliches Beobachten feststellen, ob die Bissstelle abheilt oder sich entzündet. Vorsichtshalber kann schon zwei bis drei Tage nach einer auffälligen Veränderung ein Tierarzt hinzugezogen werden. Spätestens beim Auftreten erster Symptome besteht dringender Handlungsbedarf.

Behandlung von Borreliose

Die wirksame Behandlung einer Borreliose ist einzig durch die Gabe von Antibiotika möglich. Je früher diese gegeben werden, umso besser sind die Chancen, dass schwerwiegende Gesundheitsbeeinträchtigungen ausbleiben. Sofern bereits Symptome wie Lähmungserscheinungen oder Schwellungen der Gelenke und Muskeln auftreten, müssen ergänzend über Infusionen oder Tabletten schmerzlindernde und entzündungshemmende Zusatzmedikamente gegeben werden. Eine Schonung betroffener Hunde und die aufmerksame Beobachtung jeder weiteren Veränderung sind bis zum Ende der Gabe von Antibiotika unverzichtbar. Eine Ersatzbehandlung mit homöopathischen Mitteln ist nicht gegen die Erreger der Borreliose wirksam und verschärft eher das Risiko schwerwiegender Spätfolgen.

Borreliose vorbeugen

Zeckenschutz ab Beginn der Zeckensaison ist die beste Vorbeugung gegen Borreliose beim Hund. Hier stehen unterschiedliche Mittel zur Verfügung:

  • Tinkturen zum Auftragen im Nacken- und Rückenbereich des Hundes
  • Zeckenbänder
  • Futterzusätze mit zeckenvernichtenden Inhalten

Langhaarige Hunde sollten im Sommer geschoren und ansonsten täglich gründlich nach jedem Spaziergang gebürstet werden. Noch nicht festgebissene Zecken werden dabei schon recht sicher entfernt. Auch lässt sich ein Zeckenbiss dabei rasch entdecken – häufig vor der Übertragungszeit von einem bis zwei Tagen. Ein tägliches Hundebad ist erstens nicht nötig, zweitens nicht vorteilhaft für die Haut und drittens keine wirksame Vorbeugung gegen Zecken. Zecken lassen sich gern von Büschen und Sträuchern auf Hunde fallen. Wer also besser auf Wegen und Stegen entlanggeht und dichte Waldstücke oder reife, hoch bewachsene Wiesen meidet, trägt damit zur Risikominimierung bei. Dennoch gibt es in der heutigen Zeit des Vormarschs von neuen Zeckenarten keine hundertprozentige Sicherheit. Daher muss parallel zur Vorbeugung täglich das Fell kontrolliert werden. Bevorzugte Stellen zum Festbeißen sind Augen, Ohren, Nacken und Achselhöhlen sowie bei dünnfelligen Hunderassen der wenig bewachsene Bauch.

Bildquelle:

  • zeckenentfernung-bei-kleinem-hund: #48577493 | © fotowebbox - fotolia.com
  • hund-neben-schild-achtung-zecken: #84411307 | © DoraZett - fotolia.com