Wenn man auf einen Hundestreit gut vorbereitet ist, kann man im Fall der Fälle richtig reagieren. Denn Fehleinschätzungen führen in einem echten Hundekampf schlimmstenfalls zu schweren Verletzungen.

Ein Hundestreit ist bei Spaziergängen mit Deinem Haustier vor allem zwischen Rüden keine Seltenheit und verläuft oft harmlos. Dennoch lässt sich das Verhalten bei einem Hundekampf nie sicher vorhersehen. Leider gelingt es nicht immer, dem Konflikt vor der Begegnung auszuweichen oder einen Hundestreit zu schlichten. Sobald sich ein richtiger Hundekampf entwickelt, stellt möglicherweise sogar Dein eigener Vierbeiner auch für Dich eine ernsthafte Gefahr dar. Darum darfst Du nur in eine Auseinandersetzung eingreifen, wenn es wirklich notwendig wird und Du die Hunde damit nicht zusätzlich provozierst. Neben der Vorsicht bleiben dann das Feingefühl und etwas Fachwissen unverzichtbar.

Warum Hunde miteinander kämpfen

Im Grunde geht es bei einem Hundestreit um das Imponiergehabe der Tiere. Die Hunde möchten jeweils ihre Überlegenheit zeigen. Ob die Auseinandersetzung wirklich zu einem ernsthaften Hundekampf führt, hängt sowohl vom Wesen der Vierbeiner als auch von der Ebenbürtigkeit ab. Ein Hund zeigt normalerweise nur dann Interesse an einem richtigen Streit, wenn er an den eigenen Sieg glaubt. Insofern ein Tier deutlich größer als der potenzielle Gegner ist, gilt die Entstehung von einem heftigen Kampf als unwahrscheinlich. Dennoch gibt es nie eine Garantie dafür, dass ein Vierbeiner die deutliche körperliche Unterlegenheit sofort anerkennt. Aggressive Einzelgänger scheuen Konflikte oft trotz eines physischen Nachteils nicht. Hunde mit einem relativ sanften Wesen lassen es wiederum häufig sogar gegen ebenbürtige Artgenossen kaum wirklich darauf ankommen.

Das voraussichtliche Verhalten bei einem Hundekampf lässt sich für Dich logischerweise nur bei Deinem eigenen Haustier ungefähr vorhersehen. Provokationen oder eine besondere Aggressivität des anderen Vierbeiners führen manchmal zu unerwarteten und gefährlichen Zwischenfällen. Wegen dieser Unberechenbarkeit darfst Du Dich nicht darauf verlassen, dass die Liebenswürdigkeit Deines eigenen Tiers eine Eskalation ausschließt.

Klärung der Rangordnung zwischen Rüden

Zumindest die männlichen Hunde wollen meistens die Rangordnung klären, während sie einen Streit austragen. Der Verlierer ordnet sich unter und erkennt somit die Überlegenheit des Artgenossen an. In zahlreichen Fällen muss das nicht zur Gewalt führen. Denn manche Hunde klären die Machtfrage nach einigen lauten Ankündigungen sehr friedlich. Sobald der erste Streit entscheiden wurde, ist sogar ein dauerhafter Frieden zwischen zwei Vierbeinern denkbar. Es kommt möglicherweise nie mehr zu einem erneuten Kampf, nachdem zwei Tiere sich auf eine Rangordnung geeinigt haben.

Trotzdem will ein Hund eventuell nicht dauerhaft die vorerst geklärte Reihenfolge akzeptieren und interessante Orte oder Futter immer dem Artgenossen überlassen. Darum bleibt ein zweiter Kampf niemals ausgeschlossen. Darüber hinaus gibt es natürlich keine Garantie dafür, dass ein Hundestreit immer im Frieden und mit dem Akzeptieren der Unterlegenheit von einem Kontrahenten endet. Einige Hunde verstehen sich nämlich einfach grundsätzlich nicht miteinander. In einer derartigen Situation ist es ratsam, mit Deinem Haustier den anderen Vierbeiner dauerhaft zu meiden und auf gar keinen Fall einen bedrohlichen Ernstfall entstehen zu lassen.

Hundekampf zwischen zwei Hunden

Hündinnen kämpfen seltener aber oft aggressiver

Bei der Begegnung von zwei Rüden sind Hundekämpfe besonders wahrscheinlich. Ohne einen kleinen Streit einigen die männlichen Hunde sich kaum auf eine feste Rangordnung, auf der mit Glück ein friedliches Verhältnis basiert. Die Rüden gelten aber keinesfalls immer als die größten Streithähne. Denn ein Hundestreit ist auch bei zwei Hündinnen während der Läufigkeit möglich. Obwohl die erste Begegnung von zwei weiblichen Vierbeinern oft vollkommen friedlich verläuft, ändert sich diese Situation in einigen Fällen schlagartig. Die eingetretene Brunstphase ist häufig der Grund für einen plötzlichen Streit.

Eine eskalierende Auseinandersetzung von Hündinnen wird regelmäßig viel gefährlicher als Kämpfe von Rüden. Denn die weiblichen Vierbeiner beenden einen Hundestreit häufig ungerne freiwillig. Das Akzeptieren von einer Rangfolge oder eine andere Art von Frieden bleiben dann ausgeschlossen. Bei Spaziergängen mit einer läufigen Hündin musst Du daher das Aufeinandertreffen mit Artgenossen in der Regel unbedingt verhindern. Während die Begegnung mit dem anderen Geschlecht eventuell zu einer unerwünschten Schwangerschaft führt, stellt ein gleichgeschlechtlicher Konflikt eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit dar.

Situation meiden und Gefahrenzone verlassen

Im Notfall solltest Du die angespannte Situation mit dem Hund verlassen, bevor ein Hundestreit ausbricht. Dann musst Du Deinen Hund an die eigene Leine nehmen und wegziehen. Insofern Du das andere Tier frühzeitig erkennst, drehst Du im Idealfall direkt um und kehrst zu Deinem Fahrzeug oder Deiner Wohnung zurück. Damit gehst Du dem Ärger sicher auf dem Weg. Manchmal ist es hingegen für die Vermeidung des Streits fast zu spät. In einer unübersichtlichen Gegend profitierst Du daher davon, Deinen Hund im Zweifelsfall an der Leine zu lassen.

Ein richtiger Hundekampf kann auch für die Halter gefährlich werden. Denn Hunde könnten die Halter versehentlich verletzen. Deine Sicherheit geht deshalb immer vor.

Sollte man in einen Hundekampf eingreifen?

Hundestreit auf einer Wiese

Ein Hundekampf ist meist harmlos. Dennoch bleibt eine schnelle Reaktion dringend empfehlenswert, solange sich die Begegnung noch durch eine sofortige Umkehr und das Anlegen der Leine beim Spaziergang verhindern lässt. Sobald zwei Konkurrenten unkontrolliert aufeinander zurennen, wird die Lage aber für alle beteiligten Lebewesen viel komplizierter und gefährlicher. In laute und heftige Hundekämpfe solltest Du besser zunächst nicht eingreifen. Man verhindert dadurch die Klärung der Rangordnung.

Missverständnisse zwischen Hund und Mensch könnten auch entstehen. Wegen der aggressiven Stimmung erkennen die Vierbeiner Deine guten Absichten häufig nicht. Hunde könnten den Menschen somit verletzen. Zudem trägst Du mit einer falschen Reaktion eventuell zur Verschlimmerung der Situation bei. Dein Hund könnte sogar noch aggressiver werden. Ob das Eingreifen ratsam wäre, hängt daher in erster Linie von der Gefahr für Dich und zugleich von der Wahrscheinlichkeit einer direkten Klärung der Rangfolge ohne ernsthafte Verletzungen ab.

Ab wann man sich in Hundestreit einmischen sollte

Der klassische Hundestreit kann erst bedrohlich werden, wenn keiner der beiden Hunde nachgibt. Ansonsten bleiben allen Beteiligten große Bisswunden und vergleichbare Verletzungen im Normalfall erspart. Bei einem Ernstkampf beißen die Hunde dann zu und verletzten sich gezielt. Vor allem bei ungleichen Chancen sollte eingegriffen werden. Der Hundekampf würde zum Beispiel zwischen einem sehr kleinen und einem sehr großen Hund nicht selten zu einem lebensgefährlichen Ende für den Schwächeren führen, insofern er die Unterlegenheit gar nicht akzeptieren will.

Zwei Hunde kämpfen miteinander im Wasser

So schlichtest Du einen Hundekampf

Grundsätzlich solltest Du Dich mit dem Halter des anderen Hundes absprechen. Denn der Besitzer ist meistens im Gegensatz zu Dir dazu in der Lage, das typische Verhalten des zweiten Tiers einzuschätzen. Wenn Du einen eskalierenden Hundestreit effektiv schlichten willst, musst Du die Hunde an den Hinterläufen über den Pfoten packen und diese erst bestimmt nach vorne schieben und dann ziemlich weit auseinander ziehen.

Sobald die Artgenossen sich ineinander verbissen haben, gestaltet sich die Streitschlichtung schwieriger und gefährlicher. Du hast manchmal die Chance, das Maul des Hundes mit einem Stück Holz zu öffnen. Um eigene Bisswunden möglichst auszuschließen, musst Du mit höchster Vorsicht vorgehen. Der andere Hundehalter soll darauf seinen Hund wegziehen. Währenddessen bleibt eine gute Abstimmung zwischen beiden Menschen unentbehrlich.

Notfalls kannst Du einen Eimer Wasser über den kämpfenden Hunden auskippen. Danach hast Du mit etwas Glück durch den überraschenden Effekt die Gelegenheit, Dein Haustier vom Schauplatz der Auseinandersetzung zu entfernen. Eine ähnliche Wirkung erzielen Hundebesitzer teilweise, indem sie Jacken über die streitenden Hunde werfen. Im schlimmsten Notfall ist auch Pfefferspray möglich. Wegen des Schocks und der Schmerzen für die Tiere müssen derartige Hilfsmittel aber definitiv der allerletzte Ausweg bleiben.

Bildquelle:

  • Hundekampf zwischen zwei Hunden: ©Alexas_Fotos - Pixabay.com
  • Hundestreit auf einer Wiese: ©Alexas_Fotos - Pixabay.com
  • Zwei Hunde kämpfen miteinander im Wasser: ©Counselling - Pixabay.com
  • Hunde streiten miteinander: ©Alexas_Fotos - Pixabay.com