Kurzinfo

Schon beim ersten Auftreten der Symptome sollte man handeln. Das gilt für den Menschen gleichermaßen, wie für seinen geliebten Begleiter. Eine Grippe entdeckst Du dabei anfänglich in der Regel recht schwer. Zwar gibt es deutliche Unterschiede bei der Widerstandsfähigkeit und bei den Symptomen zwischen den einzelnen Tierarten und deren Untergruppen. Aber was anfänglich vielleicht nur wie eine leichte Erkältung oder wie ein Schnupfen aussieht kann sich schnell zu einer handfesten Erkrankung mit unter Umständen tödlichen Folgen entwickeln. Deswegen ist es für den Tierbesitzer wichtig nicht nur die Symptome zu erkennen, sondern auch die richtigen Handlungsweisen und Expertentipps bei der Behandlung zu beachten. Wer ein hochwertiges Tier, oder gar eine seltene Art besitzt sollte sich schon vor dem Kauf über die verschiedenen Krankheitsbilder informieren. In der Regel beginnt die Grippe-Saison bei den Tieren zum selben Zeitpunkt wie bei den Menschen. Auch die Ursachen für eine Erkrankung sind ähnlich. Trockene Luft durch die Heizung, feuchte Böden oder eine starke Unterkühlung sind ideal für die Verbreitung von Viren. Das ein grippaler Infekt tödlich verläuft ist selten, sofern Du einen Experten aufsuchst. Klar kannst Du die meisten Symptome mit ein wenig Fachwissen und Know-How bekämpfen. Aber um eine langfristige Erkrankung und die damit verbundene Schwächung des Tieres zu verhindern wird der Gang zum Tierarzt unumgänglich. Bei einem schweren Infekt sind Medikamente ein Muss, ansonsten kann die Grippe aber wie beim Menschen mit ein paar wenigen guten Taten effektiv behandelt werden.

Symptome

Die Symptome eines grippalen Infekts ähneln bei allen in Deutschland weit verbreiteten Tierarten denen einer Erkrankung bei einem Menschen. Dazu gehören unter anderem:

– Sozialer Rückzug
– Tropfende und verklebte Augen
– Unklarer Ausfluss an Mund, Nase, Schnauze und Ohren
– Ständiges Unruhe und zittriges Verhalten (lässt auf Fieber schließen)
– Wimmern und abnormal lethargisches Verhalten (lässt auf Fieber schließen)
– Verweigerung der Nahrungsaufnahme und größerer Bedarf an Flüssigkeitszufuhr

Natürlich variieren die Symptome bei den verschiedenen Tierarten, wobei die Unterschiede aber nie signifikant sind. Eigenbrötlerische Tiere werden im Falle einer Erkrankung noch stärker den Rückzug suchen und sich absondern. Das ist auch gut so, denn letztlich kann ein durch einen Virus bedingter Infekt auch ernste Konsequenzen für den Menschen haben. Dennoch solltest Du als Halter das Tier nie aus den Augen verlieren. Ganz im Gegenteil: Schau besser mehrmals am Tag nach dem Tier und achte darauf, dass es immer genügend Flüssigkeit und Nahrung zur Verfügung hat. Gerade mangelnde Ernährung im Verbund mit zu wenig Zufuhr an Flüssigkeit ist der hauptsächliche Grund für eine deutlich längere Leidenszeit der Tiere. Eine durch einen Virus ausgelöste Grippe verläuft in der Regel undramatisch, ist aber mit einigen Änderungen im Lebensstil der Tiere und damit auch bei deren Haltern verbunden. Es ist völlig klar, dass sich ein Hund mit einem Infekt nicht unbedingt in den Regen hinauswagen sollte. Auch wenn er gerade diese Jahreszeit so sehr liebt und gerne im Nass herumtollt.

Behandlungsmöglichkeiten

Bitte beachte, dass sich die Behandlungsmöglichkeiten von Tierart zu Tierart unterscheiden können. Eine Meeresschildkröte hat ganz andere Lebensbedürfnisse und sollte nicht mit den Methoden behandelt werden, welche für einen Hund oder eine Katze optimal sind. Dennoch gibt es einige Dinge die Du als Halter tun kannst, um das Leid der Tiere und die Dauer der Erkrankung deutlich zu mindern. Wichtig ist, dass Du sofort und ohne lange Vorlaufzeit reagierst. Denn nur so können eine Ausbreitung und eine Verschlimmerung der Erkrankung verhindert werden. Solltest Du Symptome bemerken, dann musst Du umgehend folgende Schritte einleiten:

– Trenne das Tier von anderen Tieren, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Der Influenza-Virus ist auch auf andere Tierarten übertragbar und kann sogar den Menschen treffen. Deswegen solltest auch Du Dich soweit es geht von dem Tier fernhalten. Schütze Dich selber und trage eine Atemmaske, sowie ein paar Gummi-Handschuhe, wenn Du mit dem Tier zur Behandlung oder für Liebkosungen in Kontakt treten musst. Da es verschiedene Arten von Viren gibt kann man nicht pauschal sagen, ob die Erkrankung gut verlaufen wird und sich eindämmen lässt.

– Suche umgehend einen Tierarzt auf. Dieser Experte berät Dich umfassend über die weiteren und artspezifischen Behandlungsmöglichkeiten. Zudem kann der Deinem Tier die passenden Medikamente verschreiben. Achte unbedingt darauf nur Medikamente vom Tierarzt zu nutzen. Frei verfügbare Medikamente erzielen in der Regel nicht dieselbe Wirkung und sind unter Umständen sogar schädlich für das Tier. Zudem kann der Tierarzt anhand eines Blutbildes und einer Analyse des Ausflusses die exakte Krankheit bestimmen und so eine optimale Behandlung einleiten. Durch die Analyse schützt Du Dich auch unter Umständen selbst vor einer Übertragung (Zoonose).

– Trockene Luft sorgt für eine effektivere Verbreitung der Viren. Regelmäßiges Stoßlüften und die Nutzung von Luftbefeuchtern sorgen für frischen Sauerstoff und entlasten die Atemwege. Auf Aromen sollte bei Luftbefeuchtern allerdings verzichtet werden. Im Gegensatz zum Menschen verfügen Hunde und Katzen über ein ausgeprägtes Riechorgan, welches sich schnell an Aromen stören kann.

– Kalte Böden sind für Hunde und Katzen nie gut. Noch schlechter sind sie aber bei einer grippalen Erkrankung. Achte also darauf, dass Dein Liebling immer auf einer warmen Decke oder in der Nähe der Heizung liegt. In der Regel ist das Tier nicht sonderlich bewegungswillig. Das macht auch nichts, sollte sich aber bei einem positiven Verlauf der Erkrankung innerhalb weniger Tage verändern. Ist dies nicht der Fall liegt meist eine schwerwiegende Erkrankung vor. Diese muss unbedingt von einem Tierarzt behandelt werden!

– Bei allen Tierarten gilt: Halte die Atemwege frei! Denn auch Hunde, Schlangen und Hasen benötigen frische Luft. Dabei hilft eine Kochsalzlösung mit der die betroffenen Stellen regelmäßig abgewischt werden.

– Ein beliebtes Hausmittel sind Rotlichtlampen. Beim Einsatz musst Du darauf achten, dass sich das Tier mindestens 20 cm bis 100 cm von der Lampe entfernt befindet. Je stärker die Leistung der Lampe, umso höher auch die Entfernung. Besorge Dir deswegen am besten eine Lampe mit möglichst niedriger Leistung. Die Rotlichtlampe sollte auch nicht dauerhaft eingeschaltet sein. Für einen mittelgroßen Hund liegt die tägliche Behandlungszeit bei einer schwachen Lampe bei maximal 120 Minuten. Sollte sich das Tier von der Lampe weg bewegen ist das ein Zeichen dafür, dass es dem Tier zu heiß unter der Lampe geworden ist. Dann ist es auch genug mit der Behandlung und beim nächsten Mal kannst Du die Dauer der Behandlung verkürzen.

– Bitte beachte bei jeder Behandlung grundsätzlich den Unterschied zwischen Menschen und Tieren und lass Dich durch einen Profi beraten. Ein Hund kann mit einem Erkältungsbad wenig anfangen. Du aber schon! Wenn Du Dir nicht sicher bist verzichte lieber auf die Behandlungsmethode und lass diese von einem Experten überprüfen. Manche für den Menschen gute Hausmittel können bei einem Tier einen großen Schaden hinterlassen.

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  • grippe-haustiere: 175032322 - ©Tatyana Gladskih - AdobeStock