Hunde wollen beschäftigt werden, haben Spaß an der Bewegung und brauchen geistige und körperliche Herausforderungen. Du wirst Deinen Hund sicher nicht, wie es früher häufig der Fall war, zur Arbeit einsetzen. Deshalb musst Du andere Betätigungen finden, um Deinen Vierbeiner artgerecht zu beschäftigen und zu konditionieren. Mit etwas Geduld und Konsequenz, kannst Du Deinem Hund das Apportieren beibringen und ihn körperlich und geistig auslasten.

Was Apportieren bedeutet

Für Hundebesitzer gehört das Wort Apportieren schon fast zum täglichen Sprachgebrauch. Hast Du Dich aber schon einmal gefragt, woher das Wort stammt und was es eigentlich bedeutet? Der Begriff Apportieren leitet sich aus dem lateinischen Wort apportare, beziehungsweise aus dem französischen Wort apporter, ab. Beide Wörter bedeuten etwas bringen, etwas hertragen oder etwas mitbringen. Das heißt also, Du trainierst Deinen Hund und er bringt auf Aufforderung seinen Ball oder einen anderen Gegenstand.

Der Begriff Apportieren stammt aus der Jagd. Jagdhunde müssen lernen, das geschossene Wild aufzustöbern und dem Jäger zu bringen. Im Freizeitbereich trainierst Du mit Deinem Hund, Gegenstände zu bringen. Das kann ein Ball, ein Snack-Dummy oder ein Stück Holz sein. Willst Du Deinen Hund professionell trainieren, dann verwendest Du das Kommando: „Apport!“. Aber es funktioniert genauso gut mit „Hol!“ oder „Bring!“.

Hund läuft Ball hinterher

Vorteile des Apportieren

Wenn Du einen Hund hast oder gerade überlegst, Dir einen zuzulegen, gehst Du damit eine sportliche Verbindung ein. Hunde wollen und müssen raus, mal mehr, mal weniger, abhängig von Rasse, Gewicht, Alter, Wetter und dem individuellen Allgemeinzustand. Allgemein gilt: Mit Deinem Hund die Freizeit in der Natur zu verbringen, bedeutet für Dein Tier Kommunikation, Ansprache und Fitness.

Nicht immer ist jedoch das tägliche Gassigehen pure Lust, sondern kann schnell zur Last werden. Vor allem dann, wenn der Hund sich verselbstständigt, seinen eigenen Interessen nachgeht und auf Deine Rufe nicht reagiert. Solche Ausflüge sind für Dich und Deinen Hund weder entspannend noch erholsam. Abhilfe schafft, dem Hund Apportieren beizubringen. Der Vorteil ist, dass durch das Apportieren zwischen Dir und Deinem Hund eine Gemeinschaft entsteht. Du erlebst gemeinsam mit Deinem Hund das Umfeld und die Ausflüge in die Natur. Der Hund nimmt Dich als aufregenden Sozialpartner wahr, der ihm spannende und neue Dinge beibringt, die sein Hundeleben durchaus bereichern.

Dem Hund Apportieren beibringen hat noch weitere Vorteile. Dein Hund powert sich körperlich aus, ist geistig ausgelastet und gleichzeitig wird die Intelligenz gefördert. Es dauert nicht lange und Dein Hund erkennt darin seine Vorteile. Die Folge ist, dass er viel mehr Vertrauen zu Dir aufbaut und Dir mehr Aufmerksamkeit schenkt.

Schwarzer Hund hat Spielzeug im Maul

Als Hundehalter weißt Du, dass unsere Lieblinge nicht nur im Freien, sondern auch zu Hause beschäftigt werden möchten. Deinem Hund Apportieren beibringen ist auch Indoor sinnvoll, denn auch zu Hause will ein Hundealltag gestaltet sein und Hunde sind clever, wenn Du sie trainierst. Ob Ball, Stoffsäckchen oder ein anderer Gegenstand, viele Hunde haben einen Hang zum Nehmen und Bringen. Du kannst durch konsequentes Training Deinem Hund sogar die Namen der unterschiedlichen Gegenstände beibringen. Eine apportierfreudige Hundeschnauze räumt das eigene Spielzeug auf. Du musst aber darauf achten, dass Dein Hund nie spitze, scharfkantige oder zerbrechliche Gegenstände trägt.

Apportieren beibringen: So funktioniert es

Deinem Hund Apportieren beibringen erfordert Konsequenz, Motivation und Einfühlungsvermögen. Das Apportieren wird vielleicht nicht gleich funktionieren. Dein Hund nimmt zum Beispiel das Hundespielzeug oder das Apportierdummy nicht in das Maul oder er läuft weg, statt den Gegenstand Dir zu bringen. Beim Apportieren lernen ist regelmäßiges Training mit dem Hund enorm wichtig. Genauso wie Ruhe bewahren, wenn es nicht sofort funktioniert. Motiviere Deinen Hund immer wieder, Bestrafungen sind fehl am Platz.

Apportier- oder Dummytraining für Anfänger

Das benötigt man zum Apportieren lernen: Apportierdummy oder Hundespielzeug, Übungsgelände, Trainingsleine und viel Motivation. Du suchst Dir eine passende Übungswiese. Das kann Dein Garten oder eine Freifläche in Deiner Umgebung sein. Zu Beginn des Trainings ist es ratsam, eine fünf Meter lange Trainingsleine zu verwenden. Dein Hund muss neben Dir sitzen und Du wirfst den Gegenstand ungefähr drei Meter nach vorne. Unmittelbar nach dem Abwurf schickst Du Deinen Hund zum Apportieren. Im Idealfall läuft Dein Hund zum Gegenstand, nimmt diesen auf und bringt ihn zu Dir zurück. Bei kleinen Hunden gehst Du in die Hocke, bei großen Hunden kannst Du stehen bleiben und bietest Deinem Vierbeiner die Hand zum Ablegen an. Dein Hund sollte freiwillig und ohne dass Du „Gib!“ oder „Aus!“ rufen musst, den apportierten Gegenstand in Deine Hand übergeben. Es wird nicht immer sofort funktionieren, aber wie bereits erwähnt, durch konsequentes Training wirst Du schnell einen Erfolg merken.

Hund im Wasser mit Stock im Mund

Apportier- oder Dummytraining für Fortgeschrittene

Du und Dein Hund sind bereits ein eingespieltes Team und er apportiert zuverlässig? Dann dürfen jetzt zwei Gegenstände zum Einsatz kommen. Damit lernt Dein Hund verschiedene Richtungen, wie nach vorne, nach links, nach rechts oder zurück. Wichtig ist, dass Du bei dem Befehl „Bring!“, „Hol!“ oder „Apport!“ genau in jene Richtung blickst, in die Du den Gegenstand wirfst.

Bildquelle:

  • Hund läuft Ball hinterher: @825545 – Pixabay.com
  • Schwarzer Hund hat Spielzeug im Maul: @GerMai – Pixabay.com
  • Hund im Wasser mit Stock im Mund: @Didgeman – Pixabay.com
  • Hund bringt Spielzeug zurück: @GerMai – Pixabay.com