Kurzinfo

Unter ganz bestimmten Umständen dürfen Haustiere mit Dir gemeinsam in der Bahn reisen, ganz ohne zusätzliche Kosten. Das gilt nicht nur für Hunde, sondern auch für viele andere Tiere, wie zum Beispiel Katzen oder Nager. Weil die Tiere nicht nur aus finanzieller Sicht eher wie ein Gepäckstück denn wie ein Lebewesen behandelt werden, sollte der Transport in einer Transportbox auf eine kurze Zeit begrenzt werden. Für die meisten Hunde bedeutet das Fahren in einem beengten Raum purer Stress und das unabhängig des Charakters. Wenn Dein Hund sehr klein ist, kannst Du ihn auch in der Tasche mitnehmen. Allerdings sollte es sich hierbei nicht um eine gewöhnliche Handtasche, sondern um eine spezielle Tragetasche für Vierbeiner handeln. Da die klassischen Transportboxen in der Regel recht klein sind, finden große oder mittlere Hunde hier keinen Platz. Sobald Dein Hund allerdings nicht mehr in eine Transportbox passt und deshalb auf dem Sitz oder Deinem Schoß mitfahren muss, wirst Du zur Kasse gebeten.

Die Fahrtkosten für Tiere

Laut der Deutschen Bahn sind keine konkreten Größen für Transportboxen vorgesehen. Allerdings muss es selbstverständlich sein, dass nur sehr kleine Hunde ohne eigene Fahrkarte in einer Box oder Tasche reisen sollten – und das auch nur bei einer kurzen bis moderat langen Strecke. Alles andere tut dem Tier nicht gut. Entscheidest Du Dich bei einer langen Reise oder aufgrund der Größe Deines Vierbeiners gegen eine Transportmöglichkeit, so kostet das zwar extra, aber dafür fährst Du ganz ohne schlechtes Gewissen.

Sobald Du ein Ticket für Deinen Vierbeiner bezahlt hast, bedeutet das, dass Dein Hund offiziell ebenso viel Platz im Zug einnehmen darf wie ein mitfahrender Mensch. Grundsätzlich zahlst Du hierfür exakt den halben Fahrpreis, welchen Du für eine gewöhnliche Fahrkarte bezahlt hättest. Je länger die Strecke ist, desto teurer wird die Reise mit vierbeinigem Begleiter an Deiner Seite. Dass der Preis für Hunde immer genau die Hälfte eines gewöhnlichen Tickets beträgt, gilt für alle Fahrkartentypen gleichermaßen. Sowohl beim sogenannten Flexpreis als auch bei den zum Sparpreis verkauften Karten kannst Du die gesamten Kosten also bereits vorab genau einkalkulieren. Einzige Ausnahme: Entscheidest Du Dich für ein Länderticket, so musst Du für Deinen Vierbeiner den vollen Preis bezahlen statt des halben Preises. Dein Hund wird also behandelt, als handle es sich um eine erwachsene Person. Fährst Du zum Beispiel mit einem Länderticket von einem Ort innerhalb Bayerns an einen anderen Ort innerhalb dieses Bundeslandes und hast sowohl zwei Personen als auch einen Vierbeiner bei Dir, dann zahlst Du ein Länderticket für vier Personen.

Ausnahmen bei den Fahrtkosten

Die einzigen Hunde, die vollkommen kostenfrei mitfahren dürfen, sind die Vierbeiner behinderter Menschen. Blinde dürfen zum Beispiel Ihren Blindenführhund gratis mitnehmen – auch ohne Transportbox. Zudem müssen diese Tiere keinen Maulkorb tragen und die konkrete Größe oder Rasse spielt keine Rolle.

Kaufen kannst Du das Ticket für Deinen Hund am besten zusammen mit Deinem eigenen Ticket. Das klappt sowohl in einem ansässigen Reisezentrum der Bahn in Deiner Nähe als auch an einem Automaten. Ein Ticket online zu bestellen und es ganz bequem zu Hause auszudrucken, ist in diesem Fall nicht möglich. Hier gibt es allerdings einen kleinen Trick, wie Du dennoch ein Ticket für Deinen Hund und Dich online kaufen kannst: Kaufe einfach ein Ticket für ein Kind im Alter zwischen 6 und 14 Jahren – der Preis ist identisch. Wenn Dir dieser Weg zu unsicher erscheint, dann informiere Dich noch einmal vor Ort bei den Mitarbeitern der Bahn.

Gewöhnung an den Zug

Wenn Du noch nie mit Deinem Hund mit dem Zug gefahren bist, dann solltest Du auf keinen Fall blindlings eine Reise planen. Stattdessen bietet es sich an, gemeinsam mit Deinem Hund einen Bahnhof zu besuchen, um ihn an die Haltestellen, die Geräusche eines einfahrenden Zuges und die vielen Menschen zu gewöhnen. Falls er ganz gelassen reagiert, kannst Du mit dem Probefahren beginnen. Reagiert Dein Hund hingegen panisch oder gereizt, solltest Du vorerst auf seine Gesellschaft beim Zug fahren verzichten. Es nützt Dir nichts, wenn das Tier und Du am Ende gestresst am Zielort ankommen und darüber hinaus die anderen Fahrgäste wütend reagieren. Hat sich Dein Hund an die Umgebung gewöhnt, unternimm zuerst mehrere kleine Ausflüge mit ihm, bevor es auf große Fahrt geht.

Vorschriften für Hunde im Zug

Hunde müssen während einer Zugfahrt unbedingt angeleint werden und es auch die ganze Zeit über bleiben. Hierbei spielt weder die Größe noch die Rasse eine Rolle. Gleiches gilt auch für das Tragen eines Maulkorbes. Denke deshalb unbedingt daran, rechtzeitig einen passenden Maulkorb zu kaufen, der sehr gut und sicher sitzt. Ist das nicht der Fall, so erschwerst Du Deinem Hund die Fahrt nur unnötig. Wenn Dein Hund noch nie einen Maulkorb getragen hat, solltest Du ihn außerdem in aller Ruhe daran gewöhnen – und zwar zuerst zu Hause und danach unterwegs. Wenn sich Dein Tier einfach nicht an dieses unangenehme Accessoire gewöhnen will, dann greife auf eine Transportbox zurück. Das funktioniert natürlich nur, wenn Dein Tier hier hineinpasst.

Planung ist alles

Unabhängig von der Länge der anstehenden Zugfahrt solltest Du vorher lange mit Deinem Hund spazieren gehen. Hierbei geht es nicht nur darum, dass er seine Blase entleeren kann, sondern auch um eine Auslastung. Ist Dein Tier bis zur Fahrt mit dem Zug so richtig ausgepowert, wird es eher die Ruhe behalten als ohne ausreichende Bewegung im Vorfeld. Je näher der lange Spaziergang zeitlich gesehen vor der Abreise liegt, desto besser. Du solltest nicht erwarten, dass Du morgens mit dem Hund Gassi gehst und er abends in Ruhe mit Dir Bahn fahren kann. Ausnahmen bilden hier natürlich alte oder kranke Hunde, die nur noch einen limitierten Bewegungsdrang haben. Diese sollten allerdings auch nur dann mit der Bahn fahren müssen, wenn die Gesundheit das zulässt. Inkontinente Hunde haben zum Beispiel nichts auf dem Sitz eines Zuges verloren.

Generell gilt: Je besser und vorausschauender Du Deine Reise planst, desto entspannter wird die Zugfahrt mit vierbeinigem Begleiter werden. Achte zum Beispiel darauf, dass Du nicht ausgerechnet dann in eine Bahn einsteigen musst, wenn die meisten Pendler unterwegs sind. Zu den typischen Feierabendzeiten solltest Du Bahnhöfe mit Hund eher meiden, um dem Tier diesen Stress zu ersparen. Zudem kannst Du Dich vorab erkundigen, welche Züge als besonders voll gelten – auch diese solltest Du nach Möglichkeit meiden. Je voller der Zug ist, desto mehr Stress bedeutet das für Deinen Hund und auch für Deine Mitmenschen. Aus diesem Grund solltest Du auch an Feiertagen besser Abstand vom Bahnfahren mit Vierbeiner nehmen.

Wenn die Reise länger als eine oder zwei Stunden dauert, dann nimm auf jeden Fall frisches Wasser und ein wenig Futter mit. Denke aber auch daran, mindestens einen Napf einzupacken, der einen hohen Rand hat. Auf diese Weise erleichterst Du Deinem Tier das Trinken und Fressen auch während der Fahrt. Direkt vor der Abreise sollten Hunde jedoch nicht mehr gefüttert werden, da sie ansonsten erstens Durst bekommen können und zweitens früher ein Geschäft erledigen müssen. Vor der letzten Fütterung und dem Antritt der Reise sollten mindestens drei Stunden liegen. Wasser darfst Du Deinem Vierbeiner natürlich nicht verweigern.

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