Erste Hilfe am Unfallort

Auch wenn man im ersten Moment beim Anblick des verletzten Tieres geschockt ist, gilt als erstes Gebot unbedingt Ruhe zu bewahren. Als nächster Schritt sollte bei der verletzen Katze oder Hund erste Hilfe geleistet werden. Dafür reicht der Erste-Hilfe-Kasten im Auto aus, sprich es werden keine speziellen Gerätschaften benötigt, da die sich die Erste-Hilfe-Maßnahmen kaum von denen für den Menschen unterscheiden.
Auch bei Hund und Katze kommt daher als erstes die sogenannte ABC-Regel zum Einsatz: Airway, Breathing und Circulation. Es sollten also die Atemwege, die Atmung, Herzschlag und Puls des Tieres überprüft werden.

Vorsichtsmaßnahmen
Wunden sind erst einmal zweitrangig, ausgenommen es wurde eine Arterie getroffen, was man daran erkennt, dass das Blut spritzt. Ist dies der Fall sollte die Wunde sofort im oberen Bereich mit viel Druck abgebunden werden, damit die Blutung gestillt werden kann.
Egal ob bei der Wundversorgung oder bei den Erste-Hilfe-Maßnahmen, bei allen Maßnahmen ist immer große Vorsicht geboten, da Hunde und Katzen in dieser Ausnahmesituation dazu neigen können plötzlich zu kratzen oder zu beißen, weil sie unter Schock stehen und Angst haben. Die oberste Priorität sollte der Eigenschutz sein. Vielleicht hat man Handschuhe zur Hand oder ein Tuch, um zumindest seine Hände und Arme zu schützen.

Tier umbetten und Atemwege überprüfen
Als nächstes sollte das Tier auf eine feste Unterlage umgebettet werden. Dazu das Tier unter dem Brustkorb oder unter dem Becken anheben. Leidet das Tier unter einer Kopfverletzung, sollte dieser beim Umbetten noch zusätzlich gestützt werden. Im nächsten Schritt werden die Atemwege geprüft, falls dies nicht zu riskant ist.

Ist das Tier sehr aggressiv, ist diese Untersuchung nicht ratsam. Ist das Tier einigermaßen entspannt, kann das Maul etwas geöffnet werden, um nachzuprüfen, ob die Atemwege versperrt sind. Dazu wird die Zunge etwas herausgezogen. Fremdkörper können so entfernt werden, falls dies möglich und notwendig ist.

Atemnot behandeln
Wenn das Tier, welches angefahren wurde, unter Atemnot leidet, gibt es mehrere Möglichkeiten. Erkennbar ist Atemnot an einer flachen und schnellen Atmung. Wenn keine Atmung zu erkennen ist, sollte nachgeschaut werden, ob sich der Brustkorb bewegt und ob vielleicht noch eine ganz flache Atmung vorhanden ist.

Alternativ kann auch das Ohr an das Maul des Tieres gehalten werden. Für eine Katze sind 20 bis 30 und bei Hunden 15 bis 30 Atemzüge in der Minute normal. Ist keine Atmung vorhanden, sollte eine Mund-zu-Nase-Beatmung durchgeführt werden. Dazu wird das Maul des Tieres zugehalten und ein Taschentuch über die Nase gelegt. Anschließend wird 10 Mal pro Minute in die Nasenlöcher gepustet und zwar kräftig. Mit kleinen Streicheleinheiten kann man das Tier währenddessen etwas beruhigen.

Herzmassage
In vielen Fällen kann auch eine Herzmassage notwendig werden, insbesondere dann wenn das Herz nur sehr schwach oder gar nicht mehr schlägt. Erfühlen kannst Du den Herzschlag hinter dem Ellbogen des Tieres. Handelt es sich um einen kleinen Hund oder eine kleine Katze sollte die Hand auf den Brustkorb des Tieres gelegt werden, um im Rhythmus der eigenen Atmung auf den Brustkorb zu drücken. Um eine gewisse Kraft zu entwickeln, sollten bei großen Tieren beide Hände zum Einsatz kommen.

Du solltest keine Angst davor haben, dass Du zu festdrückst. Es kann durch zu festen Druck zwar eine Rippe brechen, dies ist aber zweitrangig, da es sich um eine lebensbedrohliche Situation handelt und es wichtiger ist, den Kreislauf des Tieres wieder zu stabilisieren.

Hinweis: Die Unfallstelle sollte unbedingt mit einem Warndreieck gesichert werden.

Weitere Schritte

Konnte die Katze oder der Hund, der angefahren wurde, stabilisiert werden, besteht der nächste Schritt darin einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufzusuchen. Wenn Du nicht weißt wo Du den nächsten Tierarzt oder die nächste Tierklinik findest, reicht ein Anruf bei der Polizei. Dort gibt man Dir Auskunft darüber, wo du den nächsten Tierarzt findest, um das verletzte Tier dort hinzubringen.
Außerdem ist es ratsam das Tier in eine Decke gewickelt so in das Auto zu legen, dass während der Fahrt nichts passieren kann. Diese Hilfemaßnahmen gelten natürlich nicht nur für ein Tier, welches Du selbst angefahren hast. Auch wenn Du ein verletztes Tier am Straßenrand siehst, solltest Du Erste-Hilfe leisten.

Halter ausfindig machen
Ist das Tier so weit stabilisiert, dass keine Gefahr mehr für Leib und Leben ausgeht, kannst Du auch einfach den naheliegenden Häusern klingeln, um herauszufinden wer der Halter ist. Meist ist dies aber ein sehr schwieriges Unterfangen. Viele nutzen in diesem Fall soziale Netzwerke, falls das Tier nicht gechippt ist, um den Halter ausfindig zu machen.

Das hat natürlich den großen Vorteil, dass über diesen Aufruf auf einen Schlag deutlich mehr Menschen erreicht werden können und die Suche meist zu einem Erfolg führt. Beachten solltest Du außerdem, dass Du den Post in regionalen Gruppen postet. Wenn das Tier gechippt ist, erleichtert dies natürlich die Suche enorm. Dann kann der behandelnde Tierarzt den Halter ganz einfach ausfindig machen, da dieser in der Lage dazu ist den Chip auf seine Kontaktdaten hin auszulesen.


Wer übernimmt die Tierarztkosten?

Eine Frage, die sich unweigerlich stellt, wenn es sich um ein fremdes Tier handelt: Wer übernimmt eigentlich die Tierarztkosten? Eine Operation, wenn diese notwendig wird, kann zum Beispiel beachtliche Kosten verursachen. Aber hier musst Du Dir keine Sorgen machen, da der Unfallverursacher rechtlich nicht dazu verpflichtet werden kann diese Kosten zu übernehmen. Der Tierarzt ist außerdem zu einer Erstversorgung verpflichtet.

Wenn der Halter des Tieres nicht ermittelt werden kann, werden die Tierarztkosten von der jeweiligen Gemeinde übernommen. Diese Gemeinde kontaktiert auch das örtliche Tierheim, damit das Tier bis zur Auffindung des Halters dort aufgenommen werden kann.

Vorbeugung beim eigenen Tier

Chippen lassen

Dass ein Tier angefahren wird, kann man als Halter natürlich nie ganz ausschließen, es gibt aber durchaus Maßnahmen, die das Risiko deutlich minimieren. Ob Hund oder Katze, Dein Haustier solltest Du unbedingt chippen lassen.
Bei Hunden ist dies zum Glück Pflicht, bei Katzen jedoch nicht. Deshalb ist es wichtig, dass Du auch Deine Katzen chippen lässt. Schmerzhaft ist dies nicht für die Katze und auch nicht für den Hund, so dass Du Dir darüber keinerlei Sorgen machen musst.

Anschließend muss Dein Haustier bei der Tierregistrierungsstelle Tasso aufgenommen werden. Das Chippen verhindert zwar keinen Unfall, es sorgt aber dafür, dass Du Dein Tier nach einem Unfall schnell wiederfindest und dass es die bestmögliche Erstversorgung bekommt.

Weitere Vorsorgemaßnahmen
Bei Katzen kann es ratsam sein diese kastrieren zu lassen, wobei diese Pflicht in einigen Bundesländern bei Freigängern mittlerweile sowieso besteht. Die Kastration verhindert in diesem Fall das Herumstromern der Katze, da sie so häuslicher ist. Hunde sollten wiederum im Straßenverkehr grundsätzlich angeleint werden, damit sie nicht einfach auf die Straße laufen können Dies kann immer mal passieren, auch bei gut erzogenen Hunden.

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