Zu einer artgerechten Hundeerziehung gehört auch die Sozialisierung von Welpen. Worauf es bei der Sozialisierung von Hunden ankommt und welche Fehler Hundehalter vermeiden sollten, zeigt unser Ratgeber.

Die Sozialisierung von Hunden sollte auf keinen Fall auf die leichte Schulter genommen werden. Nur mit einer artgerechten Sozialisierung wird gewährleistet, dass der Hund ein stressfreies, angstfreies und glückliches Leben führen kann, ohne verhaltensauffällig zu werden. Aber was umfasst die Sozialisierung von Welpen und wann ist der richtige Zeitpunkt, um mit dem Hund sozialisieren zu beginnen?

Was mit Sozialisierung gemeint ist

Die Definition von Sozialisierung bei Hunden beschreibt, dass der Welpe in seinen ersten Lebenswochen und natürlich noch weit darüber hinaus so viel möglich kennenlernen sollte und zwar in Form von Geräuschen, Alltagssituationen aber auch andere Menschen und Hunde. Das Welpen sozialisieren hat das Ziel, dass der Hund mit allen Eindrücken und Erlebnissen etwas positives verknüpft und keine Ängste oder Aggressionen entwickelt. Der Hund lernt den Umgang mit Menschen und er lernt allgemein mit sozialen Wesen umzugehen. Dies ist für die spätere Entwicklung und für einen entspannten Umgang sehr wichtig, sowohl für den Hund als auch für den Menschen. Nur durchs richtige Hund sozialisieren können Verhaltensauffälligkeiten vermieden werden.

Hund mit pinkem Halsband

Welpen sozialisieren: Ab wann die Sozialisierung beginnt

Die Sozialisierung von Welpen beginnt schon beim Züchter. Dort lernt der Welpe den Umgang mit seinen Geschwistern. Der Hund sollte auch von Anfang an gute Erfahrungen mit Menschen machen. Empfohlen wird, dass der Welpe bis zur 8. Woche beim Züchter bleibt, damit er in einer vertrauten Umgebung in aller Ruhe seine ersten Erfahrungen machen kann. Bei einigen Züchtern dürfen die Welpen am Familienleben teilhaben. Das hat den positiven Effekt, dass der Hund Alltagssituationen, Umweltreize und Alltagsgeräusche, wie Staubsauger- und Küchengeräusche oder Kinderlärm kennenlernt. Daher sollte dies dem Aufwachsen im Zwinger vorgezogen werden. Besonders wichtig ist bei der Sozialisierung von Welpen, dass sie viele verschiedene Menschen kennenlernen. Schließlich gibt es viele unterschiedliche Charaktere. Menschen mit hoher und tiefer Stimme, kleine, große, dicke und dünne Menschen usw. Die Anzahl der Kontakte sollte regelmäßig und langsam gesteigert werden, damit der Welpe nicht überfordert wird. So lernt er zunehmend, dass keine Gefahr vom Menschen ausgeht.

So meisterst Du die Sozialisierung Deines Hundes

Die Sozialisierung von Hunden ist mit dem Einzug in die neue Familie aber längst nicht abgeschlossen. Die Grundlage für die angemessene Fortführung der Sozialisierung beim Hund beginnt mit einem guten Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Hund. Ein Hund lernt während er beobachtet, daher sollte man dem Hund ein gutes Vorbild sein. Wenn die Bezugsperson entspannt ist, wirkt sich das auch entspannend auf den Hund aus. Wenn der Mensch Alltagssituationen gelassen annimmt, überträgt sich das auch auf den Hund. Dies ist zum Beispiel in stressigen Situationen sehr wichtig, sei es in der Stadt mit all den lauten Geräuschen von Autos, anderen Menschen und Baustellen. Trotzdem sollte man den Hund nicht überfordern und ihn besser langsam an enorm stressige Alltagsbereiche heranführen, indem die Reize langsam erhöht werden. Eine gute Möglichkeit ist es den Hund zunächst von diesen Reizen mit Spielen abzulenken. So wird alles andere schnell zur Nebensache und das Spielen mit Frauchen oder Herrchen wird zum Mittelpunkt.

Das Ziel beim Hund sozialisieren besteht darin, dass der Hund allen alltäglichen Dingen irgendwann stressfrei entgegentreten kann, ohne Angst haben zu müssen. Umso wichtiger ist die Gewöhnung an Autos, an öffentliche Verkehrsmittel und große Menschenmengen sowie an Restaurantbesuche oder andere Hunde. Wenn der Hund auf eine Situation mit Angst reagiert, sollte man lieber einen Schritt zurückgehen und den Schwierigkeitsgrad erst dann steigern, wenn der Hund andere leichtere Situationen problemlos bewältigt hat. Nicht nur das ist wichtig während der Sozialisierung von Welpen, wichtig ist auch der Besuch einer Hundeschule. Beim Hund sozialisieren ist dies ein wichtiger Baustein. In der Hundeschule lernt der Hund nämlich den Umgang mit anderen gleichaltrigen Hunden und mit verschiedenen Rassen, angefangen bei ganz kleinen Hunden bis zu ganz großen Hunden. Das Lernpotenzial ist hier nicht nur für den Hund groß, auch der Mensch lernt immer wieder Neues, um die Beziehung zu seinem Hund zu verbessern.

Sozialisierung von Hunden - Hund läuft an der Leine

Lässt sich die Sozialisierung von Hunden nachholen?

Es gibt leider immer wieder Welpen, die aus schlechter Haltung kommen und dementsprechend schlecht bzw. gar nicht sozialisiert sind. Deswegen fragen sich viele Hundebesitzer spätestens dann „Lassen sich Hunde auch später noch sozialisieren?“ Grundsätzlich ist eine reizarme Umgebung für die Sozialisierung von Hunden sehr schlecht, da so die in der frühen Phase wichtigen Lernprozesse fehlen und dass wirkt sich auf den Charakter des Hundes leider ein Leben lang aus. Da die Welpen in diesem Fall vor allem Angst haben was neu ist, lernen sie auch nichts bzw. lernen sie neue Situationen nur sehr schwer richtig einzuschätzen. Trotzdem sollte auch in diesem Fall das Hund sozialisieren nicht aufgegeben werden. Es wird nur sehr viel Sachverstand und Geduld benötigt, damit diese Hunde ein stressfreies und angstfreies Leben führen können. Bei der Sozialisierung von Hunden, die aus schlechter Zucht kommen, steht an erster Stelle ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Dafür sollte man viel Geduld und Zeit einplanen, je nachdem wie reizarm der Hund bei der Aufzucht gelebt hat.

Es kann außerdem von Vorteil sein, wenn man sich Unterstützung in Form von kompetenten Fachpersonal holt. Zusammen kann dann ein individueller Therapieplan entworfen werden. Das Fachpersonal kann einen selbst auch auf eventuelle Fehler in der Körpersprache hinweisen. Viele machen zum Beispiel den Fehler, dass sie auf einen verängstigten Hund beruhigend und leise einreden. Diese Stimmlage nimmt der Hund aber falsch auf und dies verstärkt sogar noch seine Angst. Wichtig ist, dass Herrchen und/oder Frauchen stets selbstsicher und umsichtig mit dem Hund umgehen. Des Weiteren sollte man immer gelassen reagieren, damit der Hund lernt die Situation auch selbst als ungefährlich einzustufen.

Weißer Hund in Nahaufnahme

Daran erkennt man einen nicht sozialisierten Hund

Wenn bei der Sozialisierung von Welpen etwas schief gelaufen ist, macht sich das bei der Persönlichkeit des Hundes bemerkbar. Sie verhalten sich in der Regel ängstlich und aggressiv. Wenn nachträglich keine Sozialisierung bis zur 14. Lebenswoche stattfindet, können diese Verhaltensauffälligkeiten gar nicht oder nur sehr schwer abgebaut werden. Daher sollte man die Sozialisierung von Hunden nie auf die leichte Schulter nehmen und sich bei einem Hund aus schlechter Haltung vorher gut überlegen, ob man dieser Aufgabe gewachsen ist.

Bildquelle:

  • Hund mit pinkem Halsband: ©Schreibweise - Pixabay.com
  • Kleiner Welpe: ©groesswang - Pixabay.com
  • Hund läuft an der Leine: ©MabelAmber - Pixabay.com
  • Weißer Hund in Nahaufnahme: ©JACLOU-DL - Pixabay.com
  • Hund mit leine im Maul: ©3dman_eu - Pixabay.com