Die Häufigkeit von Refluxbeschwerden bei den über fünf Millionen Hunden, die es in Deutschland gibt, ist unbekannt. Für Hundehalter und Tierärzte ist es gleichermaßen schwierig, einen Rückfluss vom Mageninhalt in die Speiseröhre des Hundes und hierdurch ausgelöste Beschwerden sowie nachfolgende Veränderungen (beispielsweise Entzündung der Speiseröhren-Schleimhaut) zu erkennen. Lese in diesem Artikel, was Dir dabei hilft, Sodbrennen beim Hund richtig zu deuten.

Sodbrennen beim Hund: Symptome und Ursachen

Sodbrennen beim Hund äußerst sich in Form von unterschiedlichen Symptomen. Beim Aufsteigen der Magensäure entsteht meist ein brennender, stechender Schmerz, zudem kann die Speiseröhre geschädigt werden.

Zu den Beschwerden gehören im Einzelnen:

– Wiederhochkommen der Nahrung,
– Schluckstörung,
– verstärkte Speichelbildung,
– Heulen/Jammern während des Schluckens,
– Strecken von Kopf und Nacken während des Schluckens,
– Würgebewegungen,
– Brechreiz (bei Entzündung der Speiseröhren-Schleimhaut: Erbrechen von klarer, zäher Flüssigkeit, häufig mit etwas frischem Blut),
– Nahrungsverweigerung,
– Gewichtsverlust,
– Husten, wenn Magensaft beim Reflux die Atemwege und Lungen erreicht (und beispielsweise zu einer „Aspirations-Pneumonie“ führt).

Aber woher kommt das Sodbrennen? Magensäure wird in der Magenschleimhaut gebildet. Die Menge des Magensaftes hängt von der Art des Futters ab. Stimulierend wirken beispielsweise Fleisch, Fleischbrühe, Milch und Salz. Wenig Magensäure wird bei Kartoffeln, Brot und Butter gebildet. Bei einer akuten Gastritis, die mit Sodbrennen verbunden ist, unterstützen gekochte Kartoffeln und Magerquark den Magen bei der Heilung.

Hund liegt in einer Wiese

Ursachen von einer Übersäuerung beim Hund

Zu den Ursachen von einer Übersäuerung beim Hund gehören:

Stress
Stress ist wie beim Menschen eine häufige Ursache für Sodbrennen bei sensiblen Tieren. Das kann verschiedene Auslöser haben: unterlegene Hunde haben Probleme beim Fressen in Gegenwart von überlegenen Hunden oder psychische Belastungen allgemein (Prüfungen, Ortswechsel, Rivalität im häuslichen Rudel).

Ungeeignetes Futter
Was für den einen Hund ungeeignet ist, kann für den anderen Hund genau richtig sein. Wenn bei Magenerkrankungen auch Tierärzte von der Verabreichung von Trockenfutter abraten, weil dieses aufgrund seiner Trockenheit (nur 7% Restfeuchtigkeit) der Magenschleimhaut Flüssigkeit entzieht, dürfte es auf jeden Fall kein geeignetes Futter sein. Trockenfutter scheidet somit als Dauerfütterung für magenempfindliche Hunde aus.

Hund kaut auf Gras herum

Zu regelmäßiges Füttern
Auch eine sehr regelmäßige Fütterung kann zu dem sogenannten Nüchtern-Erbrechen führen. Hunde produzieren schon Magensäure, wenn die Fütterungszeit naht. Oft ist es dann so viel, dass der Vierbeiner erbrechen muss. Immer pünktlich morgens um 8.00 Uhr und abends um 18.00 Uhr zu füttern, ist nicht artgerecht.

Zu häufiges Füttern (3x täglich oder öfter)
Häufig hört man das Argument: „Wenn ich öfter füttere, geht es meinem Hund besser!“. Sicher wird dies erst einmal der Fall sein. Mehrmals am Tag eine Futterportion bindet natürlich die überschüssige Magensäure. Das ist aber nur eine Symptombehandlung, die nichts an den Ursachen ändert. Auch das sogenannte Betthupferl beschäftigt den Magen und lässt so die Übersäuerung beim Hund verschwinden.

Brauner Hund mit blauen Augen schaut in die Kamera

Was hilft Vierbeinern bei Übersäuerung?

Es ist ratsam, zuerst den Magen mit Diät und Homöopathie zu heilen und dann zu einer unregelmäßigen Fütterung (unterschiedliche Mengen, unterschiedliche Zeiten, mal einen Tag wenig, mal an einem Tag nur einmal) überzugehen. Gemüsetage helfen dabei. Auch die gefütterte Fleischmenge sollte überdacht werden. Hunde, die viel Energie brauchen, sollten diese nicht über Proteine mobilisieren müssen. Tierische Fette sind der beste Fitmacher und sollten deshalb der Mahlzeit hinzugefügt werden, zumal sie die Nieren nicht belasten. Auch Kohlenhydrate können in moderaten Mengen zur Energieversorgung herangezogen werden. Gemüse hat eine basische Wirkung und wirkt außerdem durch seine Faserstoffe als Fellersatz, welches ja bei der ganzen Beute mitgefressen werden würde. Deshalb sollte es bei der Hundefütterung nicht fehlen.

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