Die Trächtigkeit bei Hunden zählt nicht nur für den Vierbeiner selbst, sondern auch für deren Besitzer zu einer besonders spannenden Zeit. Damit Du Deinem Hund während der Läufigkeit und Schwangerschaft optimal zur Seite stehen kannst, findest Du hier alle Informationen rund um dieses Thema.

Daran erkennt man Läufigkeit bei Hunden

Die Läufigkeit von Hündinnen erkennst Du sowohl an körperlichen Anzeichen als auch am Verhalten Deiner Hündin. Selbstverständlich sind auch Rüden, die in dieser Zeit ein starkes Interesse an Deiner Hündin zeigen ein gutes Anzeichen. Wichtig ist die Läufigkeit sicher zu erkennen, um entweder mit den Besitzern des Deckrüden Kontakt aufzunehmen oder eine Trächtigkeit zu verhindern.

Die Symptome der Läufigkeit

Der einzige Zeitraum in dem eine nicht kastrierte Hündin befruchtungsfähige Eier produziert, ist während der Läufigkeit. Diese tritt etwa ein- bis zweimal pro Jahr ein. Zwischen den einzelnen Läufigkeiten kann je nach Hündin eine Zeitspanne zwischen sechs und neun Monaten liegen. In den Wochen vor Beginn der Läufigkeit neigen einigen Hündinnen vermehrt zum Markieren. Vereinzelt heben die Hündinnen zu diesem Zweck sogar das Bein. Bei jungen Hunden kann dies mitunter auch in der Wohnung der Fall sein. Zudem kann Deine Hündin in dieser Zeit auf den Kontakt mit Rüden deutlich abweisender als sonst reagieren. Daher solltest Du Deine Hündin nur an der Leine ausführen, um Beißvorfälle zu vermeiden. Körperlich erkennst Du die Läufigkeit an einer stark geschwollenen Vulva. Nach ein paar Tagen setzt zudem ein blutiger Ausfluss ein. Trotz der langen Läufigkeit von bis zu vier Wochen ist eine Befruchtung nur an etwa drei oder vier Tagen möglich. Dieser Zeitraum wird als Stehtage bezeichnet. Jetzt bietet sich die Hündin aktiv Rüden an und kann zu diesem Zweck auch Deine Kommandos bewusst überhören.

Tipps für die Wahl des Deckrüden

Während der Stehtage muss der Deckrüde sozusagen auf Abruf bereitstehen. Dieser sollte auf keinen Fall mit der Hündin verwandt sein, um genetische Schäden bei den Welpen auszuschließen. Bei Welpen mit Papieren und Stammbaum lässt sich leicht nachvollziehen, ob gemeinsame Vorfahren vorhanden sind. Der Rüde sollte zudem nur rassespezifisch größer als die Hündin sein. Ist ein unverhältnismäßiger Größenunterschied vorhanden, kann die Geburt mit Gefahren bis zum Kaiserschnitt verbunden sein. Zudem solltest Du Dich zuvor mit dem Besitzer des Rüden über die rechtlichen Aspekte einigen, damit später keine Streitigkeiten über die Eigentumsrechte an den Welpen entstehen.

Hundewelpen

Gründe die gegen eine Trächtigkeit sprechen

Wenn Du Dich der Verantwortung für die Aufzucht von Welpen nicht gewachsen fühlst, solltest Du sehr gut auf Deine läufige Hündin achten. Besuche auf Hundewiesen sind in dieser Zeit zu vermeiden. Da Rüden sehr kreativ werden können, sollte Dein Vierbeiner auch im Garten niemals unbeaufsichtigt sein. Das Alter spielt ebenfalls eine Rolle. Hündinnen die über vier Jahre alt sind und noch nie gedeckt wurden, sollten nicht mit den Strapazen einer Schwangerschaft belastet werden. Gleiches gilt für kranke Hündinnen, die gesundheitlich nicht in der Lage sind Welpen zu versorgen.

Anzeichen von Trächtigkeit

Die Anzeichen von Trächtigkeit können verschieden ausfallen. Für einen Laien kann es sehr schwer sein, eine Scheinträchtigkeit von einer echten Schwangerschaft zu unterscheiden. Wirkliche Sicherheit kann zum Beispiel über eine Blutuntersuchung beim Tierarzt gewonnen werden. Wird hierbei das Hormon Relaxin nachgewiesen ist eine Schwangerschaft sicher festgestellt. Einige Hunde zeigen einen hellen Ausfluss etwa zur Mitte der Trächtigkeit. Zudem beginnt Deine Hündin Milch zu produzieren, wodurch die Zitzen anschwellen. Das Verhalten trächtiger Hunde hängt auch von deren Alter ab. Junge Hündinnen können leicht unruhig wirken, während erfahrene Hündinnen sich meist während der Trächtigkeit Ruhe gönnen. Dadurch sammeln diese Kraft für die anstrengende Aufzucht der Welpen.

Schwangerschaft beim Hund

Die Schwangerschaft ist auch für eine Hündin mit Strapazen verbunden. Damit diese mit der Geburt von gesunden Welpen belohnt werden, solltest Du in dieser Zeit alles unternehmen, um den Ablauf der Schwangerschaft für Deinen Hund so angenehm wie möglich zu gestalten. Hierzu einige Tipps.

Der Ablauf der Schwangerschaft

Die Tragezeit einer Hündin beträgt zwischen 60 und 69 Tage. Dies gilt für alle Rassen vom Chihuahua bis zum Bernhardiner. In den rund zwei Monaten der Trächtigkeit bei Hunden durchleben diese alle Stadien der Schwangerschaft, die auch Menschen nicht fremd sind. Bei einigen Hunden startet die Trächtigkeit mit Erbrechen. Damit der Hund nicht an Gewicht verliert ist eine genaue Beobachtung erforderlich. In späteren Stadien der Schwangerschaft tritt auch eine deutliche Gewichtszunahme ein. Bei großen Würfen von acht Welpen und mehr kann die Hündin teilweise in den letzten Tagen der Trächtigkeit 50 % des eigenen Körpergewichts zunehmen. Dies erfordert spätestens zu Mitte der Läufigkeit eine erhöhte Nahrungszufuhr. Hier solltest Du nicht am Futter sparen und Deine Hündin dank hochwertigem Futter mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen. Ab dieser Zeit sollte auch die Wurfkiste einen festen Stammplatz finden. Die Hündin geht in den nächsten Wochen verstärkt dem Nestbau nach, weshalb Socken oder andere verschwundene Kleidung sehr wahrscheinlich in der Wurfkiste wiedergefunden werden kann.

Weißer Hund sitzend

Den Tierarzt zu Rate ziehen

Während der gesamten Trächtigkeit ist es wichtig den Tierarzt zu regelmäßigen Kontrollen aufzusuchen. Dieser kann in etwa bestimmen wie viele Welpen zu erwarten sind. Zeitgleich greift dieser bei Komplikationen wie sehr großen oder verstorbenen Welpen frühzeitig ein, um gesundheitliche Gefahren von Deiner Hündin abzuwenden.

Hundegeburt: Was Du wissen solltest

Die Geburt der Welpen ist einer der kritischen Punkte der Trächtigkeit bei Hunden. Anzeichen der Geburt sind ein Abfallen der Körpertemperatur auf bis zu 37° am Tag vor der Geburt. Die Hündinnen zeigen zudem Anzeichen von Nervosität und ziehen sich vermehrt in die Wurfkiste zurück. Für den Zeitpunkt der Geburt, solltest Du besser Urlaub einplanen. Bleibt ein Welpe im Geburtskanal stecken oder treten andere Komplikationen auf, ist schnelle Hilfe gefragt. Daher ist es wichtig, einen Tierarzt zu haben, der auch zu Hausbesuchen bereit ist. Die Geburt der Welpen geht mit Wehen einher. Hierbei lassen sich ein Hecheln sowie ziehende Bewegungen am Bauch der Hündin beobachten. Nicht alle Hündinnen können in dieser Zeit Stress oder die Nähe zum Menschen ertragen. Kinder und auch andere Hunde im Haushalt sollten daher auf die Hündin Rücksicht nehmen. Mit jedem Welpen wird zudem eine Nachgeburt ausgestoßen. Das der Hund diese frisst ist normal und sollte nicht von Dir unterbunden werden.

Besonder kleiner Hundewelpe

Das Verhalten der Hündin während und nach der Geburt

Selbst wenn es schwer fällt solltest Du die Welpen nach der Geburt nicht sofort berühren. Die Hündin leckt diese von allein ab und bringt somit gleichzeitig den Kreislauf der Welpen in Schwung. Legt sich die Hündin auf die Seite, um den Welpen den Weg zu den Zitzen zu erleichtern ist die Geburt abgeschlossen. Wenn es die Hündin nicht nervös macht, kannst Du jetzt die verschmutzten Handtücher und Unterlagen auswechseln. In den nächsten Tagen solltest Du Deine Hündin nur zu kurzen Spaziergängen mitnehmen, damit diese wieder zu Kräften kommt und nicht zu lange von den Welpen getrennt ist.

Bildquelle:

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  • Hund trächtig: ©Von fugzu - Flickr: Margot, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=33138200