Durchfall beim Hund ist nicht nur sehr unangenehm für diesen selbst, sondern belastet auch dich als Halter. Der Hund fühlt sich unwohl und muss öfters vor die Tür, was natürlich mehr Aufwand bedeutet. Zusätzlich kann wiederholter oder länger anhaltender Durchfall sehr beunruhigend sein. Glücklicherweise sind die meisten Gründe für seltenen Durchfall harmlos.

Durchfall beim Hund: mögliche Ursachen

Eine mögliche Ursache für Durchfall kann eine einfache Magenverstimmung sein, wie sie zuweilen auch bei Menschen auftritt. Der Hund hat etwas gefressen, was er nicht gut verträgt und der Körper reagiert darauf mit Durchfall und manchmal auch Appetitlosigkeit. Beachte, das viele Nahrungsmittel für Menschen, nicht für deinen Hund geeignet sind. Darunter zählen zum Beispiel Milch, gewürzte und sehr fettreiche Speisen. All das kann besonders bei einem empfindlichen Hund Durchfall auslösen. In diesem Fall dauert es allerdings nicht lange bis sich der Stuhlgang wieder normalisiert. Behandelt werden muss dieser Durchfall nur dann, wenn er länger anhält. Wichtig ist, regelmäßig mit dem Hund nach draußen zu gehen und ihn gut zu beobachten.

Durchfall beim Hund

Die zweite Möglichkeit für Durchfall wäre eine Nahrungsmittelunverträglichkeit im Zusammenhang mit dem Hundefutter. Manche Hunde reagieren mit Durchfall auf bestimmte Inhaltsstoffe oder bei einer zu schnellen Futterumstellung. In seltenen Fällen kann auch der Hersteller die Zusammensetzung des bisherigen Futters geändert haben. Herausfinden lässt sich das über die Zutatenliste. Abhilfe schaffen kann man, indem man das neue Futter mit dem bisherigen mischt und langsam die Menge des Neuen steigert, bis der Hund nur noch dieses frisst und gut verträgt. Um den Durchfall zu stoppen kann es sinnvoll sein, den Hund vorerst nur Schonkost zu geben. In Frage kommen dafür zum Beispiel Reis und gekochtes Hühnchen. Vermutest du eine Allergie gegen bestimmte Inhaltsstoffe im Futter, frage deinen Tierarzt um Rat.

Kann ausgeschlossen werden, dass das Futter Schuld am Durchfall ist, solltest du genauer überlegen, was dein Hund eventuell gefressen haben könnte. Durchfall kann auch ein Symptom für eine Vergiftung sein. Ist der Stuhl sehr dünn oder mit Blut vermischt, treten abgesehen davon auch Mattigkeit, Unwohlsein und eventuell sogar Schaum vor dem Maul auf, liegt der Verdacht auf eine Gifteinwirkung nahe. In diesem Fall, hilft nur der schnelle Gang zum Tierarzt. Nach Möglichkeit sollte man entweder etwas von dem, was der Hund gefressen hat oder haben könnte, mitnehmen oder noch besser, eine Stuhlprobe.

Zu den Erkrankungen, die Durchfall verursachen können, gehört unter anderem Wurmbefall. Aus diesem Grund sollte man den Hund regelmäßig mit einem geeigneten Wurmmittel behandeln. Anzeichen für einen Wurmbefall können neben dem dünnen Stuhl, blasse Schleimhäute und allgemeine Abgeschlagenheit sein.

Auch bei anderen Erkrankungen, wie zum Beispiel Infektionen mit Viren oder Bakterien, Tumore oder chronische Entzündungen im Magen-Darm-Trakt kann Durchfall auftreten. Geht dein Verdacht in diese Richtung, ist der Gang zum Tierarzt unerlässlich.

Durchfall kann außerdem auch psychische Ursachen haben. Insbesondere Angst, Nervosität und Stress.

Wie behandelt man Durchfall beim Hund?

Die Behandlung des Durchfalls richtet sich nach der jeweiligen Ursache. In einigen Fällen hilft einfaches Abwarten bis es sich von allein bessert. Unterstützend kann man die Anwendung von Hausmitteln in Betracht ziehen. Die weiter oben schon genannte Schonkost mit Reis und Hühnchen kann helfen den Magen und damit auch den Darm zu beruhigen. Weitere Arten von Schonkost können sein: Möhrensuppe, Kartoffelpüree oder geriebener Apfel. Probiere am besten aus, was dein Hund mag und gut verträgt, versuche aber die Zutatenliste möglichst kurz zu halten. Auch ein Fastentag kann helfen, wird aber nicht von jedem Hund gut vertragen. Besonders wichtig ist, dass der Hund Wasser trinkt. Durchfallerkrankungen können je nach Schweregrad zu einer Austrocknung oder zu Nährstoffmangel führen. Deshalb muss für den Hund immer frisches Wasser bereitstehen. Statt Wasser kannst du auch verdünnten Kräutertee anbieten. Kamillentee zum Beispiel beruhigt und wirkt krampflösend.

Ein wirksames Mittel gegen Durchfall und im begrenzten Maße sinnvoll als Notfallmaßnahme bei Vergiftungen, sind Kohletabletten. Medizinische Kohle bindet Giftstoffe in Magen und Darm und kann damit einem Durchfall entgegenwirken. Erhältlich sind Kohletabletten in der Apotheke oder beim Tierarzt, dort erfährst du auch die beste Dosierung für deinen Hund.

Unter Umständen können homöopathische Mittel wirksam gegen Durchfall sein. Lasse dich dazu am besten von einem Tierarzt beraten, der sich mit Homöopathie auskennt.

Nicht zu empfehlen sind Medikamente gegen Durchfall aus der Humanmedizin. Selbst wenn du diese zu Hause vorrätig hast, frage vor der Gabe an deinen Hund, immer erst einen Tierarzt um Rat.

Wann sollte man einen Tierarzt aufsuchen?

Grundsätzlich sollte bei Unsicherheiten immer ein Tierarzt aufgesucht werden. Außerdem dann, wenn der Durchfall länger als zwei Tage ohne Besserung anhält, der Hund weitere Symptome (Fieber, Blut im Stuhl, Apathie und Erbrechen) zeigt oder man eine Austrocknung befürchtet. Durchfall bei Welpen kann besonders gefährlich sein, da junge Hunde noch nicht so viele Reserven aufweisen. Deshalb ist der Gang zum Tierarzt mit einem Welpen immer anzuraten.

Kommst du der Ursache des Durchfalls nicht auf die Spur und treten die Symptome immer wieder auf, solltest du ebenfalls einen Tierarzt um Rat fragen und den Hund gründlich untersuchen lassen, inklusive Blut- Urin- und Kotproben.

Durchfall beim Hund

Durchfall vorbeugen

Wichtig ist vor allem eine ausgewogene, bedarfsgerechte Ernährung des Hundes, die Magen und Darm nicht unnötig belastet. Sinnvoll kann ab und an ein Fastentag sein um dem Verdauungstrakt eine Ruhepause zu gönnen. Futterumstellungen sollten immer langsam durchgeführt werden, beobachte deinen Hund dabei besonders gründlich. Zusätzlich sollte ein jährlicher Check inklusive Impfung beim Tierarzt durchgeführt werden, um schwerwiegende Erkrankungen auszuschließen. Alle 3 Monate solltest du deinen Hund gegen Parasiten, insbesondere Würmer, behandeln. Dabei ist es wichtig das jeweilige Mittel ab und an zu wechseln um Resistenzen zu umgehen. Alle diese Maßnahmen dienen dem Aufbau und dem Erhalt einer gesunden Darmflora.

Wenn dein Hund empfindlich auf bestimmte Inhaltsstoffe im Hundefutter reagiert, hilft eine Futterumstellung oder spezielles Futter für sensible Hunde.

Als weitere Vorbeugungsmaßnahme dient es, dem Hund beizubringen, dass er nichts ohne Kommando fressen darf. Abgesehen von eventuell giftigen Bestandteilen, kann damit auch verhindert werden, dass der Hund gefährliche Fremdkörper aufnimmt. Besondere Vorsicht gilt bei giftigen Zimmerpflanzen oder Nahrungsmitteln für Menschen. Gib deinem Hund keine Speisereste und entferne giftige Zimmerpflanzen aus der Wohnung.

Achte bei der täglichen Fütterung auf entsprechende Hygiene. Wasche Futter- und Wassernäpfe gründlich mit heißem Wasser aus. Gib deinem Hund täglich frisches Wasser und lasse Futter nicht zu lange in der warmen Wohnung stehen. Bei sensiblen Hunden kann es sinnvoll sein, mehrere kleine Futtergaben über den Tag verteilt anzubieten.

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