Vor kurzem habe ich Euch die Geschichte von Spirit erzählt, als er mich vor einer drohenden Gefahr warnte. Doch auch seine Schwester Mystery steht ihm, in ihrem Beschützer-Instinkt in nichts nach…

Es war der erste Sommer in Spirit´s und Mystery´s Leben. Die Beiden entdeckten gerade die Vorzüge der warmen Jahreszeit. Unter unsern Fenstern befindet sich ein Gebäude der Verkehrsbetriebe, welches ein Flachdach mit Kies besitzt. Deshalb lassen sich oft und gerne Vögel darauf nieder um eine kurze Rast auf ihren Ausflügen einzulegen. Seit meine Fellnäschen dies entdeckt haben, sitzen sie gerne und oft am offenen Fenster, um die Vögel zu beobachten, die Aussicht zu genießen und sich die eine oder andere Sommerbrise um das Näschen streichen zu lassen…

 

Es war ein Samstag und ich arbeitete gerade an einem Blogartikel. Spirit schlief neben mir in einem der Katzenkörbchen, während Mystery am Fenster darüber saß und das Geschehen draußen beobachtete. Plötzlich fing Mystery leise zu knurren an. Ich kenne dieses Geräusch gut, denn es ist die Warnung „Komm nicht näher, sonst setzt es was!“ Ich stand auf um nachzusehen warum mein Mädchen in den Verteidigungsmechanismus gegangen war. Als ich aus dem Fenster blickte, sah ich allerdings „nur“ zwei Männer in Arbeitsoverall das Dach überqueren. Ich streichelte mein Katzenmädchen und meinte: „Alles ok! Das sind doch nur Arbeiter der Verkehrsbetriebe…“

Doch Mystery reagierte nicht auf meine Worte. Ganz im Gegenteil: Sie sträubte das Fell und knurrte noch lauter, (das Knurren war so laut, dass es meines Vaters Hund locker Konkurrenz gemacht hätte 🙂 als die Männer unter unserem Fenster vorbei kamen. Mystery´s Verhalten irritierte mich, denn so ein Verhalten kannte ich nur, wenn es um Futter ging. Deshalb beobachtete ich nun ebenfalls die Männer und ihren Weg. Mein Katzenmädchen knurrte indes die ganze Zeit weiter und hörte erst auf als die vermeintlichen Arbeiter das Dach der Verkehrsbetriebe verließen.

Danach kehrte wieder Ruhe ein. Mystery machte es sich auf der Fensterbank bequem und hielt wie ihr Bruder ein Nickerchen. Derweil machte ich mich daran, den Blogartikel zu beenden. Einige Zeit später, hatte ich es geschafft und surfte noch ein bisschen im Internet als Mystery wie von der Tarantel gestochen aufsprang, dass Fell sträubte und wieder laut zu knurren begann. Abermals ging ich zum Fenster und sah dieselben Arbeiter wie zuvor, nur das sie in die andere Richtung über das Dach der Verkehrsbetriebe gingen. Wieder beobachtete ich die Männer auf ihrem Weg… Wie zuvor überquerten sie das Dach, um es anschließend auf der Seite von welcher sie einige Zeit zuvor gekommen waren, wieder zu verlassen. Jeder ihrer Schritte wurde von Mystery´s lautem und drohenden Knurren begleitet. Erst als die Männer abermals verschwunden waren, beruhigte sich meine Katzendame wieder. Ich interpretierte ihr Verhalten schließlich so, dass sie uns beschützen wollte und gab ihr als Dank ein Leckerli. Danach verlief alles so wie immer und ich vergaß den „Vorfall“ schnell wieder.

Als ich ein paar Tage später nach Hause kam und das Stiegenhaus betrat stach mir sofort ein Zettel auf der Pinnwand des Hauses ins Auge. Es war ein Schreiben der Polizei! Neugierig geworden, ging ich näher um zu sehen was darauf stand und musste folgendes lesen: „Auf der Stiege xy (meine Nachbarstiege) wurde vor kurzem versucht einzubrechen. Der versuchte Einbruch wurde vermutlich von Männern, welche sich als Arbeiter ausgaben, begangen. Hinweise, bitte an ….“ Als ich das Schreiben fertig gelesen hatte, wurde mir heiß und kalt. „Das könnten die Männer gewesen sein, welche Mystery ständig vom Fenster herab angeknurrt hatte! Verdammt! Und ich hab´mir gedacht, dass das alles nur eine Katzenmerkwürdigkeit ist und nicht genau hingeschaut! Mist!“ dachte ich bei mir während ich zu unserer Wohnung ging.

Ich ärgerte mich, dass ich nicht auf Mystery´s Warnung reagiert und genauer hingesehen hatte; aber woher hätte ich das auch wissen sollen? Die Männer hatten wirklich den Eindruck von „echten“ Arbeitern der Verkehrsbetriebe gemacht… Seit jenem Tag, bin ich allerdings viel aufmerksamer geworden, wenn eines meiner beiden Fellnäschen ein nicht alltägliches Verhalten zeigt, denn schließlich hat sich gezeigt das Vorsicht besser als Nachsicht ist! Des Weiteren glaube ich, seit dieser Geschichte fest daran, dass Tiere drohende Gefahren nicht nur erkennen, sondern auch bereit sind sich und ihre Familie, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln zu warnen und zu verteidigen…

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