Die Burmilla Katze ist in Deutschland bisher relativ unbekannt und eine noch junge Katzenrasse. Eigentlich verwunderlich, da die Burmilla durch eine bestechende Optik und Anhänglichkeit für sich spricht. In diesem Artikel wird Dir die Rasse mit dem außergewöhnlichen Namen kurz vorgestellt.

Kurzinfo

  • Größe: mittelgroß
  • Gewicht: Katze: 2,5 – 4,5 kg; Kater: 3,5 – 6,5 kg
  • Fell: Kurzhaar
  • Farbe: Die Grundfarbe der Rasse ist stets weiß oder silberweiß. Lediglich die Haarspitzen sind entsprechend eingefärbt. Dise Zweifarbigkeit der Haare nennt man Agouti. Die Farbe der Burmilla wird in zwei Gruppen aufgeteilt. Einmal Gruppe 1, alle Farben ohne Rotanteil – non orange: Schwarz, Blau, Braun, Flieder, Beige, Zimtfarben in shaded oder shell. Die Gruppe 2 unterteilt sich in Farben mit Rotanteil: Rot, Creme in shaded oder shell – (Schildplatt)
    Alle Farben sind in Chinchilla (Shell) oder Silber Schattiert (Silver Shaded) erlaubt. Shaded bedeutet, dass 1/3 der Haarlänge gefärbt sind. Bei Shell beträgt die Färbung 1/8 der Haarlänge.
  • Lebenserwartung: 15 bis 17 Jahre

Charakter der Burmilla

Grundsätzlich ist die Burmilla freundlich und sehr auf den Menschen bezogen, sodass sie sich als Familienkatze sehr gut eignet. Insbesondere der bis ins hohe Alter ausgeprägte Spieltrieb macht die Katze für Kinder zu tollen Kameraden. So verspielt wie die Burmilla ist, so gesprächig ist sie auch. Das häufige Miauen sollten Dich also nicht stören, denn egal, ob Deine Katze Hunger hat oder nur spielen möchte, sie wird es Dir mitteilen. Hier zeigen sich deutlich die Wesenszüge der Burma, die ebenso ein großes Mitteilungsbedürfnis und einen großen Spieltrieb hat. Auch wenn die Burmilla sehr kontaktfreudig ist, schätzt sie es, nicht dem größten Trubel ausgesetzt sein zu müssen und sich unter Umständen auch zurückzuziehen. Sie ist sehr verschmust und genießt Liebkosungen aller Art, ein Wesenszug, den die Burmilla vom Perser hat.

Durch ihr erhöhtes Bedürfnis an Aufmerksamkeit und Zuwendung empfiehlt es sich nicht, die Burmilla regelmäßig über einen längeren Zeitraum alleine zu lassen. Die Anschaffung einer zweiten Burmilla ist durch die offene und zugewandte Art der Katze eine Überlegung wert, da die Katzen auch bei Abwesenheit des Besitzers Gesellschaft haben und gemeinsam ihren Spieltrieb ausleben können. Allerdings ersetzt auch eine zweite Katze nicht die menschliche Bezugsperson, im Gegenteil, zwei Katzen erfordern auch die doppelte Aufmerksamkeit. Solltest Du täglich mehrere Stunden das Haus verlassen, wäre eine eigenständige Katzenrasse möglicherweise die bessere Wahl.

Die Burmilla kann sowohl im Haus als auch im Freigang leben. Du solltest allerdings bedenken, dass unter Umständen auch anderen Menschen die besondere Optik der Katze auffallen könnte. Durch ihre Offenheit dem Menschen gegenüber könnte sie durchaus leicht gestohlen werden. Möchtest Du dieses Risiko nicht eingehen, wäre eine Überlegung an dieser Stelle, Freigang unter Beobachtung im heimischen Garten zuzulassen. Da die Burmilla im Gegensatz zur Burma über Unterwolle verfügt, ist ein Freigang grundsätzlich aber problemlos möglich.

Aussehen und Körperbau

Die Burmilla ist eine mittelgroße Katze, die zunächst zierlich wirkt, bei genauerer Betrachtung aber sehr muskulös und kräftig ist. Sie ist schlank, aber dennoch gut bemuskelt. Der Rücken ist gerade, die Brust breit und der Kopf von der Grundform her wie ein stumpfer Keil. Der Schwanz passt ins Gesamtbild der Katze und ist mittellang bis lang mit einer runden Endung.

Ein echter Hingucker: die dunkel umrandeten Augen. Die Augen sollten groß und klar sein, die Farbe kann sowohl grün als auch bernsteinfarben sein. Im Regelfall stehen sie ebenso wie die Ohren weit auseinander. Die Ohren sind leicht nach vorne geneigt mit runden Spitzen. Die Pfoten sind klein und oval.
Das Fell ist kurz mit dichter Unterwolle und liegt eng an.

Im Gesamtbild ist die Burmilla als eine sehr edle und grazile Katze zu beschreiben, die überaus harmonisch und keinesfalls schwerfällig wirkt.

zwei sitzende Burmilla

Pflege

Die Pflege der Burmilla ist durch das Kurzhaarfell nicht sonderlich aufwendig. Einmal in der Woche sollte das Fell gekämmt werden, allerdings liebt die Burmilla wie die meisten Katzen auch die intensive Zuwendung und ist daher häufigen Pflegeeinheiten keinesfalls abgeneigt. Im Tierhandel gibt es eine große Auswahl an Bürsten, die sich für diesen Zweck eignen.

Grundsätzlich sollte die Burmilla wie jede andere Katze auch mindestens einmal jährlich zur Kontrolluntersuchung und Impfung dem Tierarzt vorgestellt werden. Eine Impfung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen ist anzuraten, je nach Region und ob die Katze Freigänger ist, ist auch eine Tollwutimpfung ratsam.

Es sollte auch regelmäßig eine Entwurmung durchgeführt oder eine Kotprobe beim Tierarzt abgegeben werden, um nachzusehen, ob die Katze möglicherweise verwurmt ist. Auch reine Wohnungskatzen können Würmer haben, wenngleich es seltener auftritt als bei Freigängern. So können Würmer beispielsweise vom Menschen durch Dreck an den Schuhen in die Wohnung gelangen und von der Katze aufgenommen werden.

Eine regelmäßige Kürzung der Krallen ist dann wichtig, wenn die Katze ihre Krallen nicht selbst an einem Kratzbaum kürzt. Lass Dir am besten von Deinem Tierarzt zeigen, wie Du die Krallen kürzen kannst. Auch die Ohren und Zähne sollten regelmäßig untersucht werden.

Typische Krankheiten

Aufgrund der Tatsache, dass die Burmilla noch nicht stark verbreitet und eine junge Rasse ist, können keine genauen Angabe über rassetypische Krankheiten getroffen werden. Die Rasse profitiert an dieser Stelle von ihrer Unbekanntheit, da eine häufige Ursache für rassetypische Krankheiten eine Überzüchtung sein kann. Es ist allerdings davon auszugehen, dass sie wie alle anderen Rassekatzen auch zu bestimmten Krankheiten oder einer Allergieanfälligkeit neigt.

Durch ihre Abstammung vom Perser ist davon auszugehen, dass sie eine Disposition zu PKD, Polyzystische Nierenerkrankung, haben kann. Diese Krankheit wird autosomal-dominant vererbt, heißt, dass bei nur einem Elternteil ein defektes Gen vorliegen muss, damit die Wahrscheinlichkeit 50 % beträgt, dass auch die Kitten diese Krankheit vererbt bekommen. Der Träger des PKD-Gens erkrankt auf jeden Fall. Eine Zucht mit einem an PKD erkrankten Tier ist ausgeschlossen und wird streng von den Zuchtverbänden selektiert.

Das bisher seltene Auftreten von Krankheiten bei der Burmilla kann auch darauf zurückgeführt werden, dass Gentests mittlerweile recht zuverlässig funktionieren und eine Auslese schon gemacht werden kann, bevor Krankheiten vermehrt auftreten. Solltest Du eine Burmilla als Katze ins Auge fassen, solltest Du dich über den Zuchtverband über Züchter in Deiner Nähe informieren.

Geschichte

Die Entstehung der Rasse beruht auf Zufall und war alles andere als geplant. Im September des Jahres 1981 lebte Baroness Miranda vom Kirchberg mit dem Chinchilla-Perser Kater „Jemarie Sanquist“ und der Burma Katze Faberge unter einem Dach. Sanguist sollte zeitnah kastriert werden, allerdings war die Burma Faberge bereits rollig. So wurde der Chinchilla-Perser kurzerhand weggesperrt, erhielt aber Mitleid von der Haushaltshilfe, die ihn wieder herausließ. Acht Wochen später erblickten vier kleine Burmesen das Licht der Welt. Hinsichtlich der körperlichen Eigenschaften der Burma ähnlich, trugen die Kitten die Farbe ihres Vaters. So setzt sich auch der Name aus BURma und ChinILLA zusammen und vereint die Eigenschaften beider Rassen.

Die Baroness war von diesem „Unfall“ so angetan, dass sie ihn wiederholte und sich bemühte, die Rasse zu etablieren. So wurde die Burmilla 1996 von der FIFe (Fédération Internationale Féline) anerkannt, ebenso bei anderen zahlreichen anderen Verbänden und Vereinen. Eine neue Rasse war geboren.

Bildquelle:

  • zwei sitzende Burmilla: #109420574 | © kasjamba - adobe.com
  • weiße Burmilla liegend: #47180534 | © kasjamba - adobe.com