Die Russian Blue ist eine Hauskatzenrasse mit sehr charakteristischem Aussehen. Sie hat blaugraues, seidig schimmerndes, sehr dichtes Fell, smaragdgrüne Augen und einen lächelnden Gesichtsausdruck. Die Beine sind lang, der Körper schlank und sportlich. Sie ist eine ruhige, ausgeglichene und verschmuste Katze, die dem Menschen gegenüber sehr zutraulich ist, wenn sie ihn einmal kennt.

Kurzinfo

Größe/Schulterhöhe: Kater ca. 30-40 cm, Katzen ca. 20-30 cm
Gewicht: Kater ca. 3,5-6,5 kg, Katzen ca. 2,5-4,5 kg
Fell und Farbe: Diese Katzenrasse hat als einzige überhaupt ein Doppelfell, das bedeutet, dass die Unterwolle und das Deckhaar gleich lang sind. Dadurch steht das Fell ab und die Katze wirkt sehr plüschig und weich. Das Fell ist graublau und hat farblose Haarspitzen (in der Fachsprache heißt das ‚Tipping‘), welche dem Fell den seidigen Schimmer verleihen. Sehr helle Russian Blue sehen durch das Tipping manchmal wie silberfarben aus, dies ist jedoch nicht erwünscht, idealerweise muss das ‚Blau‘ des Fells durchscheinen.
Körperbau: Die Russian Blue ist eine relativ kleine, schlanke Hauskatze. Ihre Hinterläufe sind länger als die Vorderläufe, was den eleganten Eindruck noch verstärkt. Je nach Typus kann der Körperbau muskulöser oder zierlicher sein, auch die Kopfform und die Form der Ohren unterscheidet sich je nach Zuchtlinie ein bisschen.
Grundsätzlich ist der Kopf der Katze kantig und strukturiert, die Ohren groß, spitz und innen fast nackt. Durch den lächelnden Gesichtsausdruck sieht sie sehr freundlich aus.
Lebenserwartung: ca. 15 Jahre

Charakter der Russisch Blau

Die Rasse ist ausgesprochen ruhig und freundlich. Sie liebt ‚ihre‘ Menschen, ist sehr zutraulich und menschenbezogen. Durch ihr weiches Fell möchte man sie immerzu streicheln, was sie auch wirklich genießt. Die Katze mag auch andere Haustiere, sie ist sehr verträglich und liebt es, mit ihrer Familie zu sein. Auch spielen mag die Russian Blue sehr gerne, was sie zu einer optimalen Familienkatze macht. Freigang ist für diese Rasse nicht so wichtig wie für andere, sie fühlt sich auch in der Wohnung sehr wohl, Hauptsache sie ist bei ihrer Familie. Natürlich kannst Du ihr trotzdem Freigang gewähren, Du wirst aber bemerken, dass sie sich in Deinem Bett ebenso wohl fühlt. Die Russian Blue ist sehr schlau und kann gut springen (und zB Türen öffnen) – wenn sie nicht in ein bestimmtes Zimmer soll, solltest Du also die Tür versperren. Die Rasse lässt sich gut erziehen, nur im ersten Jahr sind die jungen Katzen oft recht übermütig und frech…sie werden im Laufe der Zeit aber deutlich ruhiger und du hast dann einen ausgesprochen lieben und schmusigen Stubentiger.

Pflege und Ernährung

Dadurch, dass das Fell der Russisch Blau sehr kurz ist, muss es nur selten gebürstet werden. Die meisten Katzen finden Bürsten in Ordnung und es kann zu einem schönen Ritual für Tier und Mensch gemacht werden, das die Beziehung und das Vertrauen stärkt.
Die richtige Ernährung weicht für die Russian Blue nicht von jener anderer Katzen ab. Katzen sind Carnivoren, das heißt, dass sie sich hauptsächlich von Fleisch ernähren. Freigänger könnten grundsätzlich selbst für ihr Futter sorgen, sie fangen und vertilgen mengenmäßig ca. 10-20 Mäuse am Tag. Dies ist im ländlichen Raum gar kein Problem, da es genügend Futtertiere gibt und Katzen gute Jäger sind. In der Wohnung ist das natürlich nicht möglich, darum muss hier auf die besonderen Bedürfnisse des katzentypischen Verdauungssystems geachtet werden. Am einfachsten ist es, die Katze mit Fertigfutter aus dem Fachhandel zu versorgen. Dieses wird von Experten zusammengestellt und gut kontrolliert.

Besonderheiten und Geschichte

Ursprünglich stammt die Russian Blue, wie ihr Name schon sagt, aus Russland. Englische Matrosen dürften sie um 1860 nach England mitgebracht haben. Im zweiten Weltkrieg wurde die Rasse beinahe ausgerottet. Durch Einkreuzen von British und Europäisch Kurzhaar sowie der Siamkatze konnte man die Rasse retten. Offiziell spricht man von der Rasse Russisch Blau erst seit 1937, davor wurde die Rasse als Abwandlung der Rassen Malteser Blau, Foreign Blue oder Britisch Kurzhaar geführt.

Es existieren 3 Zuchtlinien der Russian Blue, der englische, der sibirische und der amerikanische Typus. Das ist ein gewisses Problem, da der Genpool innerhalb der Rasse ohnehin schon nicht besonders groß ist, und durch die verschiedenen Typen noch kleiner wird. Inzucht ist da kaum vermeidbar, was leider Gendefekte und Erbkrankheiten möglich macht.
In Australien existiert eine anerkannte Farbvariante, die aus einer Kreuzung mit einer weißen Hauskatze stammt – bisher vergeblich versucht man in Europa und Amerika ebenfalls die Schwarz- und Weißvarianten anerkennen zu lassen. Einzig erlaubt sind hier die Ringe am Schwanz der Katze, die oft von der Jungtierzeichnung übrig bleiben (Russian Blue Babys sind oft getigert oder sogar getupft). Auch weiße Flecken oder blaue Augen zählen als Zuchtfehler.

Eine Besonderheit, die wirklich rassetypisch ist, ist das Lächeln der Katze. Die Russian Blue sieht aber nicht nur freundlich aus, sie ist auch tatsächlich eine sehr freundliche Katze, die sich aufgrund ihres lieben Charakters für Familien optimal eignet. Da sie sehr sozial ist, sollte sie allerdings nicht lange allein bleiben. Wenn du also tagsüber keine Zeit für sie hast, solltest du über zwei Katzen nachdenken, da sie auch die arteigene Gesellschaft sehr schätzt.

Bildquelle:

  • russisch-blau: #112943750 - © Svetlana Serdiukova - AdobeStock