Die Türkisch Angora zählt zu den beliebtesten Katzenrassen überhaupt. Das ist zum einen ihrem auffälligen Äußeren und zum anderen ihrem tollen Wesen geschuldet. Wenn Du mehr über die Samtpfoten mit dem üppigen Fellkleid erfahren möchtest, halten wir gerne alle wichtigen Informationen zur Rasse für Dich bereit.

Kurzinfo

Diese Katzenrasse gilt als mittelgroß. Während die Kater bis maximal 5 Kilogramm wiegen können, bleiben normalgewichtige weibliche Katzen in der Regel zwischen 2,5 und 4 Kilogramm schwer. Das Fell dieser Katzen ist halblang und sehr dicht. Während es die vierbeinigen Schönheiten am Anfang ihrer Züchtung nur in der Farbe Weiß gab, kannst Du heute auch rötliche und schwarze Katzen kaufen. Die Augen der Stubentiger können alle möglichen Farben aufweisen. Ursprünglich stammen diese Katzen zwar aus der Türkei, sind inzwischen aber fast auf der ganzen Welt beliebt. Im Schnitt kann die Türkisch Angora zwischen 12 und 18 Jahren alt werden; selten jedoch älter. Je besser Du Deine Katze pflegst und fütterst, desto länger wird sie leben. Im Vergleich zu gewöhnlichen Hauskatze und verschiedenen anderen Rassen gilt die Lebenserwartung als hoch.

Der Körperbau diese Katzenrasse ist kraftvoll und sie bewegt sich elegant. Generell neigen die Katzen zu einem muskulösen Körperbau, sofern sie nicht fettleibig sind. Der Kopf der schönen Tiere weist eine gleichmäßige, keilförmig Silhouette auf. Die Augen sind so geformt, dass sie zumeist ein wenig hochgezogen wirken, was dem harmonischen Gesicht dieser Katzen allerdings keinen Abbruch tut. Besonders wichtig ist in der modernden Züchtung der Türkisch Angora die Form der Ohren. Diese sollen möglichst groß sein und zudem hoch auf dem Kopf sitzen. Ein besonderes Merkmal der Tiere sind zudem die feinen Pinsel an der Spitze der Ohren.

Charakter der Türkisch Angora

Natürlich ist der Charakter einer jeden Katze individuell und kann nicht alleine anhand der Rasse festgestellt werde. Allerdings gibt es doch einige Merkmale, welche die meisten Türkisch Angora miteinander gemeinsam haben. Generell werden diese Katzen als sehr unkompliziert im Umgang beschrieben. Sie haben einen gutmütigen Charakter und eignen sich daher sogar für Haushalte mit Kindern oder anderen Haustieren. Im Umgang mit Artgenossen oder Menschen ziehen sich die sanften Gemüter eher zurück, als Aggressionen zu zeigen. Ein weiteres Merkmal dieser Katzen ist die Treue und Anhänglichkeit gegenüber dem Besitzer oder gar der ganzen Familie. Während Katzen im Allgemeinen eher als unabhängig gelten, verfolgen diese Katzen ihre Bezugsperson auf Schritt und Tritt und möchten am liebsten überall dabei sein. Manche Besitzer dieser tollen Katzenrasse behaupten sogar, dass sich dieses Tier eher wie ein Hund verhalten als wie die typische Samtpfote. Aus diesem Grund können Katzen dieser Rasse nur in Ausnahmefällen alleine gelassen werden. Hat eine solche Katze das Gefühl, dass sie zu wenig Aufmerksamkeit erhält, so rückt sie sich schon einmal von ganz alleine in den Mittelpunkt. Nicht selten ist es zu beobachten, dass manche Exemplare auch eine gewisse Eifersucht gegenüber Artgenossen oder anderen Haushaltsmitgliedern entwickeln.

Aufgrund ihrer Verspieltheit sind diese Tiere besonders für solche Menschen geeignet, die ihnen viel Zeit zum Schmusen und Beschäftigen widmen. Anders als viele andere Katzen apportiert diese Rasse auch sehr gerne. Zudem gilt die Türkisch Angora als geeignete Familienkatze, da sie sich auch gut auf mehrere Menschen einlassen kann und selten ängstlich oder zurückhaltend gegenüber Neuem reagiert. Eine Katze dieser Rasse möchte am liebsten alles richtig machen, um ihrem Besitzer zu gefallen.

Pflege und Ernährung

Weil diese Katzen über ein üppiges und besonders seidiges Fellkleid verfügen, müssen sie regelmäßig gebürstet werden. Hierbei solltest Du sehr vorsichtig, aber auch gründlich vorgehen. Im schönen Fell der Samtpfoten bilden sich sehr schnell kleine Knoten. Werden diese nicht zeitnah ausgekämmt, so können sich daraus regelrechte Knäuel entwickeln, welche im schlimmsten Fall herausgeschnitten werden müssen. Das sieht zum einen nicht gut aus und zum anderen lässt sich nicht jede Katze gerne das Fell so dicht an der Haut kürzen. Besonders während dem Fellwechsel müssen Besitzer der Türkischen Angora dabei helfen, abgestorbenes und loses Fell zeitnah zu entfernen. Ansonsten kann es auch an dieser Stelle passieren, dass sich Fellknäuel bilden. Wenn Du Deine Katze täglich vorsichtig bürstet, ist es bei dieser Katzenrasse sehr gut möglich, dass sie sich auf die Fellpflege freut. Hierdurch entsteht eine zusätzliche Bindung zwischen Halter und Tier, welche nicht mehr nur der Pflege des Felles dient, sondern auch emotional verbindet.

Hinsichtlich der Ernährung sollte wie bei den meisten anderen Rassen darauf geachtet werden, dass die Menge zum Bedarf des Tieres passt. Wird die Türkische Angora zu gehaltvoll gefüttert, so legt sie sehr schnell an Gewicht zu. Da Übergewicht der Katze schadet, sollte sie keinesfalls zu viel Futter bekommen und zudem regelmäßig beschäftigt werden. Je häufiger die Katzen spielen und tollen, desto geringer ist das Risiko für eine ernste Erkrankung. Generell gilt die Türkische Angora als äußerst robust – auch hinsichtlich ihrer Verdauung. Gewöhnliches Katzenfutter in nasser oder trockener Form kann bedenkenlos verfüttert werden.

Besonderheiten und Geschichte

Bereits seit dem 15. Jahrhundert gibt es die Türkische Angora in dieser Form in ihrem Herkunftsland der Türkei. Sie gilt als die erste langhaarige Rasse, welche überhaupt in den Westen Europas kam. Angeblich haben Sultane aus dem osmanischen Reich die sanften Vierbeiner als Geschenk an die Adelsfamilien in England und Frankreich gesandt. Hier wurden die Katzen für ihr sanftes Wesen und das ansprechende Äußere so sehr geschätzt, dass sie sich bald auch in Westeuropa etablierten. Sogar bei Königen galten diese Katzen als besonders geschätzt und wurden daher als Geschenk an zahlreiche Fürsten gegeben. Kein Wunder also, dass sich die Katzen mehr und mehr in einem rasanten Tempo verbreiteten. Sie galten allerdings nicht nur als ein gewöhnliches Haustier, sondern waren aufgrund ihres Wertes ein regelrechtes Statussymbol. Bei einer breiteren Bevölkerung kam die Katze dann im 18. Jahrhundert in Mode. Besonders am Hof des französischen Königs war sie so beliebt wie kaum ein anderes Tier. Zwischen den 50er und 60 Jahren erlebte die Türkische Angora hingegen einen echten Rückschritt, denn sie wurde von als modern geltenden Katzenrassen in ihrer Beliebtheit abgelöst. Vor allem die Perserkatzen liefen den Katzen den Rang ab und verdrängten sie zunehmend. In der USA mussten in den 50ern sogar einzelne Tiere importiert werden, um die Zucht überhaupt weiterführen zu können.

Im Hinblick auf das äußere Erscheinungsbild weist diese einmalige Katzenrasse eine kleine Besonderheit auf: Viele Tiere dieser Art haben zwei unterschiedliche Augen. Besonders verbreitet ist das Phänomen, dass ein Auge von einem hellen Blauton ist, während das andere die Farbe von Bernstein hat. Das macht die Tiere sowohl heute als auch früher zu einem ganz besonderen Hingucker und erklärt ein Stück weit, warum die Türkisch Angora zu Zeiten des Adels zum Accessoire mutierten. Hierzu hat außerdem das dichte Fell und das ruhige Wesen beigetragen.

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  • tuerkisch-angora-sofa: 145345775 - ©Poprotskiy Alexey - AdobeStock