Die beliebte Perserkatze zählt zu den ältesten und weltweit populärsten Katzenrassen überhaupt. Durch ihr charakteristisches Aussehen mit den eng stehenden Augen und der kurzen, hochstehenden Nase wirkt sie buchstäblich etwas hochnäsig und oft geradezu unnahbar. Doch in Wirklichkeit ist die Perserkatze eine sehr anschmiegsame und ruhige Katzenrasse, deren angenehmer Charakter viele Katzenfreunde begeistert.

Kurzinfo

Die Perserkatze ist eine mittelgroße Katzenrasse. Typisch für sie ist der gedrungene und stämmige Körperbau und die kurzen aber kräftigen Beine mit runden Pfoten. Der Kopf ist rund und gut proportioniert. Er weist volle Wangen und ein kräftiges Kinn auf. Ein hervorstechendes Merkmal ist die sehr kurze Nase, deren Spitze hoch angesetzt ist und sich auf einer Linie mit den Unterlidern der Augen befindet. Die weit auseinanderliegenden Ohren sind klein und niedrig am Kopf platziert. Sie ist eine Langhaarkatze, wobei die Felllänge variieren kann. Allerdings sollte sie ein möglichst langes, dichtes und seidiges Fell aufweisen und eine volle, markante Halskrause besitzen. Das Fell kann in zahlreichen Farbvarianten auftreten, wobei einfarbige Solid-Färbungen eher selten sind. Weit häufiger sind dagegen zweifarbige und dreifarbige Perserkatzen. Durchaus erwünscht sind lange Ohrbüschel sowie Haarbüschel zwischen den Zehen. Den Rassestandard teilen sich Perserkatzen zusammen mit Exotischen Kurzhaarkatzen und Colourpoints, wobei die drei Rassen vom Körperbau her weitgehend gleich sind, sich aber in Felllänge, Felltextur und Färbung unterscheiden. Allgemein haben die Katzen ein Körpergewicht zwischen 3,5 und 6 Kilogramm, wobei Kater auch 7 Kilogramm und mehr wiegen können. Die Tiere haben eine durchschnittliche Lebenserwartung zwischen 13 und 18 Jahren. Dabei ist zu beachten, dass bei einer reinen Wohnungshaltung die Lebenserwartung allgemein höher ist als bei Freigänger-Katzen.

Die Charaktermerkmale einer Perserkatze

Typisch für die Perserkatze ist ihr sehr ruhiges und zurückhaltendes Wesen. Sie besticht durch ihre äußerst liebevolle und zuverlässige Art, und geht auch gerne mit den Menschen die sie pflegen eine enge Bindung ein. Oft liegen Perserkatzen gerne in der Sonne oder auf der Fensterbank, oder suchen den Kontakt zu ihren Menschen, wobei sie sehr verschmust sind. Dabei hat sie einen vergleichsweise gering ausgeprägten Freiheitsdrang, was sie als eine ideale Hauskatze auszeichnet. Denn viel lieber macht es sich die Perserkatze in ihrer gewohnten Umgebung gemütlich, als dem Drang zu jagen oder auf Erkundungstour zu gehen nachzugeben. Das kommt ihrem Körperbau auch durchaus entgegen, denn mit ihren vergleichsweise kurzen Beinen ist eine Perserkatze deutlich weniger agil beim Springen und Klettern als die Katzen vieler anderer Rassen. Junge Katzen lassen sich gerne auch zum Spielen animieren, aber häufig werden sie mit zunehmendem Alter eher spielfaul. Dabei zeichnet sich die Perserkatze aber auch durch Willensstärke und Klugheit aus. Das zeigt sich unter anderem, wenn sie gelegentlich auch mal ihrem unnahbar wirkenden Äußeren gerecht wird. Dann kann sie sich auch schon mal als eigensinnige Diva aufführen, die sich bei weitem nicht von jeder beliebigen Person streicheln lässt und mitunter auch recht dickköpfig sein kann. Ansonsten aber ist die Perserkatze eine sehr angenehme Mitbewohnerin, die Behaglichkeit schätzt und das Leben gelassen nimmt.

Pflege und Ernährung

Wenn Du es in Erwägung ziehst Dir eine Perserkatze als Haustier zuzulegen, dann solltest Du allerdings auch den hohen Pflegeaufwand bei dieser Rasse bedenken. Da das dichte Fell stark zu Verfilzungen neigt sollte es möglichst jeden Tag gebürstet und gekämmt werden. Ansonsten führt eine nicht regelmäßige Pflege schnell zu Knoten im Fell, deren Entfernung für die Katze sehr unangenehm sein kann. Die Fellpflege erfordert dementsprechend viel Zeit und Geduld, wobei sich aber die meisten Perserkatzen durchaus gerne bürsten lassen. Dennoch wird die Prozedur gelegentlich erschwert, da nicht jede Katze die Fellpflege durch den Menschen genießt und sich entsprechend störrisch verhält. Das lässt sich weitgehend vermeiden, wenn die Tiere schon im frühen Alter positiv an das Bürsten gewöhnt werden. Bei einem stark verschmutzen Fell solltest Du die Katze baden, was diese jedoch auch nicht immer gerne freiwillig über sich ergehen lässt. Während der Fellwechselzeit können Perserkatzen eine beträchtliche Menge an Fell verlieren, wobei sich trotz regelmäßigem Bürsten jede Menge Haare in der Wohnung verteilen. Auch sind bei den Tieren tränende Augen oder laufende Nasen nicht selten und erfordern bei Bedarf einer Reinigung. Dazu solltest Du den Bereich um das betroffene Auge oder die Nase vorsichtig mit warmem Wasser und einem weichen, nicht fusselnden Tuch säubern. Auch Perserkatzen sollten ausgewogen und ihrer Natur entsprechend ernährt werden. Die Nahrung sollte reich an Proteinen sein, daher sollte Fleisch den Hauptbestandteil des Katzenfutters ausmachen. Allgemein ist Nassfutter aufgrund der normalerweise günstigeren Zusammensetzung und des höheren Feuchtigkeitsanteils dem Trockenfutter vorzuziehen. Eine einseitige Ernährung, etwa alleine mit Trockenfutter, kann sich unter anderem negativ auf die Beschaffenheit des Fells auswirken.

Typische Krankheiten und Anfälligkeiten

Die große Popularität dieser Katzenrasse hat leider auch ihre Schattenseiten. So wurde die Perserkatze viele Jahrzehnte lang in großer Zahl als Modekatze gezüchtet, was zu einigen gesundheitlichen Problemen geführt hat. So wurde etwa durch die rigorose Zucht die charakteristische hohe Nase immer kürzer und abgeflachter, wodurch die Tiere zunehmend mit Atembeschwerden zu kämpfen hatten. Auch tränende Augen und Beschwerden beim Fressen stellten sich zunehmend ein. Durch eine gewissenhaftere Zucht sollen die Perserkatzen heutzutage wieder zu ihrer klassischen und ursprünglichen Form, mit einer nicht zu kleinen Nase und einem länger gestrecktem Körperbau zurückfinden. Eine bei Perserkatzen häufige erbliche Krankheit ist außerdem die Polyzistische Nierenkrankheit, auf englisch Polyzystic Kidney Disease, PKD. Liegt eine genetische Veranlagung vor, so tritt diese autosomal dominante Krankheit fast immer auf. Durch die Krankheit entstehen Zysten in den Nieren und mitunter auch in anderen Organen. Dadurch kann die Funktion der Nieren zunehmend beeinträchtigt werden, woraus sich eine chronische Niereninsuffizienz bis hin zum Nierenversagen entwickeln kann. Die Krankheit kann erst bei Tieren die älter als 10 Monate sind sicher diagnostiziert werden. Lasse Dir deswegen beim Kauf einer jüngeren Perserkatze vom Züchter am besten die PKD-Freiheit der Elterntiere bescheinigen. Züchter, die eine solche Bescheinigung nicht vorweisen können, sind sich entweder nicht genügend über die Problematik dieser Erbkrankheit bewusst oder aber nicht seriös.

Geschichte und Besonderheiten der Perserkatze

Die Zucht der heute bekannten Perserkatze hatte ihren Anfang in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in England. Dabei ging man lange davon aus, dass die Perserkatze bei der Zucht durch gezielte Selektion hauptsächlich aus orientalischen Langhaarkatzen herausgezüchtet wurde. Als wahrscheinlich wurde dafür etwa eine ursprüngliche Kreuzung aus einer nordischen Langhaarkatze, welche in den Iran gebracht wurde, mit einer einer Türkischen Angorakatze erachtet. Doch neuere Erkenntnisse aus der Genforschung belegen, dass offensichtlich keine Verwandtschaft mit einer asiatischen Vererbungslinie, wie etwa mit der Angorakatze besteht. Stattdessen wurde eine genetische Übereinstimmung mit der russischen langhaarigen Hauskatze, beziehungsweise der Sibirischen Katze festgestellt. In Europa waren Langhaarkatzen noch bis Mitte des 16. Jahrhunderts unbekannt. Die ersten langhaarigen Katzen aus Kleinasien wurden in der Mitte des 17. Jahrhunderts zuerst nach Frankreich eingeführt. Zur gleichen Zeit sollen auch Langhaarkatzen aus dem Gebiet des heutigen Irans nach Italien gebracht worden sein, die bereits damals als Perserkatzen bezeichnet wurden. Langhaarkatzen galten zu der Zeit als besondere Statussymbole und waren bei vielen Adligen sehr beliebt. Etabliert hat sich der Name „Perser“ allerdings erst mit Gründung der ersten Zuchtvereine GCCF und WCF und der erstmaligen Einführung ihrer Zuchtstandards zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die ursprünglichen Perserkatzen erinnerten vom Aussehen her eher an die Angorakatze. Später änderte sich der Zuchtstandard mehrfach, wodurch sich das Erscheinungsbild der Katzenrasse nach und nach bis hin zum heute üblichen Aussehen änderte.

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