Aufgrund ihres sanften Charakters und ansprechenden Äußeren erfreut sich die Ragdoll in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit. Mit ihrem geduldigen Gemüt ist sie die perfekte Familienkatze. Erfahre hier mehr über diese kuschelige Schönheit.

Kurzinfo

Die Ragdoll ist eine der größten und robustesten Katzenrassen. Bei einer Schulterhöhe von bis zu 40 cm erreichen ausgewachsene Katzen 4,5 bis 6,5 kg, Kater hingegen sogar bis zu 10 kg.

Das halblange bis lange Fell ist seidig weich und trägt rassetypisch eine Point-Färbung. Diese kann in den Farben Seal, Blue, Chocolate, Lilac, seltener auch Red und Cream ausfallen. Als Varianten sind Coloupoint, Mitted und Bicolour zugelassen. Diese Färbung kristallisiert sich aber erst im Laufe der ersten Lebensmonate heraus. Wie alle anderen Point-Rassen kommt nämlich auch die Ragdoll mit durchgehend weißem Fell zur Welt. Die strahlend blaue Augenfarbe hingegen behalten sich die meisten Katzen dieser Rasse ihr Leben lang.

Wie ein Lätzchen umgibt eine dichte Halskrause das Gesicht der Katze. An Vorderbeinen und im Gesicht ist das Fell hingegen kürzer als am restlichen Körper. Auch der Schwanz ist lang und buschig. Trotz der oft dunklen Beine sind die Pfoten immer strahlend weiß.

Der Kopf ist keilförmig mit einer ausgeprägten Schnauze, was ihr im Gegensatz zu Exotic Rassen eine problemlose Entwicklung der Atmungsorgane ermöglicht. Die Ohren stehen weit auseinander und sind nach vorne geneigt.

Die Hinterbeine stehen ein wenig höher als die Vorderbeine, was die Rückenlinie nach vorne neigen lässt. Allgemein ist der Körperbau muskulös und kräftig gehalten.

Die Ragdoll ist eine ausdauernde Katzenrasse, deren Lebenserwartung im Schnitt bei 15 Jahren liegt.

Liegende Ragdoll Katze mit blauen Augen

Charakter der Ragdoll

Die Ragdoll gilt als besonders sanftmütige und pflegeleichte Katze. Sogar der Name der Katzenrasse weist bereits darauf hin. Ragdoll bedeutet so viel wie „Stoffpuppe“. Der Name entstand, da sich die ersten Katzen dieser Rasse ohne zu murren oder zu wehren aufheben ließen. Aufgrund dieser Tatsache galt die Rasse anfangs als schmerzunempfindlich, was sich mittlerweile natürlich als falsch herausgestellt hat.

In der Tat liegt dieses Verhalten daran, dass diese Katzen in der Regel gar nicht so gerne gehalten werden möchten. Verschmust ist die Rasse aber allemal, sie möchte sich nur gerne selber aussuchen, wann der richtige Zeitpunkt für Streicheleinheiten ist.

Diese Anhänglichkeit darf nicht unterschätzt werden. Die Ragdoll ist gutmütig und liebenswürdig, sie mag Menschen jeden Alters, aber auch andere Katzen oder Hunde. Umgekehrt aber verträgt sie es nicht gut, über längere Zeit alleine gelassen zu werden. Daher eignet sich die Rasse besonders gut als Familienkatze. So hat sie mehrere Ansprechpersonen, von denen sie Aufmerksamkeit erwarten kann. Wenn sie erst einmal jemanden ins Herz geschlossen hat, wird die Ragdoll einer solchen Person wie ein Hund auf Schritt und Tritt folgen.

Nicht zu vergessen ist, dass selbst die gutmütigste Katze biologisch betrachtet natürlich ein Raubtier ist. Beim Spielen setzt sie wie alle anderen Katzenrassen auch Krallen und Zähne ein. Sie wird aber selbst da vorsichtig vorgehen.

Durch ihr anhängliches Wesen ist die Ragdoll eine perfekte Wohnungskatze. Gerade in der Stadt oder in höher gelegenen Stockwerken ist sie also ein perfekter Mitbewohner. Zu gesichertem Ausgang sagt aber auch sie nicht nein.

Ragdoll Katze mit blauen Augen schaut nach oben

Pflege

Aufgrund ihrer Größe benötigt die Ragdoll natürlich auch mehr Futter als die durchschnittliche Katze. Nassfutter sollte in jedem Fall bevorzugt werden, um der Katze auch genügend Flüssigkeit zu bieten. Katzen trinken in der Regel eher ungern.

Durch ihr geselliges Gemüt ist die Ragdoll nicht gerne alleine. Entweder Artgenossen oder Menschen sollten stets zur Verfügung stehen, um den Spieltrieb und das Kuschelbedürfnis zu befriedigen. Regelmäßige Spieleinheiten helfen auch, Übergewicht vorzubeugen, zu dem gerade Wohnungskatzen oftmals tendieren.

Das halblange Fell bedarf natürlich regelmäßiger Pflege. Da ihm die Unterwolle fehlt, verfilzt oder verknotet es bei den meisten Ragdoll Katzen nicht so schnell und leicht wie bei anderen langhaarigen Katzenrassen. Dennoch sollte es spätestens einmal in der Woche gebürstet werden. Der Beginn erfolgt vorsichtig mit einem Kamm, später kann auf eine weiche Bürste gewechselt werden.

Während des Fellwechsels in Frühling und Herbst sollte das Bürsten sogar täglich erfolgen, um es der Katze zu erleichtern, mit den Mengen an verlorenen Haaren fertig zu werden.

Typische Krankheiten

Artgerechte und abwechslungsreiche Ernährung, genügend Bewegung, regelmäßige Impfungen, Entwurmungen und Kontrollen beim Tierarzt sollten für jeden Katzenhalter an erster Stelle stehen. Diese Maßnahmen helfen, eine Katze vital und gesund zu halten. Ebenso werden ansteckende Krankheiten vorgebeugt und Verletzungen sowie Parasitenbefall möglichst früh erkannt.

In der Regel ist die Ragdoll eine gesunde und widerstandsfähige Katzenrasse. Manche Tiere innerhalb der Rasse tendieren aber genetisch zu HCM (hypertrophe Kardiomyopathie), einer angeborenen Herzkrankheit. Dabei kommt es im Verlauf zu einer Verdickung des Herzmuskels und in weiterer Folge zu einer vergrößerten linken Herzkammer. Im Endeffekt ist die Krankheit immer tödlich, obwohl sie oftmals unentdeckt bleibt. Viele Katzen mit HCM sterben völlig unerwartet an plötzlichem Herztod.
Ein Gentest gibt Auskunft darüber, ob eine Katze die genetische Veranlagung für HCM in sich trägt und schafft Gewissheit für den Besitzer.

Auch Erkrankungen der Gelenke machen so mancher Ragdoll zu schaffen. Ein verantwortungsbewusster Züchter achtet aber auf solche vererbbaren Merkmale und lässt nur Paarungen gesunder Tiere zu.

Ragdoll Katze in der Wiese

Geschichte

Die Ragdoll ist eine junge Katzenrasse, die in den 1960er Jahren in den USA entstand. Durch das späte Aufkommen ist ihre Entwicklung im Gegensatz zu vielen etablierten Rassen also gut dokumentiert.

Die Stammmutter der gesamten Rasse war eine langhaarige Katze namens Josephine, die in Kalifornien lebte. Ann Baker, die Nachbarin von Josephines Besitzerin, war sofort fasziniert von dem seidig weichen Fell der Katze. Sie bekam einen Kater aus Josephines Wurf, den sie als Birma-ähnlich beschrieb. Mit diesem Kater und weiteren Katzen mit Point-Färbung baute sie eine Zuchtlinie auf und schuf dadurch nicht nur das charakteristische Aussehen der Katzenrasse, sie erfand auch den Namen Ragdoll selber, den sie sich sogar patentieren ließ. Aufgrund ihrer rigiden Auflagen war es in den Anfangsjahren für Außenstehende schwer, Ragdoll zu züchten. Im Laufe der Jahrzehnte aber ist sie zu einer etablierten Katzenrasse geworden. In den 1990er Jahren wurde die Ragdoll schließlich auch von internationalen Zuchtverbänden als eigenständige Rasse anerkannt.

Seitdem hat die Ragdoll einen weltweiten Siegeszug hinter sich und ist mittlerweile auch in Europa zu einer der beliebtesten Katzenrassen geworden.

Bildquelle:

  • Liegende Ragdoll Katze mit blauen Augen: ©Kadisha - Pixabay.com
  • Ragdoll Katze mit blauen Augen schaut nach oben: ©Kadisha - Pixabay.com
  • Ragdoll Katze in der Wiese: ©platinumportfolio- Pixabay.com
  • Ragdoll Katze mit blauen Augen: ©ZEROXO - Pixabay.com