Die Britisch Kurzhaar ist eine ruhige, unkomplizierte Katzenrasse. Die Katze mit dem runden, stämmigen Körperbau gibt es in vielen verschiedenen Farben. Schon im 19. Jahrhundert wurde sie beschrieben und seit mehr als 100 Jahren wird sie gezielt gezüchtet. Wie der Name sagt, stammt die Britisch Kurzhaar ursprünglich aus Großbritannien. Heute wird sie in ganz Europa geschätzt. In diesem Rassenportrait erhältst Du Infos über Aussehen, Charaktereigenschaften, typische Krankheiten und Pflege dieser beliebten Katzenrasse.

Beschreibung

Die Britisch Kurzhaar ist eine Katze von mittlerer Größe mit einem muskulösen und kraftvollen Körperbau. Sie ist durchschnittlich 40 Zentimeter lang und eher kompakt gebaut. Die weibliche Katze wiegt zirka vier bis fünf Kilogramm, der Kater bringt ein Gewicht von ungefähr sechs bis sieben Kilogramm auf die Waage.

Dem Einfluss von Perserkatzen verdankt die Britisch Kurzhaar ihren gedrungenen Körperbau, bei dem runde Formen dominieren. Der Schädel und die Brust sind breit und der Rücken gedrungen. An den kurzen, stämmigen Beinchen sitzen große, runde Pfoten. Der relativ dicke Schwanz ist kürzer als bei anderen Rassen und am Ende abgerundet. Der Hals ist kurz und muskulös. Die Nase ist durch den Einfluss der eingezüchteten Perserkatzen kurz und breit. Außerdem ist sie leicht eingebuchtet. Die Augen sind groß und stehen ebenso wie die Ohren weit auseinander. Diese sind kurz und an der Spitze abgerundet.

Das Fell ist kurz, wie der Name Britisch Kurzhaar sagt. Außerdem ist es sehr dicht und liegt nicht an. Unter dem Deckhaar hat die Katze viel Unterwolle. Es werden über 50 Farbvarianten unterschieden. Zudem können die Britisch Kurzhaar-Katzen entweder einfarbig oder zweifarbig sein, farbige Punkte (sogenannte Points) haben oder getigert sein. Bei den zweifarbigen Katzen ist stets eine beliebige Farbe mit weiß kombiniert. Die Farbplatte der Britisch Kurzhaar reicht von Weiß und Schwarz über Blaugrau, Schokoladenbraun und Hellbraun bis hin zu Rot und Cremefarben. Besonders beliebt sind Tiere mit silbrigen Nuancen. Die Farbe der Augen hängt von der Fellfarbe ab. Häufig sind sie orange oder kupferfarben, sie können aber auch grün oder blau sein. Die Britisch Kurzhaar-Katze entwickelt sich im Verhältnis zu anderen Rassen eher langsam. Es dauert rund zwei Jahre, bis ein Kätzchen ausgewachsen ist. Die Lebenserwartung der Britisch Kurzhaar ist mit zwölf bis 16 Jahren kürzer als die anderer Katzenrassen. Der Preis für ein sorgfältig gezüchtetes Kätzchen beträgt rund 500 Euro.

Britisch Kurzhaar: Charakter

Die Britisch Kurzhaar hat ein eher ruhiges Wesen, vor allem im Vergleich mit orientalischen Rassen. Sie zeichnet sich durch ihr besonnenes, tolerantes Verhalten aus. Weil sie außerdem typischerweise unkompliziert und anpassungsfähig ist, eignet sie sich gut für Familien mit Kindern und Hunden. Die Britisch Kurzhaar ist anhänglich und lässt sich gerne zum Spielen anregen. Auf der anderen Seite ist sie eigenständig, wie es für Katzen typisch ist. Sie kommt gut alleine zurecht, lässt sich aber auch mit anderen Katzen gemeinsam halten. Die intelligente Britisch Kurzhaar kann schnell jagen, mag es aber ansonsten eher gemütlich.

schlafende Britisch Kurzhaar Katze

Deshalb passt sie gut zu weniger aktiven Haltern. Sie ist nicht nur in ihrem allgemeinen Verhalten eher ruhig, sondern maunzt auch recht wenig. Eine Besonderheit der Britisch Kurzhaar ist, dass sie, anders als die meisten Katzen, typischerweise nicht wasserscheu ist.
Bei der Züchtung der Britisch Kurzhaar kann es vorkommen, dass einzelne Junge langes Fell haben. Dies liegt daran, dass im Stammbaum der Rasse auch langhaarige Katzen vertreten sind. Die Tiere mit langem Fell sind seit einiger Zeit als eigene Rasse anerkannt, nämlich als Britisch Langhaar.

Typische Krankheiten

Die Britisch Kurzhaar ist eine relativ robuste Rasse, die wenig zu Krankheiten neigt. Allerdings kann Übergewicht auftreten, besonders bei älteren Tieren und bei Bewegungsmangel. Zudem sind zwei Erbkrankheiten bekannt. Die erste ist die sogenannte hypertrophe Kardiomyopathie, kurz HCM. Dabei handelt es sich um eine Herzkrankheit, die auch bei Menschen und Hunden vorkommt. Bei den Katzen, die von HCM betroffen sind, bricht die Krankheit meistens aus, sobald sie erwachsen geworden sind. Zu den Symptomen, die der Halter selbst erkennen kann, gehören Kurzatmigkeit, schnelles Atmen und Herzrasen. Der Tierarzt kann außerdem Rhythmusstörungen, Kammerflimmern oder ein Lungenödem feststellen. Die Krankheit kann zu Herzversagen oder zu Lähmungen im Bereich der Hinterbeine führen. HCM kann der Tierarzt durch einen DNA-Test oder eine Ultraschalluntersuchung diagnostizieren.

Eine weitere Erbkrankheit, die bei der Britisch Kurzhaar häufig auftritt, ist die Polycystic Kidney Disease, kurz PKD. Dabei bilden sich Zysten an den Nieren, die bei der älteren Katze zu Nierenversagen führen können. Problematisch ist, dass PKD häufig unbemerkt weitervererbt wird, weil die junge Katze noch keine Symptome zeigt. Eine Ultraschall-Untersuchung schafft Klarheit.

Pflege

Die Britisch Kurzhaar ist dank ihres kurzen Fells relativ pflegeleicht. Es reicht aus, sie einmal in der Woche zu bürsten oder zu kämmen. Dies muss allerdings konsequent durchgeführt werden. Ansonsten können sich wegen der dichten Unterwolle Verfilzungen und Knoten bilden. Dies kann bis zu festen Fellplatten führen, die sehr schmerzhaft für die Katze sind. Bei solchen Fellplatten kann nur noch ein Tierarzt helfen, indem er das Fell unter Narkose abschert.

Bei der Haltung ist es zudem wichtig, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Diese muss der Aktivität und dem Alter der Katze angepasst werden. Ein häufiges Problem bei der Britisch Kurzhaar ist, das sie zu Übergewicht neigt. Dem muss mit kalorienarmem Futter entgegengesteuert werden, besonders bei älteren Tieren.

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