Die elegante Siamkatze besticht mit sanften blauen Augen und ihrer Anhänglichkeit. Kein Wunder, dass die ursprünglich aus Südostasien stammende Katzenrasse zu den ältesten der Welt gehört. In diesem Rassenportrait bekommst Du alle wichtigen Infos zu Aussehen, Charaktereigenschaften und Pflege der Dank ihrer Fellzeichnung unverwechselbaren Siamkatze.

Beschreibung

Die Siamkatze ist mittelgroß und zeichnet sich durch einen schlanken, aber dennoch muskulösen Körperbau aus. Die weibliche Katze wiegt drei bis vier Kilogramm, während der Kater ein Gewicht von vier bis fünf Kilogramm hat. Die elegante, geschmeidige Siamkatze hat auffallend lange, schmale Beine, wobei die hinteren etwas länger als die vorderen sind. Ihre kleinen Pfoten sind oval geformt. Der Schwanz ist lang und dünn und läuft am Ende spitz zu.

Der Hals ist wie der gesamte Körper lang und schmal. Der Kopf ist mittelgroß und keilförmig. Kinn und Ohren bilden nahezu ein Dreieck. Die Nase ist lang und gerade und das Kinn ist kaum ausgeprägt. Die spitzen Ohren sind groß und stehen leicht diagonal. Auch die mandelförmigen Augen stehen ein wenig schräg und liegen weit auseinander. Typisch für die Siamkatze ist die leuchtend blaue Augenfarbe. Das Fell ist kurz und hat kaum Unterwolle, weil die Rasse ursprünglich aus dem warmen Südostasien stammt. Es liegt eng am Körper an und ist sehr weich und glänzend.

Charakteristisch für die Siamkatze ist ihre Fellzeichnung mit den sogenannten Points. Sie ist ein Teilalbino, deshalb sind ihre Augen blau und die Grundfarbe des Fells ist weiß oder cremefarben. An den Körperenden, also an Kopf, Schwanz und Pfoten, hat sie dunklere Stellen, die Points. Diese Abzeichen sollen möglichst gleichmäßig sein und sich deutlich von der hellen Grundfarbe unterscheiden. Es gibt über 100 verschiedene Farbvarianten. Die vier Grundtypen sind Seal Point, Blue Point, Chocolate Point und Lilac Point. Bei der Seal Point Variante sind die Abzeichen schwarzbraun bei einer cremefarbenen Grundfarbe. Die Blue Point Katze ist weiß und ihre Abzeichen sind blaugrau bis schieferfarben. Der Chocolate Point Typ hat, wie der Name sagt, schokoladenbraune Points in verschiedenen Farbschattierungen. Der Grundton des Fells ist elfenbeinfarben. Bei der Lilac Point Variante kommen zu einer weißen Fellfärbung zartlilafarbene bis hellgraue Abzeichen hinzu. Neben den vier Grundtypen gibt es viele weitere Farbschläge und Abwandlungen, zum Beispiel Tortie (Schildpatt) oder Tabby (getigert).

Zudem kommt der Silbertyp vor, bei dem nur die Haarspitzen gefärbt sind. Außerdem können die Abzeichen von weißen Flecken unterbrochen sein. Dies kann sogar soweit führen, dass die Katze komplett weiß ist.

Je jünger die Siamkatze ist, desto heller ist ihr Fell. Erst im Alter von ungefähr sechs bis neun Monaten ist der tatsächliche Farbton der Abzeichen erreicht. Eine gesunde Siamkatze wird durchschnittlich 15 Jahre alt. Bei guter Pflege kann sie auch die 20 überschreiten. Wichtig ist es, schon beim Kauf darauf zu achten, dass das Kätzchen von einem seriösen Züchter stammt, der seine Tiere konsequent auf Erbkrankheiten untersuchen lässt. Mit einem Preis von 500 bis 600 Euro für ein verantwortungsbewusst gezüchtetes Siamkätzchen ist zu rechnen.

Siamkatze: Charakter

Zu den Eigenschaften der Siamkatze zählen typischerweise Intelligenz und Eigensinnigkeit. Außerdem bindet sie sich stark an ihren Menschen. Wenn sie sich vernachlässigt fühlt, wird sie schnell eifersüchtig und tut dies mit lautem Maunzen kund. Weil sie generell eine laute Stimme hat und von dieser ausgiebig Gebrauch macht, kann sie den Ärger lärmempfindlicher Nachbarn auf sich ziehen. Ansonsten ist die Siam eine gutmütige und lernfähige Katze.

Siamkatze läuft im Freien herum

Sie hat ein lebhaftes Wesen und spielt gerne. Die Siamkatze wird häufig als der „Hund unter den Katzen“ bezeichnet, weil sie eine sehr enge Bindung zu ihrem Menschen aufbaut und sogar lernen kann, an der Leine zu laufen. Nicht nur zu Menschen hat die Siamkatze gerne Beziehungen, sondern auch zu Artgenossen. Deshalb sollte sie möglichst nicht alleine gehalten werden. Im Spiel mit anderen Siamkatzen zeigt sie ihr lebhaftes Temperament und bei der gegenseitigen Körperpflege wird ihr ausgeprägtes Sozialverhalten deutlich.

Ihre Jungen ziehen Siamkatzen gemeinsam auf. Die offizielle Züchtung der Rasse ist nur als Mitglied in einem Rassekatzenzuchtverein möglich. Junge Siamkatzen werden früher als viele andere Rassen geschlechtsreif, nämlich mit vier bis sechs Monaten. Die weibliche Katze ist ungefähr alle zwei Wochen paarungsbereit. Nach zirka 63 bis 69 Tagen Tragzeit bringt die Siamkatze vier bis sechs Kätzchen zur Welt. Manchmal können es auch mehr sein. Die Jungen entwickeln sich im Vergleich zu anderen Rassen relativ schnell.

Typische Krankheiten

Bei Siamkatzen sind einige Erbkrankheiten und vererbbare Fehlbildungen bekannt. Zu letzteren gehört der Knickschwanz, der früher als Rassemerkmal angesehen wurde. Heute werden Tiere mit abgeknicktem Schwanz aber nicht mehr zur Zucht eingesetzt. Außerdem kommt der sogenannte Wasserkopf bei Siamkatzen relativ häufig vor. Die betroffenen Kätzchen sterben meist kurz nach der Geburt. Zu den Erbkrankheiten gehört der Netzhautschwund, bei dem die Netzhaut am Auge wegen einer Störung des Stoffwechsels zerstört wird. Meist fällt dies als erstes dadurch auf, dass die Katze in der Nacht kaum noch etwas sieht. Weitere typische Augenkrankheiten sind Schielen und Augenzittern. Diese kommen vermutlich von dem Mangel an Melanin, den die Siamkatze als Teilalbino hat. Diese Fehler schränken die Katze allerdings kaum ein.

Außerdem können Siamkatzen eine Verdickung der inneren Herzwand vererbt bekommen. Diese kann zu Herzgeräuschen und kümmerlichem Wuchs bis hin zu Herzversagen führen. Bei einer weiteren vererbbaren Herzkrankheit werden die Aorta und der Lungengefäßstamm bei neugeborenen Siamkatzen nicht verbunden. Dadurch ist das Kätzchen sehr schwach und es kann zu Herzversagen kommen.

Des Weiteren sind Stoffwechselerkrankungen bekannt, bei denen weniger roter Blutfarbstoff aufgebaut wird. Die von dieser Erbkrankheit betroffenen Siamkatzen leiden unter anderem an Blutarmut und erhöhter Lichtempfindlichkeit. Außerdem neigt die Rasse zu einer Krankheit, bei der ein unlösliches Protein in den Organen abgelagert wird, vor allem in Leber oder Nieren. Dies kann mit der Zeit dazu führen, dass die betroffenen Organe versagen.

Außerdem kann bei Siamkatzen eine Störung auftreten, bei der nicht mehr benötigte Stoffwechselprodukte, zum Beispiel Aminosäuren, nicht abgebaut werden. Diese lagern sich im Gehirn ab und schädigen es. Mit einem Gentest kann der Tierarzt die Krankheit feststellen, um eine Weitervererbung zu verhindern. Bei bestimmten Arten von Krebs ist das Risiko für Siamkatzen, daran zu erkranken, zwei- bis achtmal so hoch wie bei anderen Rassen. Außerdem neigen sie zu einer Verhaltensstörung, bei der sie unverdauliche Stoffe annagen.

Pflege

Die Siamkatze zählt zu den eher anspruchsvollen Rassen. Sie fordert viel Aufmerksamkeit von ihrem Besitzer, weil sie sehr anhänglich ist und zu Eifersucht neigt. Andere Tiere im Haushalt duldet sie nicht gerne, in der Gesellschaft anderer Siamkatzen fühlt sie sich allerdings sehr wohl. Deshalb sollte sie keinesfalls alleine gehalten werden. Wegen ihrem Temperament und ihrem ausgeprägten Spieldrang benötigt die Siamkatze viel Platz in der Wohnung.

Für häufige Probleme in der Haltung von Siamkatzen sorgt ihre Empfindlichkeit gegen Kälte und Nässe. Außerdem sieht die Siamkatze in der Nacht tendenziell schlechter als andere Rassen. Deshalb ist sie für den Freigang nur bedingt geeignet. Wenn sie einmal nass geworden ist, muss sie unbedingt gut trockengerubbelt werden. Dafür ist das dünne Kurzhaar der Siamkatze sehr pflegeleicht. Ab und zu bürsten reicht völlig aus.

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