Im Jahr 1987 kam durch eine Spontanmutation die erste Katze der Rasse Selkirk Rex auf die Welt. Mitten unter dem Wurf Hauskatzen entdeckte die Züchterin Jeri Newman in den USA ein gelocktes Exemplar, welches den Ausschlag für eine neue Zucht gab. Erfahre hier alles Wissenswerte über die Katzenrasse Selkirk Rex.

Kurzinfo

Die meisten Exemplare der Selkirk Rex erreichen eine mittlere Größe. Einige männliche Tiere können aber durchaus auch größer werden. Katzen und Kater dieser Rasse erreichen aufgrund des relativ kräftigen Knochenbaus ein maximales Gewicht von 7 kg. Zwar sind die Katzen häufig etwas kleiner als die Kater, jedoch keinesfalls zierlicher.

Sowohl Kater als auch Katze verfügen über einen breiten, runden Kopf mit ausgeprägten Wangen und großen, runden auseinanderstehenden Augen. Charakteristisch für die erstmals in den USA gezüchtete Rasse ist das gelockte Fell. Selbst die Haare in den Ohren sind gelockt. Die Selkirk Rex erreicht unterschiedliche Felllängen. So gibt es sowohl Kurzhaar- als auch Langhaarvarianten. Fellfarben sind bei dieser Rasse in allen Variationen möglich, ebenso wie alle erdenklichen Augenfarben.

Die mittellangen bis langen Beine stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zum Körper und werden von großen, runden, kräftigen Pfoten getragen. Die Selkirk Rex zeigt sich als leiser, ruhiger Mitbewohner, der seinen Menschen mit einer Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren lange begleiten kann.

Charakter des Selkirk Rex

Die Selkirk Rex wird ebenso wie einige andere Katzenrassen als „Hundskatze“ charakterisiert. Diesen Beinamen haben sich die anhänglichen, unkomplizierten Wesen ihrer ausgesprochenen Nähe zum Menschen verdient. Zwar erinnert der Charakter der etwas naiv und tollpatschig wirkenden Selkirk Rex an die Rasse Britisch Kurzhaar, jedoch ist die Selkirk Rex sehr viel verschmuster und menschenbezogener. Als Wohnungskatze folgt sie ihrem Menschen auf Schritt und Tritt, immer in der Hoffnung auf Unterhaltung und Abenteuer. Denn die Selkirk Rex ist extrem verspielt und neugierig.

Die liebenswerten Schmusekatzen können aber auch zu richtigen, kleinen Kobolden mutieren. Wenn sich nicht durch Zufall eine Spielgelegenheit mit dem Menschen ergibt, so werden die findigen Rassekatzen eben selbst aktiv und sorgen für Wirbel. Gegenüber anderen Hausbewohnern wie Katzen und Hunde zeigt sich die Selkirk Rex sehr verträglich. Die Gegenwart wird gelassen hingenommen und das andere Haustier respektvoll behandelt. Besitzer müssen keine Angst haben, dass das Temperament mit der Selkirk Rex durchgeht. Allerdings fordern die Angehörigen dieser Rasse durchaus ihre Schmuseeinheiten ein. Dabei ist der kleine Stubentiger sehr ausdauernd und meldet sich allerdings mit leiser Stimme.

Die Selkirk Rex kann dann regelrecht zum Stalker werden und den Menschen solange verfolgen, bis sie endlich auf den Arm genommen und beschmust wird. Hier ist der Mensch nicht nur reiner „Dosenöffner“, sondern wird ehrlich geliebt. Gleichzeitig sind Selkirk Rex aber auch sehr robust und wenig ängstlich. Ein tobender Staubsauger oder scheppernde Geräusche bringen diese ruhigen Geister daher nicht aus der Ruhe.

Pflege

Eine Selkirk Rex ist nur glücklich, wenn sie nicht alleine sein muss. Daher sollte ihr Mensch möglichst den ganzen Tag um sie herum sein. Da dies in den meisten Fällen nicht möglich ist, ist es ratsam, eine Artgenossin oder einen Artgenossen zum Spielen zu erlauben. Grundsätzlich ist die Rasse besonders familientauglich. Stress kennen die Schmusekatzen eigentlich gar nicht. Deshalb eignen sich die sanften Katzen besonders für den Umgang mit Kindern. Eigentlich sind die Rassekatzen also leicht zu händeln. Einzig die Fellpflege sollte der Mensch sehr ernst nehmen, da das Fell häufig übermäßig fettig ist. Daher sollten Tiere, die darunter leiden, häufiger gebadet werden. Damit löst sich das Problem recht leicht. Im Normalfall bleibt die Selkirk bei einer Waschung recht gelassen und lässt sich das Baden durchaus gefallen.

Zum Verfilzen neigt das Fell dieser Rasse auch bei der Langhaarvariante nicht. Daher gestaltet sich die Fellpflege nicht besonders aufwendig. Gebürstet sollten die Schmusekatzen aber schon zumindest einmal wöchentlich. Gleichzeitig sollten dann auch die Ohren kontrolliert werden, denn genau wie andere Rexkatzen neigt auch diese Rasse zu einer erhöhten Produktion von Ohrenschmalz. Im Zweifel sollten die Ohren häufiger gereinigt werden.

Typische Krankheiten

Es sind keine Erkrankungen bekannt, von der insbesondere die Rasse Selkirk Rex besonders häufig befallen würde. Mit dem lockigen Fell, dass bisweilen eine beachtliche Länge erreichen kann, sind die Rassekatzen lediglich was Parasitenbefall angeht, klar im Nachteil. Flöhe, Zecken und Co. können sich im Fell bequem einnisten. Diesem Problem können Besitzer aber leicht mit einem entsprechenden Halsband vorbeugen. Natürlich kann jede Katze dieser Rasse genauso wie jede andere Katze von Infektionen heimgesucht werden. Zur Gesunderhaltung der Rassekatzen sollte daher die jährliche Impfung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche ernst genommen werden.

Geschichte

1987 wurde eine Hauskatze zusammen mit ihren sechs Katzenwelpen in einem Tierheim im amerikanischen Städchen Sheridan in Montana abgegeben. Die Mitarbeiter des Tierheims staunten nicht schlecht, als sie entdeckten, dass eines der Jungen völlig anders aussah als alle anderen. Es hatte ein weiches, wolliges, gelocktes Fell in den Farben blue-creme-white sowie gekräuselte Schnurrhaare. Eine Angestellte des Tierheims, Peggy Vorrhees, nahm das Kätzchen mit zu ihrer Freundin Jeri Newman, die in Livingston Perserkatzen züchtete. Die Züchterin gab dem Kätzchen den Namen „Miss DePesto“ und zog es in der Cattery „Noface“ auf. Die kleine Mieze, die die Züchterin liebevoll „Pest“ nannte, hatte den Kopf einer Devon Rex, der auf dem Körper einer Chartreux und dünnen Beinchen thronte.

Im Alter von 14 Monaten wurde „Pest“ mit dem schwarzen Perserkater namens „Ch. Photo Finish of Deckay“ verkuppelt. Am 04. Juli 1988 wurden sechs Babys geboren, von denen allerdings nur drei ein lockiges Fell ihr Eigen nannten. Ein schwarz-weißer Katerwelpe, der auf den Namen „Oskar Kowalski“ getauft wurde, war besonders kräftig und zeigte ausgeprägte Locken. Die Züchterin entschied sich im folgenden Jahr eine Rückdeckung auf „Pest“ durchzuführen. Aus dieser Rückdeckung gingen am 05. Juli 1989 vier Welpen hervor. Drei von diesen Welpen kamen mit lockigem Fell zur Welt. In sehr vielen älteren Stammbäumen der Selkirk-Rex-Linien sind die Namen „Noface Oskar Kowalski“ und „Miss DePesto of Noface“ noch verzeichnet. Diese beiden Tiere stellen die Ureltern der Rasse dar.

Zu dem Namen Selkirk Rex kam die Rasse übrigens, weil die Züchterin ihre neue Rasse nicht „American Rex“ nennen wollte. Sie musste sich daher einen geeigneten Namen einfallen lassen und beschloss, die Rasse nach ihrem Stiefvater „Selkirk“ zu benennen. Die Bezeichnung „Rex“ ergab sich zwangsläufig aufgrund der vorliegenden Fellstruktur. Einige Experten behaupten allerdings, dass der Name auf die Selkirk Mountains in Wyoming zurückginge. Die ist aber wohl nur eine Legende, da sich die Berge im Westen Kanadas befinden und nicht in den USA.

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  • Graue Selkirk Rex Katze: ©athree23 - Pixabay.com