Eine „Feline Idiopathische Cystitis“, umgangssprachlich auch als Blasenentzündung bezeichnet, tritt häufig bei Katzen auf und kann unbehandelt schwerwiegende Folgen haben. Ob bei einer Blasenentzündung bei Katzen Hausmittel zum Einsatz kommen können und welche Medikamente zur Behandlung eingesetzt werden, sowie typische Ursachen und Behandlungsmethoden, erklärt der nachfolgende Ratgeber ausführlich.

Was eine Blasenentzündung ist

Bei einer Blasenentzündung handelt es sich in den meisten Fällen nicht um eine bakterielle Infektion. Dies tritt lediglich bei 5 Prozent der Katzen, die jünger als 10 Jahre sind, auf. Häufiger verursachen sogenannte Harnkristalle eine Blasenentzündung bei Katzen in Form von Harnsäuresalzen, die sich in der Harnblase bilden und die Schleimhäute reizen. Erkranken können daran sowohl Kater als auch Katzen.

Symptome einer Blasenentzündung bei Katzen

Die Symptome einer Blasenentzündung bei Katzen sind sehr vielfältig. Zu den typischen Anzeichen gehören der häufige Besuch der Katzentoilette, um Urin abzulassen. Hinzu kann auch ein schmerzerfülltes Mauzen kommen, da das Urin ablassen schmerzhaft ist. Meist kann nur wenig Urin abgelassen werden, wodurch die Katze stark presst. Des Weiteren macht sich eine Blasenentzündung durch häufiges lecken am Genitalbereich der Katze bemerkbar, insbesondere nach dem Besuch der Katzentoilette. Einige Katzen urinieren auch außerhalb ihres Katzenklos. Sind die Schleimhäute bereits stark gereizt, ist häufig Blut im Urin zu finden.

Zu den weiteren typischen Anzeichen gehören ein angespannter Bauch und gekrümmter Rücken, sowie Appetitverlust und ein übelriechender Urin. Um eine Blasenentzündung bei Katzen erkennen zu können, muss man manchmal etwas genauer hinschauen, weil es auch Katzen gibt, die Schmerzen gut verstecken können. Außerdem gilt anzumerken, dass nicht alle hier genannten Symptome auftreten müssen. Wer unsicher ist und eine Blasenentzündung bei seiner Katze vermutet, sollte unbedingt sofort einen Tierarzt aufsuchen.

Mögliche Ursachen

Mögliche Ursachen einer Blasenentzündung bei Katzen können neben der bakteriellen Infektion auch Stress, Übergewicht und Bewegungsmangel sein. Des Weiteren verursachen, wie bereits erwähnt, auch Harnkristalle eine Blasenentzündung. Bei den Harnkristallen unterscheidet man zwischen Calcium-Oxalat- und Struvitkristallen. Trinkt der Kater oder die Katze zu wenig, können sich, die sonst über den Urin ausgeschiedenen Stoffe, konzentrieren und Harnkristalle bilden. Auch Katzenfutter mit einem hohen Magnesiumgehalt begünstigt die Entstehung von Blasensteinen.

Katzen können, zum Beispiel mit einem Katzentrinkbrunnen, angeregt werden mehr Flüssigkeit aufzunehmen. Zu den weiteren Ursachen können ein zu hoher oder zu niedriger Säuregrad im Urin sein. Dies kann bei zu hohen Nahrungsmengen der Fall sein, wenn die Katze dauerhaft zu viel Futter zur Verfügung hat. Besser sind feste Zeiten. Struvitsteine bilden sich wiederum aufgrund eines zu hohen pH-Wertes im Urin. Eine Blasenentzündung bei Katzen kann aber auch durch Blasentumore, Polypen oder Veränderungen entstehen, die angeboren sind. Letztere sind aber nur sehr seltene Ursachen.

Ab wann der Gang zum Tierarzt notwendig ist

Die Verstopfung der Harnröhre ist lebensbedrohlich, sodass sofort ein Tierarzt aufgesucht werden sollte, wenn die Katze typische Symptome zeigt. Dies ist dann der Fall, wenn die Katze keinen Urin mehr absetzen kann, wodurch sich die Blase nach und nach immer mehr füllt. Das hat wiederum im schlimmsten Fall zur Folge, dass die Nieren geschädigt werden und die Blase platzt. Ist die Katze lethargisch, presst immer wieder stark, ohne Urin abzulassen, sollte unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden. Durch die dadurch resultierenden erhöhten Nierenwerte und Herzrhythmusstörungen, aufgrund des stark erhöhten Kaliumwertes, kann die Katze sterben. Die Verstopfung aufgrund von Blasengrieß oder Schleim und Blut muss vom Tierarzt so schnell es geht behoben werden. Häufiger sind davon übrigens Kater betroffen, da ihre Harnröhre enger ist als bei Katzen.

Urinprobe abgeben

Treten Blasenentzündungen bei Katzen öfters auf, ohne dass ein Grund dafür gefunden werden kann, sollten die Katzenbesitzer in regelmäßigen Abständen eine Urinprobe beim Arzt einreichen, um die Entzündungswerte kontrollieren zu lassen. Zum Auffangen des Urins gibt es spezielles Katzenstreu, welches aus kleinen Kunststoffkügelchen besteht. Die Körner saugen das Urin nicht auf, wodurch der Urin mithilfe einer Pipette aufgenommen werden kann. Es besteht aber auch die Möglichkeit das Katzenstreu komplett aus der Katzentoilette zu entfernen, sodass der Urin direkt vom Boden aufgenommen werden kann. Der Urin sollte so frisch wie möglich sein und sollte maximal für 2 Stunden im Kühlschrank gelagert werden.

Behandlung der Blasenentzündung

Bei einer Behandlung einer Blasenentzündung und zwar dann wenn kein akuter Notfall aufgrund von Harnkristallen vorliegt, verschreibt der Tierarzt zunächst entzündungshemmende Schmerzmittel sowie Medikamente, die die Blase entspannen. Handelt es sich um die sehr selten auftretende bakterielle Form, wird die Katze mit Antibiotika behandelt. Je nachdem um welche Ursache es sich handelt, folgen weitere Maßnahmen. Leidet die Katze zum Beispiel an Übergewicht und hat deswegen eine Blasenentzündung entwickelt, wird ihr der Arzt eine Diät verordnen, indem die Futtermenge etwas reduziert wird, sie zu mehr Bewegung aktiviert wird und kalorienreduziertes Futter gefüttert wird. Ist die Blasenentzündung bei der Katze stressbedingt aufgetreten, kann der Tierarzt auch stressreduzierende Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente, wie Zyklene oder Diazepam, verschreiben. Bei der Behandlung einer Blasenentzündung mit Harnkristallen, muss die Katze, wenn die Harnröhre bereits blockiert ist, als Notfall sofort zum Tierarzt. Dort wird ihr in der Regel ein Katheder gelegt, um die Blase zu spülen. Gleichzeitig werden die Nierenwerte und der Kaliumgehalt kontrolliert.

Weitere Behandlungsmethoden können, wenn die Blase mithilfe des Katheders erfolgreich gespült werden konnte, die Gabe von Spezialfutter und Medikamenten sein, die die Harnkristalle auflösen. Das Spezialfutter muss dann in der Regel dauerhaft gefüttert werden, damit verhindert wird, dass erneut Harnkristalle auftreten.

Vorbeugung einer Blasenentzündung

Ganz verhindert werden kann, je nach Veranlagung der Katze, eine Blasenentzündung natürlich nicht immer. Es gibt aber durchaus Maßnahmen, die das Risiko dafür verringern. Übergewicht sollte vermieden werden. Am besten sollte man der Katze zu festen Zeiten Futter anreichen und nicht unbegrenzte Mengen zur Verfügung stellen. Es gibt viele Katzen, die sich dadurch gerne überfressen. Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, dass die Katze ausreichend trinkt. Wie bereits erwähnt, können Katzentrinkbrunnen dazu anregen. Wichtig ist auch, dass ausreichend Katzentoiletten vorhanden sind. Als Faustregel gilt hier, dass immer eine Katzentoilette mehr als Katzen zur Verfügung gestellt werden sollte, sprich bei 3 Katzen 4 Katzentoiletten.

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  • Braune Katze mit grünen Augen: ©FotoRain - Pixabay.com