In den meisten Nachbarschaften gibt es irgendwo auch eine oder mehrere Katzen, die Freigänger sind und die auch in anderen Gärten, in denen keine Katze beheimatet ist, einen Besuch abstatten. Dabei fordern die Katzen oftmals auch lautstark dazu auf, gefüttert zu werden und bekommen diesen Wunsch von Tierliebhabern nicht selten auch erfüllt. Doch ist das erlaubt? Ob man die Nachbarskatze füttern darf oder nicht, erfährst Du in diesem Artikel.

Futterverträglichkeit nicht bekannt

Ein große Problem, wenn die Nachbarskatze gefüttert wird, liegt bereits darin, dass kaum jemand außer den Haltern selbst weiß, ob die Katze eine Futterunverträglichkeit hat. Viele Katzen bekommen spezielles Futter, ohne dass dieses den Nachbarn bekannt ist, weil sie auf gängiges, industriell gefertigtes Futter empfindlich reagieren.

Dazu kann es auch sein, dass eine Katze Nirenprobleme hat, oder, dass sie eine Diabetes aufweist und deshalb sogar nur mit speziellem Futter vom Tierarzt gefüttert werden darf. All dies weiß ein Nachbar, der üblicherweise für die Fütterung von Streunern Futter aus dem Supermarkt bereit hält, natürlich nicht.

Allein das ist schon Grund genug, dass ein echter Tierfreund davon Abstand nehmen sollte, die Katzen aus der Nachbarschaft zu füttern. Üblicherweise ist eine Katze, die ausschließlich als Freigänger unterwegs ist, die aber ansonsten ein festes Zuhause hat, nicht auf Futtergaben über den Tag hinweg angewiesen, da sie gut genährt ist. Hat sie Hunger, weiß sie sehr wohl, wo sie entsprechendes Futter findet – nämlich zu Hause.

Katze liegt im Garten

Nachbarskatze füttern: Gesetzliche Vorschriften

Wichtig zu wissen ist für jeden Katzenliebhaber, der in der Nachbarschaft eine Freigänger-Katze hat und von dieser mehr oder weniger regelmäßig Besuch bekommt, dass es auch klare gesetzliche Vorschriften gibt, wenn es darum geht, die Nachbarskatze zu füttern.

Im eigenen Garten darf grundsätzlich jeder fast alles tun und lassen, was er möchte. Dieses Recht wird nur gering eingeschränkt, wenn das eigene Verhalten zulasten der Nachbarschaft geht. Eine Einschränkung liegt darin, dass ausschließlich mit dem eigenen Eigentum getan werden darf, was man möchte. Die Nachbarskatze allerdings ist Eigentum des Nachbarn. Damit ist es eindeutig verboten, die Nachbarskatze zu füttern, auch wenn diese beständig wieder ihre Besuche abstattet und selbst dann, wenn sie kläglich maunzt, weil sie vermeintlich Hunger hat.

Da Tiere in der deutschen Rechtsprechung als Sache behandelt werden, gilt das auch für die Nachbarskatze. Wird diese Katze beispielsweise gefüttert und es entsteht eine gesundheitliche Folge – beispielsweise aufgrund von Futterunverträglichkeit – dann kann ein fütternder Nachbar vom Katzenbesitzer sogar schadenersatzpflichtig gemacht werden, was Tierarztkosten angeht.

Das systemische Anfüttern

Darüber hinaus kann einem fütternden Nachbarn im ungünstigstem Falle sogar der Vorwurf des sogenannten systemischen Anfütterns gemacht werden. Das heißt, dass er gezielt die Katze füttert, damit sie immer wieder kehrt. Aus einem solchen Verhalten kann sich sogar eine Strafanzeige oder eine gerichtliche Klage ergeben, wenn den Katzenbesitzer dieses Anfüttern stört.

Zwar ist es in der Praxis schwer nachweisbar, welche Personen die Nachbarskatze füttern und welche nicht. Allerdings ist jeder Nachbar auf der sicheren Seite, wenn er dies nicht tut. Zudem möchten Tierliebhaber den Katzen ja auch durch möglicherweise unverträgliches Futter nicht schaden.

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