Fertigfutter ist nicht unbedingt auch gesundes Katzenfutter, und wenn es nach ihnen ginge, würden sich Katzen wohl täglich frische Mäuse fangen. Mit Barfen von Katzen wird diese Ernährungsweise nachempfunden, denn rohes Fleisch ist ein wichtiger Bestandteil der richtigen Ernährung von Katzen. Allerdings muss bei der Rohfleischfütterung von Katzen auch einiges beachtet werden. In diesem Artikel erfährst Du das Wichtigste zum Barfen von Katzen.

Was BARF bedeutet

BARF ist eine Ernährungsmethode, die in Kanada, Australien und den USA entwickelt wurde und ursprünglich für Hunde gedacht war, aber inzwischen auch bei Katzenhaltern immer beliebter wird. Ihr Konzept steckt bereits in dem Wort BARF, denn dabei handelt es sich um eine Abkürzung. Sie steht im Englischen für „bones and raw foods“ und im Deutschen für „biologisch artgerechtes Futter“. Entsprechend besteht die verwendete Tiernahrung im Wesentlichen aus geeignetem rohen Muskelfleisch, Knochen sowie verschiedenen Zusatzstoffen, um eine Mangelernährung auszuschließen. Da Katzen von Natur aus reine Fleischfresser sind und Getreide und andere pflanzliche Nahrungsmittel, wie sie in industriellem Katzenfutter häufig zu finden sind, noch schlechter verdauen können als Hunde, ist BARF die natürlichste Art zum Füttern von Katzen.

Barf für die Katze: Wann es Sinn macht

Katzen sind kleine Raubtiere, die sich in den Jahrtausenden, die sie schon mit Menschen zusammenleben, kaum verändert haben. Noch heute ist es vielen verwilderten Hauskatzen problemlos möglich, sich von selbst erlegten Nagetieren und anderen kleinen Beutetieren zu ernähren. Auf diesen Beutetieren basieren auch die Ernährungsbedürfnisse von Katzen. Eine optimal darauf abgestimmte Mahlzeit sollte deshalb im Wesentlichen aus Muskelfleisch, Knochen und Knorpel sowie Innereien bestehen.

Außerdem sind Ballaststoffe wichtig, die Katzen in der freien Natur in Form von Fell und Gefieder aufnehmen. Auch einige wenige pflanzliche Stoffe braucht eine Katze zu einem gesunden Leben, aber nicht mehr, als im Mageninhalt eines Beutetiers zu finden wäre. Leider sieht die Zusammensetzung des in Supermärkten erhältlichen Futters oft ganz anders aus. Gerade in Trockenfutter ist häufig übermäßig viel Getreide enthalten, und zahlreiche Zusatzstoffe in industriell hergestelltem Katzenfutter können bei Katzen Futterunverträglichkeiten auslösen.

Besonders problematisch ist es, wenn das Immunsystem der Katze darauf mit eine Allergie reagiert. Eine Futterallergie kann bei einer Katze auch dann auftreten, wenn sie das Futter bislang scheinbar gut vertragen hat. Sie äußerst sich häufig in Form von Durchfällen, aber auch mit verschiedenen Hauterkrankungen. Spätestens dann ist BARF für die Katze die beste Methode, die Gesundheit und das Wohlbefinden zurückzuerlangen und zu bewahren.

Katze wird von einem Mädchen gefüttert

Vor- und Nachteile des Barfen von Katzen

Das wichtigste Argument für BARF ist natürlich, dass die Rohfleischfütterung für Katzen die natürlichste Form der Ernährung darstellt. Viele Verdauungsprobleme lassen sich durch BARF innerhalb kürzester Zeit beheben. Auch der Bildung von Zahnstein und Karies kann vorgebeugt werden, da das rohe Futter anders als Industrienahrung kein Getreide enthält und zudem für einen natürlichen Abrieb sorgt. Außerdem lässt sich beim Barfen von Katzen genau kontrollieren, was die Tiere zu sich nehmen, so dass die Zusammensetzung ganz individuell auf das Alter und die Gesundheit der jeweiligen Katze abgestimmt werden kann. Dies ist selbst bei hochwertiger Fertignahrung nur sehr eingeschränkt möglich.

Auch die Qualität der verwendeten Ausgangsprodukte hat beim Barfen von Katzen der Besitzer selbst in der Hand. Zu den Vorteilen des Barfens zählt aber auch noch ein unerwarteter, denn die verbesserte Verdauung macht sich auch im Katzenklo bemerkbar. Der Kot ist fester und kompakter als bei der Fütterung mit Fertigfutter und verbreitet zudem deutlich weniger Gestank.

Natürlich gibt es auch Nachteile beim Barfen von Katzen. Die Rohfleischfütterung von Katzen ist wesentlich aufwändiger, als einfach eine Dose zu öffnen. Da die Mahlzeiten selbst zusammengestellt werden, ist neben den entsprechenden Kenntnissen vor allem ausreichend Zeit notwendig, die jeden Tag aufs Neue eingeplant werden muss. Falls die Katze bislang mit herkömmlichem Futter ernährt wurde, kann zudem die Umstellungsphase einige Wochen bis Monate in Anspruch nehmen, was sowohl von der Katze als auch von ihrem Menschen sehr viel Geduld erfordert. Außerdem ist hochwertiges Fleisch nicht ganz billig. Wer Sonderangebote nutzen oder Vorräte anlegen möchte, sollte deshalb über eine große Tiefkühltruhe verfügen.

Katze wird von einem Mädchen gefüttert

Katze barfen: Das solltest Du beachten

Das oberste Gebot bei der Rohfleischfütterung von Katzen ist natürlich Hygiene. Auch wenn Katzen als Fleischfresser über einen robusten Magen verfügen, können sie erkranken, wenn sich durch unsachgemäße Handhabung Keime verbreiten. Deshalb muss es selbstverständlich sein, beim Barfen von Katzen ausschließlich frisches Fleisch zu verwenden.

Außerdem sollte beim Transport niemals die Kühlkette unterbrochen werden. Eingefrorenes Fleisch sollte nur im Kühlschrank aufgetaut werden, damit sich eventuelle Bakterien nicht zu rasch vermehren. Alle Utensilien, die in den Kontakt mit dem rohen Fleisch kommen, müssen zudem stets gründlich gereinigt werden. Da einige Krankheitserreger, wie beispielsweise Toxoplasmose und Salmonellen, die für Katzen vergleichsweise ungefährlich sind, auch auf den Menschen übergehen können, solltest Du selbstverständlich auch Deine Hände immer gut waschen, nachdem Du das Fleisch angefasst hast. Theoretisch können sich Katzen auch mit Würmern infizieren, aber regelmäßige Wurmkuren schaffen leicht Abhilfe.

Das verwendete Fleisch ist das Wichtigste, was beim Barfen zu beachten ist, da sich Katzen bei der Fütterung mit rohem Schweine- oder Wildschweinfleisch mit dem gefährlichen Aujeszky-Virus infizieren können. Gegen diese tödlich verlaufende Erkrankung gibt es noch kein Heilmittel. Außerdem solltest Du Deine Katze langsam aufs Barfen umstellen, um eine Nahrungsverweigerung und Gesundheitsprobleme zu vermeiden.

Katze trinkt Milch

Die Katze langsam umgewöhnen

Katzen sind berüchtigt dafür, einen eigenen Kopf zu haben und besonders heikel mit ihrem Futter zu sein. Wenn Du auf BARF umsteigen möchtest, solltest du deshalb damit rechnen, dass Deine Katze zunächst wenig begeistert reagiert. Bei einer zu plötzlichen Veränderung kann es sogar passieren, dass sie das Futter gänzlich verweigert. Gerade bei bereits gesundheitlich angeschlagenen Katzen sollte das aber nach Möglichkeit vermieden werden. Deshalb ist es sinnvoll, das Rohfleisch zunächst in geringen Mengen unter das bisherige Futter zu geben und innerhalb mehrerer Wochen den Fertigfutteranteil nach und nach zu reduzieren, bis schließlich auf das herkömmliche Futter vollständig verzichtet werden kann.

Mit kleinen Fleischstückchen oder Hühnerherzen kann auch das natürliche Jagdverhalten der Katze angeregt werden. Wenn Du es ein Stückchen vor der Katze auf den Boden wirfst, kannst Du damit ein Beutetier simulieren, das Deine Katze spielerisch erlegen und so eine positive Erfahrung mit dem Fleischgeschmack erlangen kann.

Bildquelle:

  • Katze wird von einem Mädchen gefüttert: ©freestocks-photos -Pixabay.com
  • Weiße-Katze-sitzt-vor-einem-Futternapf: ©congerdesign -Pixabay.com
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